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Überwachungskamera

topsicherheit.de Ratgeber

Überwachungskamera

1) Funk- und WLAN-Überwachungskameras einsetzen

WLAN- und Funk-Überwachungskameras funktionieren nicht sicher. Von den 15 hier gelisteten Fehlern ist er der Größte bei der Anschaffung. Amazon-Rezessionen bestätigen, dass WLAN-Kameras in Bezug auf Sicherheit relevante Anwendungen wie störungsfreies Bild oder Aufzeichnung NICHT in Frage kommen und nur zur Verwendung als Gadgets „gelobt“ werden. Die Reichweiten sind zu gering, meistens in der Praxis nur ca. 10 Meter und durch maximal eine Wand. Die Frequenzen sind durch WLAN bereits überbelegt, Livebilder ruckeln bzw. setzen aus. Aufzeichnungen und Zuverlässigkeit sind unmöglich. Wer bereits eine WLAN-Überwachungskamera hatte, wird das Problem kennen.

WLAN Überwachungskamera
Nicht empfohlen: WLAN- und Funk-Überwachungskameras

Überwachungskameras sollten grundsätzlich verkabelt sein, dabei empfehlen wir HD-SDI. Eine Lösung ohne Kabel zu verlegen sind Kameras, welche über das Stromnetz übertragen.
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Überwachungskamera mit Kabel
Empfohlen: Verkabelte, sichere Kameras.

2) Keine HD-Auflösung

Seit 2013 ist Full-HD mit 1080p 2 Megapixel bei Überwachungskameras Standard. Diese Auflösung ist ca. 5 mal höher, als die alter PAL-Kameras mit nur 0,4 Megapixel.

720 TVL Pal Überwachungskamera
Nicht mehr empfohlen: Alte PAL-Kamera-Auflösung.

Achten Sie auf HD-Auflösung bei Überwachungskameras und deren Rekorder. Umso besser werden Gesichter und Details erkannt.
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Überwachungskamera zwei Megapixel
Empfohlen: HD-Überwachungskameras mit zwei Megapixel Auflösung.

3) Verwendung von Wildkameras, Gadgets und Billigtechnik

Wildkameras sind für sicherheitsrelevante Anwendungen nicht geeignet, da deren Auslöseverhalten zu langsam ist. Akkubetrieben werden sie erst durch einen Bewegungsmelder in Gang gesetzt, dabei kommt es bereits zur Verzögerung. Dann werden nur ein paar Fotos geschossen. Der Aufnahmebereich ist sehr schmal und nah bei Wildkameras, um z. B. Tiere an einer Futterstelle zu beobachten. Nutzt man diese nun als Überwachungskamera so besteht die Gefahr, dass nur leere Bilder aufgezeichnet werden. Gadgets und Billigkameras liefern nur unzureichende Schärfe, eine unzureichende Nachtsicht und verrosten bzw. verwittern schnell.

Wildkamera
Nicht empfohlen: Wildkameras, Gadgets und Billigtechnik.

Lassen Sie besser die Finger von solcher Technik. Verwenden Sie richtige Kameras, welche an einen guten Langzeitrekorder angeschlossen sind.

Überwachungskamera
Empfohlen: Richtige Überwachungskameras.

4) Falsche Überwachungskamera-Aufzeichnung mit Cloud, Internet oder PC

Cloud- und Internet-Aufzeichnungen funktionieren nicht praxistauglich. Die Upload-Bandbreiten sind zu gering, Heimanschlüsse z. B. durch IP-Wechsel unzuverlässig. Die Daten liegen in fremden Händen. Es reicht gerade mal für ein paar Bilder oder kurze Clips. Diese stehen nur ein paar Stunden zur Verfügung und sind nicht zusammenhängend abspielbar. Auch ist die Aufzeichnung auf dem heimischen PC, welcher auch zur Arbeit benutzt wird, unzuverlässig. Er ist bereits ausgelastet, muss immer eingeschaltet sein und kann abstürzen.

Cloud
Nicht empfohlen: Cloud-Überwachungskamera-Aufzeichnung

Überwachungskamera-Aufzeichnungen sollten immer auf einen Langzeitrekorder erfolgen. Diese arbeiten sehr energieeffizient und sollten durch ihre geringe Größe so angebracht werden, dass sie vor Dieben unsichtbar sind und nicht mitgenommen werden können. Bei speziellen Anwendungen kann eine PC-Aufzeichnung sinnvoll sein, dabei ist ein eigener PC zu verwenden.
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Langzeitrecorder
Empfohlen: Aufzeichnung mit Langzeitrecordern.

5) Überwachungskamera-Set mit 4, 8 oder 16 Kameras verwenden

Bei einem Überwachungskamera-Set sind alle Kameras gleich!

In den folgenden Punkten 6 – 9 gehen wir auf die Kamera-Unterschiede wie Schutzgrad, Bauformen, Blickwinkel, Brennweiten und Nachtsicht ein. Nur wenn alle Anwendungen gleich sind, ist es sinnvoll, ein Set zu bestellen. Bei Anwendungen bis zu vier Überwachungskameras kann dies gegeben sein. Allerdings ist es ab einer Stückzahl von acht Kameras unwahrscheinlich, dass wirklich alle acht Anwendungen gleich sind. Eine individuelle Planung ist aus unserer Sicht ratsam.

Set
Sind wirklich alle Kamera-Anwendungen gleich?

6) Überwachungskamera Schutzgrad falsch ausgewählt

Ein falscher Schutzgrad in Außenbereichen wird zur Zerstörung der Überwachungskamera führen.

Cloud
Falsch gewählt, Überwachungskamera nicht für außen geeignet.

Achten Sie darauf, dass in Außenbereichen der richtige Schutzgrad für die Überwachungskamera gewählt wird. Dieser sollte mindesten IP65 (staubdicht und wasserabweisend), besser IP66 (besonders wasserabweisend) sein.

IP66
Empfohlener Schutzgrad für Außenbereiche.

7) Überwachungskamera-Bauform falsch gewählt

Eine falsche Überwachungskamera Bauform wirkt unprofessionell.

Achten Sie auf richtige Bauformen für Decken, Wände, innen und außen sowie, ob es eine offensichtliche Kamera werden soll bzw. verdeckt. Oft werden Überwachungskameras in verschiedenen Gehäusefarben angeboten, so dass eine Auswahl passend zum Ambiente meistens möglich ist. Weiße oder silbergraue Domkameras sind in Innebereichen sehr beliebt und werden unscheinbar an Decken installiert. Ebenso in Eingangsbereichen Innen und Außen. Sonst werden Kameras mit Wandarm wegen der besseren Möglichkeit zur Ausrichtung und der stärkeren Nachtsicht gewählt. Zur verdeckten Videoüberwachung müssen Minikameras oder getarnte Überwachungskameras verwendet werden.

Cloud
Richtig ausgewählte Überwachungskamera-Bauform, eine weiße Dome-Kamera mittig hängend an einer Deckenplatte im Supermarkt.

8) Überwachungskamera-Blickwinkel (Brennweite) falsch ausgewählt

Häufig wird bei der Auswahl von Überwachungskameras übersehen, dass deren Blickwinkel, welche durch die Brennweite bestimmt wird, zum gewünschten Erfassungsbereich passen muss.

Heutzutage sollte man Überwachungskameras mit einstellbarem Blickwinkel verwenden. Diese lassen sich individuell einstellen und der Entfernungsbereich muss nur „in etwa“ bekannt sein. Man unterscheidet: Nahbereich 2 - 5 m, mittlerer Bereich 3 - 10 m, Fernbereich 8 bis 15 m, mittlerer Fernbereich bis 25 m, Super-Fernbereich bis 40 m. Fordern Sie vor Ihrem Kauf Testbilder der gewünschten Überwachungskameras an und beurteilen Sie Ihre gewünschte Entfernungen und Bereiche.
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Videoüberwachung Zaun Kanzleramt
Richtig ausgewählte Überwachungskamera zur Teleüberwachung zwischen 25 und 45 Meter

9) Überwachungskamera-Nachtsicht falsch ausgewählt

Oft wird die Nachtsicht falsch ausgewählt, da den Angaben der Verkäufer „blind“ vertraut werden. So sollen 30 LED 50 Meter und mehr ausleuchten.

40LED-NAchtsicht
Überwachungskamera mit 40 LED, gute Ausleuchtung bis 8 Meter

Für eine klare HD-Nachtsicht gibt es unterschiedliche Stärken und es gilt: 30 LED schaffen 3 Meter gut, 50 LED schaffen 5 Meter, 70 LED 10 Meter, 100 LED 15 Meter und 200 LED 25 Meter. Alles andere ist leider übertrieben und unwahr. Fordern Sie auch hier vor Ihrem Kauf Testbilder der gewünschten Überwachungskamera an und beurteilen Sie die Nachtsicht bei Ihrer gewünschten Entfernung.
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100LED-Nachtsicht
Überwachungskamera mit 100 LED, gute Ausleuchtung bis 20 Meter

10) Überwachungskamera zu hoch geplant

Zu hoch installierte Überwachungskameras liefern nur eine Vogelperspektive mit undeutlicher Personenerkennung und haben im Falle von Infrarot-Nachtsichtkameras nur eine punktuelle Ausleuchtung nach unten und nicht weitläufig in die Fläche.

Überwachungskamera Höhe
Überwachungskamera zu hoch für Nahbereich bis 5 Meter

Überwachungskameras sollten so niedrig wie möglich installiert werden. Damit haben sie optimale Perspektiven zur Personenerkennung und die beste und weiteste Nachtausleuchtung. Natürlich gilt, dass eine Mindesthöre eingehalten werden muss, damit die Kameras nicht einfach sabotiert werden können. Als Faustregel gilt, eine Überwachungskamera sollte mindestens so niedrig zzgl. 1,50 Meter installiert werden, wie deren Überwachungsbereich entfernt liegt.
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Überwachungskamera Haus
Überwachungskamera auf richtiger Höhe von ca. 3,50 zur Videoüberwachung des Nahbereichs 2 – 10 Meter

11) Extrem breite Überwachungsbereiche bis 360 Grad

Häufig soll weitwinklig überwacht und Personen dabei weitläufig erkannt werden. Am besten eine 180 oder 360 Grad-Überwachungskamera, damit gleich alles auf einmal mit einer Kamera erfasst wird. Allerdings können bei breiten Überwachungsbereichen Personen nur direkt vor der Kamera deutlich erkannt werden. Im Falle eines 180 Grad breiten Blickwinkels und einer HD-Kamera wären Fahndungsbilder von Personen nur bis ca. 1,50 Meter möglich.

180Grad
Überwachungskamera mit HD und 180 Grad Blickwinkel

Die Lösung ist bei kleiner Fläche mehrere Kameras mit schmalem Blickwinkel zu erfassen. Oder bei großen Flächen breite Kameras für das Geschehen und entsprechend schmale Kameras für ausgewählte Brennpunkte und Bereiche, an denen Personen und Kfz auftauchen. Besonders clever ist es bei Linien, wie z. B. Gebäudefronten, Wegen oder Zäunen, zwei Kameras mit schmalem Winkel gegeneinander einzusetzen, die eine Überwachungskamera schaut unter die andere. Im Fernbereich ist das Geschehen jeweils unter der anderen Kamera, auch weitläufig erfasst. Vor den Kameras auf den Linien können dann Personen und Fahrzeuge gut erkannt werden.
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45Grad
Überwachungskamera mit HD und 40 Grad Blickwinkel

12) Ständig drehende und steuerbare Kameras verwenden

Motorisierte Kameras, welche sich ständig drehen, sind nicht praxistauglich. Diese würden schnell, ähnlich einem Auto was ununterbrochen fährt, verschleißen und verfügen nicht über eine Nachtsicht. Wenn ein Bereich gerade erfasst wird, sind die anderen entsprechend nicht erfasst. Der nicht erfasste Bereich könnte somit von Straftätern abgepasst werden. Aufzeichnungen nur bei Bewegungen wären unmöglich, da sich das Bild ständig bewegt.

Überwachungskamera Motor
Nicht empfohlen: Kameras die sich „drehen“.

Exakt wie beim vorherigen Punkt 11) ist die Lösung, den Überwachungsbereich wie dort beschrieben auf mehrere Kameras aufzuteilen. Nur wenn eine Überwachungssituation „bemannt“ ist, daher ein Wachmann kontrolliert ständig die betreffende Kamera, ist eine steuerbare Überwachungskamera sinnvoll. Dieser hat in der Regel den Überblick und kann bei Bedarf sich gewisse Bereiche „näher“ anschauen. Aber auch hier gilt: Die Überwachungskamera darf sich nicht ständig, sondern nur fallweise drehen, um Verschleiß und tote, also nicht überwachte Berieche, zu vermeiden!
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PTZ
Empfohlen: Fallweise Nutzung einer steuerbaren Überwachungskamera, auch „PTZ-Kamera“ benannt.

13) Netzwerkkabel bereits gelegt und somit auf IP-Kameras festgelegt

Häufig werden in der Bauphase Netzwerkkabel gelegt, an welche später einmal IP-Überwachungskameras angeschlossen werden sollen. Ohne Beratung legt man sich somit auf IP-Kameras fest. Man geht z. B. falsch davon aus, dass die gewünschte HD-Auflösung nur mit IP-Überwachungskameras realisiert werden kann. Oft wird dabei noch der Strom vergessen.

Lan / IP-Kabel
Nicht empfohlen: Netzwerkkabel

Das günstigste Preis-/Leistungsverhältnis und den geringsten Stromverbrauch bieten Überwachungskameras, welche auf Koaxialkabel übertragen. Inzwischen gibt es via Koaxial Überwachungskameras in HD-Qualität. An Netzwerkkabel müssten jedoch Netzwerkkameras, häufig auch als IP-Kameras bezeichnet, angeschlossen werden. Diese sind bei vergleichbarer Kameraleistung teurer und benötigen 50 % mehr Strom. Fehlt ein Stromkabel, müssten PoE-IP-Überwachungskameras verwendet werden. Dabei erfolgt die Stromversorgung mit über das Netzwerkkabel. Allerdings steht dann nur eine begrenzte Leistung zur Verfügung. Eine klare Nachtsicht über 5 Meter zur Personenerkennung ist mit PoE-Kameras nicht mehr zu realisieren, Ereignisse können nachts bis 15 Meter beobachtet werden. Es wird empfohlen, ein Koaxial- und ein Niederspannung-Stromkabel zu verlegen, welches auch als kombiniertes Kabel (Kombikabel) erhältlich ist. Koaxial-Überwachungskameras liefern klare Nachtsicht bis zu 12 Meter, Ereignisse können bis 20 Meter gesehen werden. Wird eine stärkere Nachtsicht erwünscht, was jedoch selten vorkommt, raten wir zusätzlich noch zu 230 Volt an dem jeweiligen Installationsort der Überwachungskamera. 230 Volt ermöglichen dann Nachtreichweiten bis zu 100 Meter. IP-Kameras empfehlen wir nur dann, wenn bei einem großen und weitläufigen Gebäude bereits ein Netzwerk vorhanden ist und die Kamera einfach daran angeschlossen werden können, was eine aufwändige Verkabelung erspart.
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Kombi Koax- und Stromkabel
Empfohlen: Kombikabel Video und Strom

14) Strom vergessen beim Kabel verlegen

Häufig wird während der Bauphase die Stromversorgung für die Überwachungskamera vergessen und nur das Videokabel gelegt.

Strom
An den Strom denken!

Wie oben gilt bei Punkt 13) gilt hier auch, verwenden Sie unser Kombikabel, welches die Stromversorgung der Überwachungskamera gewährleistet. Es ist ein Niederspannungskabel und für eine Nachtsicht bis 20 Meter für Ereignisse und 12 Meter klar für Personen ausreichend. Wird eine stärkere Nachtsicht benötigt, sollten 230 Volt am jeweiligen Kamerainstallationsort vorgesehen werden. Damit können 100 Meter Nachtsichtreichweite erreicht werden.

Kombi Kabel und Steckdose
Empfohlen: Kombikabel mit Niederspannung zur Überwachungskamera verlegen oder Steckdose am Kamerastandort.

15) Überwachungskamera mit Ton und/oder Blinklicht

Oft besteht der Wunsch, Überwachungskameras mit Ton auszustatten. Oder die Kamera soll „blinken“.

Kein Ton
Nicht empfohlen: Kamera mit Ton

Ton sollte bei Überwachungskameras aller Arten nicht verwendet werden. Dieser ist verboten und vernichtet somit die Beweiskraft einer Videoüberwachung, da eine richterliche Auswertung nicht mehr erfolgen darf.

Überwachungskamera mit Blinklicht
Nicht empfohlen: Kamera mit Blinklicht

Blinkende Kameras sind unüblich und weisen vermeintliche Straftäter auf Attrappen hin. Denn nur bei Überwachungskamera-Attrappen sind Blinklichter üblich.



Inhaltsverzeichnis unseres Überwachungskamera Ratgebers:




Wozu eine Überwachungskamera?

Sie betreiben ein Autohaus und irgend jemand zerkratzt Ihnen nachts die teuren Neuwagen? Es klaut jemand Geld aus der Kasse und Ersatzteile aus der Werkstatt? Eine Anlage mit Überwachungskameras schreckt ab, klärt auf und kann Ihnen bei der Überführung der Täter helfen. Die nachfolgenden Statistik der Polizei zeigt Ihnen, dass die Zahl der Einbruchdiebstähle seit Jahren zunimmt und die Aufklärungsquote dabei abnimmt.

Bildpunkte Überwachungskamera

Sie kommen nach einem Familienausflug abends glücklich nach Hause und bemerken, dass Ihre Haustüre einen Spalt offen steht. Im Haus finden Sie alles verwüstet vor, Ihr Schmuck und der Flachbildfernseher sind weg. Die Zahl der Einbruchdiebstähle sowohl im privaten als auch im gewerblichen Umfeld nimmt seit Jahren zu. Ein wirklich guter Schutz ist die Überwachung mit Videokameras.

Abschreckung und Aufklärung von Straftaten

Hauptsächlich werden Überwachungskameras eingesetzt, um Straftaten aufzuklären.

An Bahnhöfen, öffentlichen Plätzen, in Schulen und in öffentlichen Verkehrsmittel usw. halten Videosysteme das Geschehen fest. Die Präsenz von Überwachungskameras sorgt bereits dafür, dass die Kriminalität zurück deutlich geht. Im Falle einer Straftat werden die Bilder ausgewertet, sodass sich der Tathergang aufklären lässt und die Täter erkannt werden. Sollte in der Nachbarschaft eine Straftat erfolgt sein, so besteht die Wahrscheinlichkeit, dass die Täter durch eine Überwachungskamera zufällig gefilmt wurden. Somit ist es schon oft gelungen, Straftäter zu überführen, obwohl die Tat an anderer Stelle begangen wurde.

Auch im privaten Umfeld wie in Betrieben, Supermärkten, Großmärkten oder Wohnanlagen usw. schützt die Videoüberwachung wirksam.

Bei Verdacht auf Diebstahl oder andere Straftaten können auch verdeckte Überwachungskameras oder Minikameras eingesetzt werden. Ohne das der Täter es mitbekommt, wird er bei seiner Tat gefilmt und kann überführt werden.

Einbruchsprävention

Sicher, der bekannteste Grund für eine Überwachungskamera ist schlicht, Haus und Hof zu schützen. Alle vier Minuten wird laut Statistik ein Einbruch in Deutschland verübt, um rund neun Prozent ist die Einbruchsrate 2012 gestiegen. Davon haben gut 61 000 tagsüber stattgefunden. Mit Überwachungskameras werden beispielsweise Gebäude ausgestattet, in denen ein Einbruch wahrscheinlich sein kann, sei es aufgrund der Lage in einem sozialen Brennpunkt oder weil in dem Gebäude selbst wertvolle Daten bzw. Gegenstände gelagert werden. Besonders nach einem bereits geschehenen Einbruch entscheiden sich Hauseigentümer oder Grundbesitzer für eine Videoüberwachung, da sie zu Recht die Befürchtung haben, dass weitere Einbrüche folgen könnten.

Aber auch wenn Menschen bedroht werden, ob an ihrem privaten Eingang oder auf öffentlichen Plätzen, kann eine Videoüberwachung helfen. Abschreckung und Aufklärung sind somit garantiert. Letztendlich verhindert Videoüberwachung auch zu 90 Prozent Straftaten wie Einbrüche, Drogenhandel, Gewalttaten und dergleichen mehr. Verübte Straftaten werden bis zu 95 Prozent aufgeklärt.

Für Personen, die sich aus beruflichen oder persönlichen Gründen für längere Zeit fernab ihrer Wohnung oder ihres Hauses aufhalten müssen, ist Videoüberwachung ebenfalls ein großes Thema. Wie sollten Sie sonst in dieser Zeit sicher sein, dass in Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus alles in Ordnung ist? Über das Internet kann durch die Überwachungskameras ein Blick auf das Geschehen geworfen werden.

Unabhängig von der Überwachung selbst werden Überwachungssysteme gern als Präventivmaßnahme verwendet. Eine scheinbar installierte Überwachungskamera gut sichtbar platziert, kann bereits auf potenzielle Gelegenheitstäter abschreckend wirken, sodass sie sich für das Haus des Nachbarn oder andere Häuser entscheiden.

Prozessbeobachtung

Neben dem Einbruchschutz kann Videoüberwachung als Kontrollfunktion dienlich sein. Komplizierte oder regulär ablaufende Prozeße werden oft über Überwachungskameras beobachtet. Sollte ein Prozeß ins Stocken kommen oder fehllaufen, kann durch die Aufzeichnungsfunktion einer Kamera beispielsweise der Hergang zurückverfolgt und anschließend analysiert werden. Gerade in der Industrie oder in Naturwissenschaften sind Überwachungskameras an der Tagesordnung. Einige davon sind sogar vorgeschrieben oder werden zumindest empfohlen, wie Sie es zum Beispiel bei den Leitlinien zur Gefahrenstoffverordnung nachlesen können.

Die Unfallverhütungsvorschriften schreiben im Paragraph 6 für Kassen, Banken, Spielotheken und Casinos Videoüberwachung direkt vor.

Beobachtung von Pflegebedürftigen

Ein ganz anderer Bereich für Überwachungskameras ist die Betreuung. Ob pflegebedürftige erwachsene Menschen, Kleinkinder und Babys - wer seine Lieben eine Zeit lang unter Beobachtung halten muß, greift nicht selten zur Videoüberwachung.

Tierbeobachtung

Ein weiterer Anwendungsfall sind Tierbeobachtungen z. B. zur Verhaltensforschung.

Warum nun Überwachungskameras?

Dank der modernen Technik, die in Überwachungskameras verbaut wird, können Sie Ihr Hab und Gut sowie Prozesse, Personen oder Tiere beobachten. Somit können Sie eingreifen, wenn es nötig ist oder das Gesehene wie bei der Wildtierbeobachtung einfach nur genießen.

Die Überwachung per Video kann Ihnen das mehr an Sicherheit geben und ebenfalls abschreckend wirken. Damit schützen Sie die Dinge, die Ihnen wichtig und wertvoll sind.

Wirkung und Gefahr von "Fake-Kameras"

Die Anschaffung einer Überwachungskamera-Attrappe scheint verlockend. Potentielle Täter sollen durch sogenannte "Fake-Kameras" zu geringen Anschaffungskosten abgeschreckt werden. Aber Vorsicht. Der Markt ist auf sehr wenig einzelne Modelle beschränkt und diese sind potentiellen Tätern sehr wohl bekannt. Somit wird signalisiert: Hier soll nur es etwas geschützt werden. Allenfalls "Eierdiebe" können mit diesen Überwachungskamera-Attrappen somit abschreckt werden. Die wohl bekanntesten Modelle haben zudem ein "rotes Blinklicht." Da aber echte Überwachungskameras niemals rot blinken, sieht es somit jeder technisch versierte Leihe, dass hier nur eine Überwachungskamera "simuliert" werden soll. Ein richtiger Einbrecher wird sich leider darüber "kaputt lachen" und seine Tat ggf. nun erst recht begehen. Attrappen, die per Motor ständig nach links und rechts schwenken, sind ebenso als "Fake" sofort erkennbar. Denn auch solche Überwachungskameras sind bei echter Videoüberwachung nicht üblich.

Überwachungskamera Attrappe
gängige Überwachungskamera-Attrappe mit Blinklicht

Hinweis:Der Einsatz von gängigen "Überwachungskamera-Atrappen" ist daher höchst gefährlich, da sie die Täter eher noch anziehen. Wenn man sich eine "Fake-Kamera" zulegen möchte, so empfehlen wir dringend dazu, originale Gehäuse von professionellen Überwachungskameras zu verwenden. Oder eine billige echte Überwachungskamera, ohne diese tatsächlich zu betreiben. Viele Fachanbieter für Videoüberwachung führen als Ersatzteile Leergehäuse, diese kosten nicht mehr als ca. 60 Euro. Das Leergehäuse füllt man dann mit einem optisch kameraähnlichen Innenleben, z. B. mit einem dunklen Karton mit einem ausgeschnittenen Kreis mittig hinter der Kamerascheibe, welcher das Objektiv simuliert. Billige Überwachungskameras gibt es alternativ z. B. bei E-Bay für ca. 20 Euro. Diese sehen allerdings nicht so massiv und abschreckend wie die Kamera-Leergehäuse aus. Am besten installiert man noch Kabel oder Kabelkanäle daran. Richtig clever ist es, derartige Leergehäuse oder Kameras mit Nachtsicht-LEDs zu verwenden und diese auch noch anzuschließen. Denn die LEDs sind bei Tageslicht von Außen durch die Scheibe sichtbar und sie glimmen angeschlossen dann sogar wie bei einer richtigen Nachtsicht-Videoüberwachung leicht rötlich im Dunklen. Selbst intelligente Täter werden dies für eine richtige Überwachungskamera halten. Diese Attrappe sollte dann selbst einem Profi nicht als "Fake" auffallen. Kamera-Leergehäuse mit Nachtsicht-LED sind ebenso erhältlich und verbrauchen nur ein Paar Watt Strom.

Achtung:Setzen Sie daher unbedingt bei "Fakes" auf gängige Leergehäuse, zumnidest auf eine echte Billigkamera. Und niemals, wirklich niemals, auf hinlänglich bekannten Attrappen. Vermeiden Sie auch unbedingt Überwachungskamera-Fakes mit rot blinkenden LEDs oder motorischen Bewegungen.

Fake-Kamera
Fake-Kamera in Form eines Profi-Überwachungskamera-Leergehäuse

Je nach Einsatzgebiet und Verwendungszweck gibt es verschiedene Arten von Überwachungskameras. Sie werden hinsichtlich ihrer Signalübertragung, Bauweise und Zusatzfunktionen unterschieden.

Analoge Überwachungskamera

Analoge Überwachungskameras nutzen für das Filmen von Bewegtbildern das sogenannte Interlaced- bzw. auf deutsch das Zeilensprung-Verfahren. Seit den 60ern wird dieses Verfahren in der analogen Video- und Fernsehtechnologie eingesetzt. Beim Zeilensprung-Verfahren, werden Bilder zeilenweise erzeugt. Hierfür tastet ein Elektronenstrahl Zeile für Zeile das Bild ab. Durch die Verwendung von lichtempfindlichen Materialien wird der Strahl weiter gelenkt. Er "springt" sozusagen vom Ende der einen an den Anfang der neuen Zeile - daher der Name "Zeilensprung" bzw. "Interlaced". Dieses Verfahren wurde speziell für die Fernsehübertragung entwickelt um ruckelfreie Bilder zu erzeugen und gleichzeitig Bandbreite bei der Übertragung zu sparen. Denn ein halbes Bild benötigt nur die Hälfte der Bandbreite.

Jedes einzelne Bild ist gerastert und in zwei Halbbilder getrennt, wobei das eine Halbbild in gerade und das andere in ungerade Zeilen unterteilt ist.

PAL-Überwachungskameras

Diese kabelgebundenen Kameras richten sich nach dem alten Fernsehstandard PAL. PAL steht für Phase Alternative Line, bei dem im Interlace-Verfahren (siehe Analoge Überwachungskamera) ein Bild in zwei Halbbilder und 625 Rasterzeilen (Scan Lines) aufgeteilt wird. Bei PAL werden pro Sekunde im Standard 25 Bilder (Frames) erzeugt. Die Bildbreite beträgt 4:3 (Breitbild). PAL wird in Deutschland, Brasilien und China angewendet. Neben PAL existieren weitere Fernsehstandards. Der bekannteste ist der amerikanische Fernsehstandard NTSC, der für USA, Japan oder Kanada gilt.

Retro PAL Fernseher
Retro-PAL-Fernseher

Seit über 20 Jahren gibt es Überwachungskameras, die das Standard-TV-Signal für PAL auf Koaxialkabel übertragen.

Bei analogen Überwachungskameras handelt es sich also um PAL-Fernsehkameras. Entsprechend dem PAL-Fernsehstandard wird bei ca. 575 TV-Linien die maximal darstellbare PAL-Auflösung erreicht. Überwachungskameras mit 540 - 700 TV-Linien bieten demzufolge PAL-Fernsehqualität. Kameras mit 420 TV-Linien vermitteln einen ca. 10 % unschärferen Eindruck. Günstige Kameras mit ca. 320 TV-Linien übertragen ein ca. 20 % unschärferes Bild, vergleichbar mit VHS-Videoqualität.

Sie können PAL-Überwachungskamera an einen Langzeitrekorder mit Festplatte anschließen. Üblicherweise ist dort ein Netzwerkanschluss vorhanden, der mit dem Router verbunden werden kann. So erhalten Sie Zugriff auf die Aufnahmen über ein Netzwerk und/oder Internet. Damit können Sie auch aus der Ferne auf PAL Überwachungskameras zugreifen. Dabei ist aber ein Recorder Pflicht.

Koaxialkabel
Koaxialkabel

Vorteile der PAL-Überwachungskamera sind die latenzzeitfreien (ruckelfreien) Livebilder. Nachteil: Zu jeder einzelnen Überwachungskamera müssen Sie ein eigenes Koaxialkabel legen.

Exkurs: HD-SDI als Alternative zu PAL-Kameras

HD-SDI steht für "High Definition Serial Digital Interface". Mit dieser Technologie können Sie hochauflösende Bilder sowie Ton und andere Daten via Koxialkabel übertragen. Diese HD-Kameras verwenden also die alten PAL-Kabel weiter. Somit wäre es möglich, analoge Videoüberwachungssysteme mit PAL-Kameras Schritt für Schritt durch neue HD-SDI-Kameras zu ersetzen, ohne auf Netzwerkkameras umzusteigen. Das spart Ihnen eine Menge an Kosten und Zeit bei der Umrüstung auf digitale Videoüberwachung. Seit 2012 sind die HD-SDI Kameras erhältlich.

HD SDI Interface
HD-SDI-Interface

Digitale Überwachungskamera

Digitale Kameras nutzen CMOS- oder CCD-Chips (siehe CMOS / CCD) zur Speicherung und Farbfilterung. Vor allem die Notwendigkeit hin zu digitalen Speichermedien wie Festplatte, SD-Karte oder USB-Stick hat den Ausbau der digitalen Kamera vorangetrieben. Eine digitale Kamera wandelt analoge Signale in Digitale um, die dann auf entsprechenden Datenträgern abgespeichert werden.

Netzwerk- und IP-Kamera

Netzwerkkameras können Sie direkt mit einem LAN (LAN = Local area network, zu deutsch: lokales Netzwerk) verbinden, das wiederum ans Internet angeschloßen werden kann.

Kamera im Netzwerk

Diese Digitalkameras enthalten bereits eingebaute Computerkomponenten wie CPU, RAM oder Flashspeicher (wie Festplatte), um Bild- und Tonsignale zu bearbeiten und bei Bedarf via E-Mail, SMS, MMS zu versenden. Im Unterschied zu Webcams, die eher für audiovisuelle Internetkommunikation genutzt werden, arbeiten Netzwerkkameras unabhängig von anderen Rechnern. Für den Internetzugriff werden sie direkt an den Router angeschloßen.

Ein integrierter Video-Web-Server mit entsprechender Software läßt die Kamera zu einem FTP-Server mutieren, mit dem sich Daten beispielsweise auf virtuelle Webspeichern transferieren lassen. Da das Übertragen der Daten im Netz über das Internet-Protokoll (IP) geschieht, wird die Netzwerkkamera auch als IP-Kamera bezeichnet. Je nach Art der Überwachungskamera und Angebote der Hersteller können Sie mittels Software (Vergleich: Firmware) Zusatzfunktionen einspielen, wie zum Beispiel Bewegungserkennung, PTZ-Funktion, Aufzeichnungen, Alarmfunktionen oder Updates.

Der Vorteil einer Netzwerkkamera liegt neben der Softwareaktualisierung ebenso im Fernzugriff. IP-Kameras können Sie mit der richtigen Software oder entsprechenden App auch über Laptop oder Smartphone bedienen.

Fernzugriff Überwachungskamera
Fernzugriff Überwachungskamera

Ein entscheidender Nachteil gegenüber den PAL-Kameras besteht darin, dass sie ins Netzwerk eingebunden werden. Bei jedem Netzwerk müssen Sie mit Latenzzeiten und kurzen Aussetzern rechnen. Die übertragenden Bilder ruckeln. Wie hoch die Latenzzeit ist, hängt Maßgeblich von der Qualität/Geschwindigkeit der Netzwerkverbindung ab. Je mehr Geräte involviert sind, umso stabiler muß das Netzwerk sein, damit Sie Aussetzer vermeiden.

Für eine Rund-um-Live-Übertragung eignen sich daher eher PAL- und SDI-Kameras.

Tipp:Wer nicht auf Netzwerkkameras bei einer Live-Übertragung verzichten möchte, sollte sich ein eigenes Netzwerk aufbauen, in welchem nur die zu verwendenden Gerätschaften für die Videoüberwachung eingebunden sind. Je weniger Geräte vorhanden sind, umso stabiler bleibt die Verbindung.

Funk- und WLAN-Kamera

LAN-betriebene Kameras gibt es auch als WLAN-, also kabellose Kameras. Je nach Qualität und Reichweite sollten höchstens drei IP-Kameras an ein WLAN angeschloßen sein. Der Empfangspegel am Installationsort sollte mindestens 60% betragen und kein weiterer intensiver Datentransfer im betreffenden Bereich vorhanden sein. Je näher die WLAN-Überwachungskameras dem zuständigen Router sind, desto weniger störanfälliger ist die Verbindung zwischen den installierten Geräten.

Ob Funk oder WLAN - bei beiden handelt es sich um eine kabellose Datenübertragung. 10 bis 30 Meter beträgt die Reichweite in Gebäuden. Das entspricht in etwa einer massiven Wand oder zwei bis drei Leichtbauwänden.

Achtung: Ist die Kamera im Wohnzimmer installiert, dann kann der Router über den Flur im Arbeitszimmer stehen. Für gewöhnlich sind nur 1-2 Leichtbauwände dazwischen. Ist die Funk-Kamera allerdings auf dem Dachboden montiert, dann reicht er Empfang sicherlich nicht bis zum Keller, da je nach Anzahl der Stockwerke zwei bis drei massive Stahlbetonböden dazwischen sind. Selbst wenn die Luftlinie nur 10 Meter beträgt.

Mit einem sogenannten WLAN-Repeater können Sie zwar die Reichweite strecken, jedoch verliert der Empfang an Stärke. Sowohl die Download- als auch die Uploadgeschwindigkeit verringern sich deutlich.

Durch bestimmte Modulationsverfahren gelangen Daten durch die Luft zum entsprechenden Endgerät. Je nach Frequenzbereich kann dies zur Beeinträchtigung der Funkverbindung kommen.

Durch eine gemeinsame Nutzung der Funkfrequenz, zumeist im Bereich von 2,4 GHz, blockiert das WLAN. Die Datenrate bricht zusammen. Das WLAN stört wiederum die Funkkameras. Bei analogen Funkkameras entstehen hier sogenannte Störstreifen. Digitale Funkkameras dagegen werden durch das WLAN in der Reichweite und in der Anzahl der zu übertragenden Bilder massiv beeinträchtigt. Daher entstehen Ruckelbilder und die oben genannte Funk-Reichweite wird weiter reduziert. Befinden sich weitere WLANs in der Nachbarschaft können diese ebenfalls Störungen hervorrufen. Und auch wenn zunächst kein WLAN vorhanden ist, kann deren spätere Anschaffung die Überwachungskamera in ihrer Funktionalität beeinträchtigen.

WLAN Überwachungskamera
WLAN-Überwachungskamera

Wenn Router (WLAN) oder Tuner (Funk) und Überwachungskamera sich in verschiedenen Räumen befinden, kann eine kabellose Überwachungskamera von Vorteil sein. Wichtig ist dabei, auf die Reichweite des Routers oder des Funkempfängers und die Störanfälligkeit des Signals zu achten.

Hinweis: Eines sollten Sie bei WLAN und Funk immer bedenken: Ohne ein sicheres Netz können Ihre Daten schnell in die Hände unautorisierter Personen fallen. Theoretisch reicht bereits eine netzwerkbetriebene Rückfahrkamera aus, die sich mit Ihrer Kamera auf gleicher Frequenz befindet, um ein Sicherheitsrisiko für Ihre Daten darzustellen. Einige Netzwerkkameras übertragen ohne Ihr zutun Bilder direkt ins Internet, auf spezielle Seiten des Herstellers. Achten Sie daher immer darauf, ein eigenes Passwort zu setzen, damit niemand mit dem Standardpasswort, welches jeder kennt auf Ihre Kamera zugreifen kann. Schauen Sie sich einmal die Ergebnisse folgender Google Suche an.

Um diese Worst-Case-Szenarien zu verhindern, besitzt jede Netzwerkkamera mindestens einen Passwortschutz. Bilder und andere Daten werden über eine sichere Leitung (SSL) im Internet verschlüsselt übertragen.

Bei geschloßenen Netzwerken gestaltet sich eine Übernahme oder ein Fremdzugriff etwas schwieriger. Jedoch ist auch hier Vorsicht geboten. Die Sicherheitsmechanismen wie Passwortschutz sollten Sie daher auch hier anwenden.

Powerline-Kamera: Netzwerkverbindung über das Stromkabel

Powerline Übertragung

Powerline ist eine andere Art, Kabel einzusparen. Powerline-Kameras bestehen aus einer Netzwerkkamera und einem Powerline-Adapter mit aktuell bis zu 500 Mbit. Werden die Netzwerkkameras mit dem Adapter an den Stromkreis angeschloßen, sind sie zugleich miteinander verbunden.

Überwachungskameras mit Kabel garantieren eine stabile Verbindung

Am störunanfälligsten sind Kabel-Überwachungskameras. Für eine Live-Übertragung rund um die Uhr sollten Sie PAL- oder HD-SDI-Kameras aufgrund ihrer latenzzeitfreien Übertragung den Netzwerkkameras vorziehen. Netzwerkkameras wiederum haben ihren Vorteil in der zeitnahen Übertragung der Daten durch LAN und Internet sowie der Möglichkeit zum regelmäßigen Update oder Austausch der Software.

Achten Sie bei der Verwendung von Netzwerk- oder Funkkameras auf die Sicherheit Ihrer Daten.

Bluetooth-Kamera nicht empfehlenswert

Für den Überwachungsbereich werden immer mehr Bluetooth-Kameras angeboten. Sie sind jedoch aufgrund der geringen Reichweite und jener Nachteile, die Funkverbindungen mit sich bringen, keine sichere Angelegenheit.

Überwachungskamera mit WLAN (outdoor)

IP-oder WLAN-Kameras für den Außenbereich (outdoor) werden immer öfter nachgefragt. Mit ihnen lassen sich kabellos Areale scannen, die als kabelgebundene Variante sehr viel Aufwand benötigen. So können Sie eine Überwachungskamera mit WLAN-Outdoor-Funktion in einen Baum hängen, unter einem Busch verstecken (bedenken Sie dabei jedoch den Aspekt versteckte Kamera oder an anderen Stellen platzieren, an denen keine Netzwerksteckdose zur Verfügung steht. Die WLAN-outdoor-Kamera unterscheidet sich von der WLAN-indoor-Kamera durch ein robustes wetterfestes Gehäuse. Daneben sollten Sie darauf achten, dass auch die Zugänge zum Inneren des Gerätes entsprechend gesichert sind, vor allem die Aussparungen für das Kabel. Dieses wiederum sollte wetterfest sein, wie zum Beispiel mit einem umhüllenden PVC-Mantel.

Hinweis: Eine Überwachungskamera mit WLAN benötigt immer guten Empfang. Zwei Schwachstellen haben sowohl Indoor- als auch Outdoor-Überwachungskameras bei jedem Gerät:

  • Funkkontakt kann gestört werden
  • Bildunterbrechungen möglich
  • zur Aufzeichnung ungeeignet

Diese drei Fakten sollten Sie immer im Auge behalten. Zur professionellen Videoüberwachung mit Kameraaufzeichnung können wir WLAN-Kameras leider nicht empfehlen. Alternativ und ohne Installation können Sie Kameras erhalten, welche über die Stromleitung das Bildsignal (Powerline) übertragen. Mehr zu den Risiken erfahren Sie im Abschnitt Funk- und WLAN-Kamera.

WLAN-outdoor-Kamera
WLAN-Outdoor-Kamera

Bauarten von Überwachungskameras

Überwachungskamera in der Straßenbahn

Je nach Einsatzgebiet und Funktion gibt es unterschiedliche Bauformen von Überwachungskameras. An öffentlichen Plätzen oder Firmengebäuden sind oft die gut sichtbaren Überwachungskameras mit Wandarm platziert. Für den Öffentlichen Personenfern- oder nahverkehr sind hingegen Domekameras häufig verwendete Typen. Für verdeckte Ermittlung wiederum eignen sich eher Minikameras oder getarnte Kameras.

Überwachungskamera mit Wandhalterung

Überwachungskameras mit Wandhalterungen (Wandarmen) sind allgegenwärtig auf öffentlichen Plätzen oder in Kaufhäusern zu finden. Aufgrund ihrer sichtbaren Platzierung dienen sie in erster Linie der Abschreckung. In dieser Bauform ist daher Überwachungskamera-Attrappe oder -Dummy sehr beliebt.

Gute Kameras mit Wandhalterung können zudem über eine starke Nachtsicht verfügen und kommen als rechteckige bis zylindrische Form oder Dome-Kamera vor.

Hinweis: Sollten Sie sich aufgrund Ihres geringen Budgets für eine Überwachungskamera-Attrappe entscheiden, sollten Sie darauf achten, diese täuschend echt aussehen zu lassen. Das ist oft leichter gesagt als getan. Hier ein paar Tipps:

Achten Sie auf ein robustes Gehäuse

Eine billige Nachahmung, zum Beispiel eine Plastikattrappe mit blinkender LED, erkennt selbst ein Gelegenheitseinbrecher.

Legen Sie von einer Attrappe Kabel zum Haus.

Auch wenn es inzwischen WLAN-Kameras gibt: Am authentischsten sind kabelgebundene Überwachungssysteme. Elektrische Geräte benötigen Strom.

Wählen Sie eine fest stehende Kamera-Attrappe.

Eine Überwachungskamera-Attrappe, die sich regelmäßig hin- und her bewegt, lässt bei genauerem Beobachten auf einen Fake schließen. Verwenden Sie daher eine feste Variante.

Attrappe und echte Kamera

Die Aufgabe einer Attrappe ist Abschreckung. Mehr vermag sie nicht. Sie wird Sie nicht schützen bzw. etwas aufzeichnen. Daher empfiehlt sich dennoch, eine echte Überwachungskamera zu verwenden. Einen Dummy könnten Sie an einer Stelle positionieren, die auffällig ist, um auf diese Weise von der echten Überwachungskamera ablenken.

Überwachungskamera mit Arm
Überwachungskamera mit Arm

Domekamera

Die Domekamera zeichnet sich durch ein zurückhaltendes Design in Kuppeloptik aus. Dank ihrem runden und oft undurchsichtigen Glas ist nicht zu erkennen, welchen Bereich sie gerade abtastet.

Sie ist sowohl für den Innen- als auch Außenbetrieb geeignet. Für den Innenbereich ist sie mit einem Kunststoffgehäuse ummantelt. Für ihre Funktion im Außenbereich wird sie mit einem Metallgehäuse versehen. Domekameras, die an Orten mit Tendenz zum Vandalismus eingesetzt werden, sind mit einem bruchsicheren Material geschützt.

Durch ihre Bauform besitzen einfache Domekameras wenig Raum für LED und sind daher anderen nachtsichttauglichen Überwachungskameras in dieser Hinsicht unterlegen. Selbst die besten Domekameras im Außenbereich weisen lediglich maximal 12 LEDs auf. Jedoch gibt es neben den einfachen Ausführungen auch sogenannte Speed-Dome-Kameras, die wesentlich mehr Funktionen innehaben.

Domkamera
Domkamera

Speed-Dome-Kameras

Diese Überwachungssysteme lassen sich leicht an ihrem Wandarm erkennen. Sie besitzen PTZ-Funktionen (siehe PTZ-fähige Überwachungskamera) und werden mit Steuerpult und Joystick gesteuert. Wie alle Domekameras ist ihre Erscheinung eher unauffällig. Andere Überwachungskameras mit Wandarmen fallen deutlich mehr auf.

PTZ-fähige Überwachungskamera

PTZ steht für Pan Tilt Zoom und bezeichnet Kameras, die sich schwenken und neigen lassen und zudem über Zoomfunktion verfügen. Die Steuerung kann automatisch erfolgen oder die Kamera wird fern gesteuert. Sie können sowohl an der Wand als auch an der Decke montiert werden. Zum Schwenken und Neigen brauchen PTZ-Kameras einen bestimmten Radius, den ihnen Wandhalterungen verschaffen. Fest angebracht, nutzen sie den Abstand zwischen Halterung und Wand oder Decke, um sich frei bewegen zu können.

Vorteil der PTZ-Technik liegt auf der Hand: Die Kamera kann viel mehr Bereiche abtasten und Personen sowie Objekte durch die Zoomfunktion und gegebenenfalls den Autofokus besser erkennen und abbilden. Preisintensive PTZ-Kameras verfügen zudem über ein Autotracking. Die Kamera folgt dabei dem Objekt, das sie bereits im Fokus hat.

PTZ Überwachungskamera
PTZ Überwachungskamera

Zwei Arten von PTZ-Kameras gibt es: PTZ-Kamera und PTZ-Dome-Kamera (Speed-Dome-Kamera). Während PTZ-Kameras aufgrund ihrer Bauform keinen 360-Grad-Schwenk ausführen können, ist das für PTZ-Dome-Kameras mit ihrer Kugelform kein Problem. Eine Dome-Kamera kann also eine Person von allen Seiten verfolgen, die sich um die Kamera bewegt. Sie verfügt über einen Schwenkgrad von 360 und einen Neigegrad von 180.

Einige Funktionen machen die PTZ-Kamera noch interessanter, dazu zählen sogenannte Presets sowie der E- und Auto-Flip.

Der Begriff "Preset" beschreibt voreingestellte Bereiche: Sie können also selbst bestimmen, welche Bereiche zuerst und welche als nächstes zu überwachen sind. 20 dieser Presets sind in der Regel einstellbar. Die Kamera beobachtet nach und nach die über die Einstellungen vorgewählten Plätze.

Mit E-Flip wird verhindert, dass Bilder auf dem Kopf stehen. Wenn zum Beispiel eine Person unter einer Dome-Kamera mit Autotracking läuft, wird beim Weiterbeobachten das Bild um 180 Grad gedreht.

Auto-Flip ist wiederum gut für normale PTZ-Kameras. Die mechanische Schwenk- und Drehsperre, die diese röhrenförmigen Kameras besitzen, wird umgangen. Dazu wird beim Auto-Flip nach 180 Grad in die andere Richtung umgeschwenkt, wodurch zumindest ansatzweise die 360 Grad erreicht werden können.

Wann sind PTZ-Kameras sinnvoll?

PTZ-Kameras sind geeignet für große überschaubare Räume, in denen keine größeren Gegenstände die Sicht versperren. Und wo es nötig sein kann, Bilder von Objekten oder Personen detailgenauer (mittels Zoom) darzustellen. Durch Autotracking ist sogar die Verfolgung von Objekten möglich.

Vorteil der PTZ-Technik ist, dass große Bereiche gescannt werden können.

Nachteil der Schwenk- und Neigen-Funktion besteht darin, dass Bereiche, welche die Kamera gerade nicht abtastet, unbeobachtet bleiben.

Minikamera / getarnte Kamera

Minikameras sind besonders kleine Kameras mit Objektivöffnungen, die meistens nur ein paar Millimeter betragen. Zu ihnen gehört der Türspion. Sie werden häufig für Aktivitäten im Bereich Spionage eingesetzt. Trotz ihrer Größe und je nach Preisklasse können Minikameras mit Bewegungserkennung ausgestattet sein und eine gewisse Nachtsicht erreichen. Oft wird auch ein Endoskop zur Abtastung von unerreichbaren Hohlräumen mit einer Minikamera versehen.

Beliebte Verstecke für Minikameras sind USB-Sticks, Wecker, Kugelschreiber oder die Armbanduhr. Der Kreativität des Anwenders ist es überlassen, die Minikameras gut zu tarnen. Legendär ist der Einbau in Verteilerdosen. Ihrer Funktion nach ist eine Mini-Überwachungskamera eine Funk- oder kabellose Netzwerkkamera. Im Außenbereich an Gebäuden ist auf einen Wetterschutz zu achten. Aber auch besonders kleine Überwachungskameras können bereits als wettergeschützte Kameras erhältlich sein.

Bei einer verdeckten oder getarnten Überwachungskamera ist die Kamera selbst in einem Gegenstand eingebaut. Diese sogenannten Spionagekameras können aus einem Kameramodul und Gegenstand bestehen. Das Modul kann nicht selbstständig, sondern nur innerhalb des Objektes funktionieren. Andererseits gibt es Gegenstände, in der eine eigenständige Minikamera platziert wird. Diese sind dann entsprechend getarnt und für das menschliche Auge völlig unsichtbar. Neben den bereits erwähnten Objekten wie Kugelschreiber oder USB-Stick sind Feuerzeug und Tischuhr ein geeignetes Modulgehäuse für eine Spionagekamera. Auch Rauchmelder sind beliebte Gegenstände für die Unterbringung von getarnter Überwachungstechnik.

Überwachungskameras zur Dauerüberwachung werden meist mit Bewegungsmelder und/oder Geräuschaktivierung ausgestattet. Damit beginnt die eigentliche Videoüberwachung erst, wenn Schritte oder Geräusche zu vernehmen sind.

Eines der besten Verstecke für getarnte Kameras sind Rauchmelder. Rauchsensoren oder Feuermelder haben in jedem öffentlichen Gebäude installiert zu sein und sind immer an der Decke angebracht. Aus der Vogelperspektive heraus ist Beobachtung möglich. Eine Überwachungskamera innerhalb eines Rauchmelders hat demzufolge eine gute Sicht auf ihre nähere - je nach Deckenhöhe auch entferntere - Umgebung.


Wenn Sie nun wissen, ob Ihre Kamera eine PAL-, SDI- oder Netzwerkkamera sein und welche Bauform sie haben soll, fehlt es Ihnen gegebenenfalls noch an der Aufzeichnung.

Kamera mit Aufzeichnung und Langzeitrekorder

Netzwerkkameras, PAL- und SDI-Kameras oder die Empfänger der Funkkameras werden an Langzeitrecorder angeschlossen, welche die Aufzeichnung übernehmen. Bei allen professionellen Videoüberwachungsanlagen kommen derartige zentrale Langzeitrecorder zum Einsatz, die die Aufnahme von 1 – 32 Kameras übernehmen. Der Vorteil im Gegensatz zu Kameras mit Speicher ist, dass mehrere Kameras zentral aufzeichnen und Sie alle Aufzeichnungen auch live betrachten können. Zudem ermöglichen Festplatten ein Vielfaches der Aufzeichnungszeit von Speicherkarten.

Bei voller Festplatte werden die ältesten Aufnahmen gelöscht, um Platz für die neuen zu schaffen. Datenschutzfunktionen ermöglichen zudem, dass nach einer gewissen Anzahl von Tagen die Aufnahmen gelöscht werden. Somit lässt sich eine Überwachungskamera-Aufzeichnung an Datenschutzrichtlinien oder Vorgaben des Betriebsrates anpassen.

Moderne Recorder realisieren nicht nur die Aufzeichnung der Überwachungskamera. Deren Netzwerkanschluss verschafft parallel den Zugriff über das Netzwerk und Internet – mit Windows, Mac, Tablets oder Smartphone. Dabei können Sie auf die Überwachungskameras live oder auf die Aufzeichnungen zugreifen.

Tipp: Langzeitrecorder sind heutzutage sehr energieeffizient, Vier-Kanal-Geräte benötigen nur ca. 25 Watt.

Kamera mit integrierter Speicherkarte – eine Alternative?

Neben der Möglichkeit, sich ein Videoüberwachungssystem aus Recorder und Kamera anzuschaffen, gibt es auch sogenannte Speicherkameras, die bereits mit einer Speicherkarte ausgestattet sind. Genauer gesagt, ist bei Speicherkameras ein SD-Recorder bereits in die Überwachungskamera oder im Empfänger der Funkkamera eingebaut.

Damit sparen Sie sich ein Gerät mehr, das Sie positionieren und mit einem Kabel verbinden müssen.

Der Vorteil ist, dass eine Videoüberwachung mit Aufzeichnung dezentral und ohne Infrastruktur geschaffen werden kann. Nachteilig ist, dass zur Auswertung die Speicherkarte aus der Überwachungskamera entnommen werden muss.

Als Filme kommen die Videoaufnahmen auf SD-Karte. So können Sie sich Ihre Videoaufnahmen sichern und sie im Notfall als Beweismittel heranziehen oder zur Analyse des Tathergangs verwenden. Günstige Speicherkameras lassen die Aufnahme auf 4 GB Karten zu, hochwertige auf bis zu 32 GB. Sollten Sie nicht alle Aufnahmen benötigen, verfügen die Speicherkameras über eine Endlosaufnahme, auch Ringspeicher genannt. Bei voller Speicherkarte werden die ältesten Aufnahmen gelöscht. Im Regelbetrieb läuft die Aufzeichnung im Ringspeicher, nur bei Ereignissen wird die Karte zur Auswertung entnommen.

Wie oben schon erwähnt, sind zahlreiche Überwachungskameras Netzwerkkameras. Alle Netzwerkkameras verfügen über ein Softwarepaket, welches die Aufzeichnung der jeweiligen Produktfamilie mit einem Windows-PC ermöglicht. Nachteilig dabei ist, dass ein Computer dazu benötigt wird und nur die Netzwerkkamera-Familie des betreffenden Herstellers verwendet werden kann.

Tipp: Inzwischen sind vereinzelt auch herstellerübergreifende Softwarepakete wie der Klassiker PCGo1984 erhältlich. Diese sind in der Anschaffung jedoch nicht billig.

Langzeitrecorder für Netzwerkkameras

Neuerdings setzen sich Langzeitrecorder für Netzwerkkameras, sogenannte NVR, durch. Diese können herstellerübergreifend für Netzwerkkamera-Aufzeichungen verwendet werden, da sie die meisten IP-Kameras direkt unterstützten. Weiterhin etabliert sich momentan der Onvif- und RSTP-Standard für Netzwerkkameras und NVR. Daher können alle Onfiv-Kameras mit allen Onfiv-NVR aufzeichnen. Effizienterweise sorgt bei NVR und Aufnahmesoftware eine Bewegungserkennung dafür, dass nur bei Bildänderungen aufgezeichnet wird. Die einstellbare Nachlaufzeit bestimmt, wie lange Aufnahmen nach der letzten erkannten Bildänderung weiterlaufen. Der Voralarmspeicher ermöglicht, dass Aufzeichnungen bereits wenige Sekunden vor der Bewegungserkennung beginnen, und auch hier gibt es die automatische einzustellende Löschfunktion, sodass Datenschutzlinien eingehalten werden können.

Hinweis: Viele Netzwerkkameras verfügen über die Möglichkeit, auf SD-Speicherkarten oder auf NAS-Laufwerke im Netzwerk (Speicherplatz im Netzwerk) die Videoaufzeichnungen abzulegen.

Allerdings kann bei HD-Überwachungskameras damit keine vollwertige Aufnahme erreicht werden. Da die Rechenleistung einer Netzwerkkamera begrenzt ist, entstehen bei Bewegungserkennung entweder nur kurze Videoclips (z. B. 15-Sekunden-Video, 20-Sekunden-Pause, 15-Sekunden-Video …) oder eine Serie von Fotos.

Vollwertige durchgängige Aufzeichnungen sind nur mit passenden NVR oder der Windows-Software möglich. Diese nehmen bei der Aufnahme der Kamera das Handling ab, sodass der Rechner in den Netzwerkkameras damit nicht zusätzlich belastet wird. Nur so können unterbrechungsfreie Videos mit Netzwerkkameras aufgenommen werden. Deshalb sollten die NVR- oder Windows-Aufzeichnungen Pflicht sein. Die SD-Aufnahme kann nur als Backup dienen.

Hinweis: NVR statt NAS nutzen. Viele NAS bieten über Zusatzlizenzen die Unterstützung von Netzwerkkameras an. Manchmal wird jedoch dabei die Bewegungserkennung nicht unterstützt. Eine durchgehende Aufnahme wird nicht empfohlen, da die Festplatten dann schnell voll werden, nur ein geringer Zeitraum aufgenommen werden kann und die Auswertung der Überwachungskamera-Aufzeichnungen extrem schwierig wird. Ohne Bewegungserkennung müssten Sie die gesamte aufgezeichnete Zeit sichten, um ein Ereignis zu finden.
Tipp: Achten Sie darauf, dass entweder die Bewegungserkennung der Netzwerkkamera in der Kompatibilitätsliste ausdrücklich vorhanden (angekreuzt) ist oder die Lizenz über eine eigene Bewegungserkennung verfügt. Meistens ist es effektiver, die Aufzeichnung einem kompatiblen NVR zu überlassen. Die Anschaffungs- und Stromkosten (nur 25 Watt) sind meistens geringer und die Ausstattung, z. B. Internet-Fernzugriff meistens besser als ein entsprechend erweitertes NAS.

Für und Wider NVR und PC-Festplatte

Wie schon erwähnt, verbrauchen NVR sehr wenig Strom. So sind Geräte bereits mit einer Stromaufnahme von ca. 25 Watt erhältlich.

PCs dagegen benötigen ein Vielfaches an Strom, bestechen aber durch die Realisierungsmöglichkeiten von großen Festplatten-Verbunden sowie deren Auswertung an anderen Orten. Daher kann die komplette Videoüberwachung z. B. eines Bahnhofes durch die Entnahme einer gespiegelten Festplatte vollständig an anderem Orten ausgewertet werden, z. B. in der Dienststelle der Bundespolizei.

Überwachungskamera mit Monitor

Mit einem Monitor haben Sie live das Geschehen vor sich auf dem Bildschirm. Sicherheitskräfte nutzen diese Art des Überwachungssystems. Auch für den Heimgebrauch ist die Kombination aus Kamera und Monitor zu empfehlen. Dabei muss die Funktion nicht einmal Bewachung bedeuten. Gut und gerne ist für Kamera mit Monitor die Funktion Beobachtung treffender. Ob Ihr Kleinkind im Nebenzimmer spielt, Ihre Tante schwerkrank in der oberen Etage Ihres Hauses liegt oder Ihre Katze allein in der Wohnung ist – für unter anderem diese Situationen ist eine Live-Betrachtung am Monitor empfehlenswert. Monitore können direkt an Langzeitrekorder angeschlossen werden. Oder man verwendet einfach ein Tablet, um über das heimische Netzwerk zu beobachten.

TFT-Monitor als Zubehör für die Überwachungskamera

Entscheiden Sie sich für eine Überwachungskamera mit Monitor, bekommen Sie einen TFT-Monitor bzw. LCD-Monitor. Die Größe liegt um die 7 Zoll bis 10 Zoll. Je größer der Bildschirm, umso preisintensiver ist das Überwachungssystem.

Funküberwachungskamera und Monitor sind natürlich auch als Einzelset erhältlich. Vor der Kaufentscheidung sollten Sie sich mit den Risiken einer Funkkamera und ihrer über Funk angesteuerten Komponenten vertraut machen – mehr dazu unter Kabellose vs. kabelgebundene Kameras.

Funkkamera mit Monitor
Funkkamera mit Monitor


Am Anfang sollten Sie klären, welchen Typ Überwachungskamera Sie verwenden möchten. Dabei ist unter anderem auch die Festlegung auf Außen- und Innenbereich entscheidend. Wo soll die Kamera angebracht werden? Welche Licht- und Wetterverhältnisse herrschen dort in der Regel? Diese Entscheidung bestimmt, welche Funktionen die Überwachungskamera mindestens haben sollte.

Überachungskamera Objektiv
Ein Objektiv

Neben Lichtstärke und Blenderegelung sind ebenso Schärfentiefe und Brennweite elementare Größen. Die Brennweite bestimmt, wie groß der Bildausschnitt werden soll. Eine hohe Brennweite holt das abzubildende Motiv näher heran. Im Innenbereich wird eher eine kleinere Brennweite verwendet. Je geringer die Brennweite, umso größer der Weitwinkel, umso mehr Raum kann auf dem Video erkannt und überwacht werden.

Zudem ist eine gute Bilddarstellung abhängig von der Wahl der Objektive. Eine Kamera, die beispielsweise an sonnenreichen Plätzen positioniert wird, sollte über blendengesteuerte Objektive verfügen. Für dunklere Bereiche (Schummerlicht) ist hingegen der Faktor Lichtstärke bzw. die Lichtempfindlichkeit wichtig.

TVL und Megapixel

Die Kamera selbst sollte über eine große Anzahl echter Pixel (Bildpunkte) und damit eine hohe Bildauflösung verfügen. Die Bildauflösung kann neben den Bildpunkten in Zeilen und Spalten angegeben werden. Zu letzterem gehört auch die TV-Auflösung PAL. 320 Zeilen pro Bild kann beispielsweise eine PAL-TV-Überwachungskamera SD (Standard) generieren (siehe Analoge Überwachungskamera).
Die Firma Sony ist noch einen Schritt weitergegangen: Kameras von Sony Effio erstellen mit 960 Zeilen pro Bild (960h) eine dreifache Zeilenanzahl und damit eine höhere Bildauflösung.

PAL-TV-Auflösung (Standard)

Seit ca. 20 Jahren sind analoge Überwachungskameras und Videoüberwachungssysteme verbreitet, welche das analoge PAL-TV-Signal im 4:3 Format und in einer Auflösung von ca. 0,44 Megapixeln übertragen. Die Auflösung wird in TV-Linien angegeben, dass PAL-Signal läßt 560 TV-Linien entsprechend ca. 752 x 582 Pixeln zu. Überwachungskameras dieses Typs übertragen 420 - 700 TVL.

420 TVL Pal Analog Überwachungskamera
420 TVL Pal Analog Überwachungskamera

Sony hat das genannte PAL-Signal „aufgebohrt“, in dem die Auflösung auf 700 TVL erhöht wurde. Übliche Langzeitrecorder unterstützen jedoch nur 560 TV-Linien, sodass erst einmal nicht von einer sichtbaren Qualitätsverbesserung gesprochen wird. Da die Überwachungskamera als Videoquelle höher auflöst als die Aufzeichnung, wirkt das Bild im Videoüberwachungßystem trotzdem geringfügig schärfer, da es bedingt durch die analoge Übertragung weniger oder fast keine Verluste (mehr) gibt.
Sie können es mit der früheren Aufnahme auf einfache Musikkassetten vergleichen: Deren Aufnahmen von CD klangen trotzdem besser als vom UKW-Radio, obwohl physikalisch die Kassette in etwa nur die Radio-Qualität schaffte.
Weiterhin verfügen die Effio-Chips von Sony über sehr gute Farb-, Kontrast-, und Lichteigenschaften, sodass die Qualität einer solchen Überwachungskamera „gefühlt“ höher ausfällt - auch wenn die Aufzeichnung nur mit 560 TVL stattfindet.
Hochwertige PAL-Langzeitrekorder unterstützen zudem 700 TVL, sodass die 140 TVL rein mathematisch mit aufgezeichnet werden. Einen Quantensprung in der Videoauflösung sollten Sie sich hier jedoch besser nicht versprechen, da sich die Detailerkennung nur unwesentlich erhöht.

720 TVL Pal Überwachungskamera
Überwachungskamera-Auflösung 700 TVL

Bei hochwertigen PAL-Überwachungskameras mit entsprechend guter Optik ist die Erstellung eines Fahndungsbildes in max. 3,70 Meter breiten Bildausschnitten möglich, bei einer günstigen Überwachungskamera sollten 3 Meter angesetzt werden. Eine wirksame Qualitätssteigerung bezüglich der Detailauflösung ist erst bei einer Überwachungskamera mit Megapixel-Auflösung gegeben.
Der einzige Vorteil von analogen Kameras sind die niedrigen Anschaffungskosten (Überwachungskamera und Aufzeichnung) sowie Austauschbarkeit. Bislang bestehende Kameras können bei einem Defekt oder Verschleiß zeitnah ausgetauscht werden.

Bei Neuanschaffungen bieten Überwachungskameras mit 2 Megapixeln das bessere Preis- / Leistungsverhältnis.

1,3 Megapixel - der erste Qualitätssprung

Überwachungskameras mit 1,3 Megapixeln werden eher selten verwendet, da eine 2-Megapixel-Kamera nur unwesentlich mehr kostet. Sie sind als Netzwerkkamera erhältlich und stellt den ersten wesentlichen Qualitätssprung zu den PAL-Kameras dar. Fahndungsbilder sind in maximal 5 Meter breiten Bereichen möglich.

1.3 Megapixel Überwachungskamera
1.3 Megapixel Überwachungskamera

2,0 Megapixel - ein Standard etabliert sich

Überwachungskameras mit 2 Megapixel-Auflösung setzen sich zunehmend als Standard in Videoüberwachungssystemen durch. Eine 2 Megapixel Überwachungskamera ist als Netzwerkkamera (für Netzwerke) oder als SDI-Kamera (Übertragung per Koaxialkabel) erhältlich. Die unterschiedlichen Übertragungsverfahren sowie deren Vor- und Nachteile sind in der Rubrik „Überwachungskamera-Signalübertragung“ beschrieben. Fahndungsbilder sind im 4:3 Format der 2,0-Megapixel-Netzwerkkameras in bis zu 7 Meter breiten Bereichen möglich. Im Falle der SDI-Überwachungskameras im 16:9- Format darf der Bildaußchnitt dazu 7,50 Meter breit sein. 

Netzwerkkamera 2 Megapixel
Netzwerkkamera 2 Megapixel
SDI Überwachungskamera 2 Megapixel
SDI Überwachungskamera 2 Megapixel

Vorteile von 2-Megapixel-Kameras sind, dass sie auf die Auflösung bezogen über das beste Preis-/ Leistungsverhältnis verfügen. Weiterhin sind passend zu diesen Überwachungskameras Netzwerk- oder SDI-Rekorder preiswert und energieeffizient verfügbar, somit müssen keine teuren und energiehungrigen PCs zur Aufzeichnung bereitgestellt werden.

3 - 5 Megapixel - die schärfsten Überwachungskameras

Wird mehr Detailerkennung erforderlich, sind Netzwerkkameras bis zu 5 Megapixel erhältlich. Bei 3-Megapixel-Kameras können Sie Personen in bis zu 9,40 m breiten Bildaußchnitten identifizieren.

3 Megapixel Überwachungskamera 50 Grad 10m entfernt
3 Megapixel Überwachungskamera 50 Grad 10m entfernt

Bei 5 Megapixeln ist es sogar möglich, Personen in bis zu 12,50 m breiten Überwachungskamera-Bereichen zu erkennen.

5 Megapixel Überwachungskamera 75 Grad 10m entfernt
5 Megapixel Überwachungskamera 75 Grad 10m entfernt

Höhere Detailerkennung durch HD-Kameras

Eine höhere Auflösung, also mehr echte Pixel pro Bild, als die bereits genannten erreichen Sie mit einer HD-Überwachungskamera. Dabei beträgt die Auflösung 1080i bzw. 720p. Eine gute Kamera mit 1,3 Megapixel reicht hierfür schon aus, wenn sie HD-fähig ist, also hochauflösende Bilder erstellt.
Die Einheit P bedeutet so viel wie „progressive“ und steht als Alternative dem Interlace-Verfahren (i) gegenüber.

Während beim Interlace Bilder in Halbbilder eingeteilt werden (siehe TVL und Megapixel), wird beim Progre&ssive-Verfahren mit Vollbildern gearbeitet. HD (P) hat den theoretischen Vorteil, dass mit dieser Methode das berüchtigte Zeilenverschieben (Flimmern) entfällt. Jedoch wird eine hohe Rechenleistung benötigt, sodass es doch zu Artefakten (Fehlern auf dem Bildschirm) kommen kann.

Lichtempfindlichkeit

Die Lichtempfindlichkeit ist die Angabe der geringsten Beleuchtung, die eine Kamera benötigt, um Bilder machen zu können. Daher wird Sie oftmals auch als Mindestbeleuchtung oder Lichtstärke angegeben. Die Lichtstärke wird in Lux (lat. für Licht) gemessen. Maßeinheit wird mit F angegeben. Wie oben bei CCD und CMOS schon erwähnt, steht und fällt die Bildqualität mit dem Lichteinfall auf das Objektiv, der in den Chip weitergeleitet wird. Je mehr Licht also im Moment der Aufnahmen zur Verfügung steht, umso besser ist die Chance auf gute Ergebnisse. Bei schwachem oder gedämpftem Licht sollten Sie über den Einsatz einer Kamera mit Infrarot-LED nachdenken. Objektive mit einer Lichtstärke von F1.2 bis zu F1.0 bringen unter diesen Bedingungen die besten Bilder zustande. Sind allerdings deutlich kostenintensiver.

Überwachungskamera 1:2.8 Objektiv
Überwachungskamera 1:2.8 Objektiv

Zahlreiche Faktoren haben Einfluß auf die Lichtempfindlichkeit, allen voran die Beleuchtungszeit und Wahl des Objektivs sowie des Bildsensors (CCD / CMOS).
Für die Auswahl einer Kamera nach ihrer Lichtstärke kommt erschwerend hinzu, dass es keinen einheitlichen Standard gibt. Defacto ist es so, dass die Hersteller ihre eigenen Tests durchführen und anhand dieser die Luxwerte bemeßen.

Vorteilhaft haben sich hochwertige Objektive von renommierten Herstellern (Beispielsweise Carl Zeiss) gezeigt, da hier relativ objektive Tests vorhanden sind.

Blickwinkel und Reichweite

Der Blickwinkel (Bildwinkel) einer Kamera gibt an, wie viel Raum Sie in einem Bild „einfangen“ können. Bei einem Bildwinkel von 60 Grad werden alle Objekte abgebildet die sich 30 Grad links und 30 Grad rechts der Kamera befinden. Stellen Sie sich vor, Sie wollen in Ihrem Wohnzimmer ein Familienvideo drehen, auf dem viele Personen Platz finden müssen. Da kann es bei einem kleineren Blickwinkel vorkommen, dass Oma oder Opa an der Seite aus dem Bild „fallen“.
Bei einer Überwachungskamera ist das Prinzip das gleiche. Was die Kamera nicht erfassen kann, bleibt unbeobachtet. Je nach Größe und Verwinkelung Ihres zu bewachenden Raumes bieten sich Kameras an, die einen Weitwinkel von bis zu 175 Grad erreichen. Die gebräuchlichsten Grade liegen bei einer Kamera etwa zwischen 30 bis 80 Grad.
Die Reichweite ist wichtig für die Identifikation in weiter Entfernung. Je höher die Reichweite der Kamera ist, umso deutlicher werden Objekte oder Personen erkannt. Dabei spielt die Scharfstellung der Kamera, also die Brennweite eine entscheidende Rolle.

Brennweite und Zoomfaktor

Die Brennweite gibt an, wie weit Sie mit Ihrer Überwachungskamera zoomen können. Sie wird in Millimetern berechnet. Beim Zoomen sollten Sie jedoch nicht den Bildwinkel vernachlässigen. Je höher der Zoom eingestellt ist, umso kleiner wird der Blickwinkel und umso weniger können Sie auf ihrem Bild sehen. Das angezoomte Objekt wird in den Fokus gestellt. Die Kamera stellt sich auf genau diesen Abschnitt im Bild ein. Die meisten Pixel werden nun in diesem Abschnitt generiert, das heißt, die Auflösung wird in diesem Bereich höher, das Bild an der Stelle schärfer. Die Umgebung fällt entweder ganz aus dem Bild oder wird unscharf.

Zoom bei Überwachungskameras
Zoom bei Überwachungskameras

Tipp: Achten Sie auf die Angabe beim optischen Zoom. Oft genug prahlen die Hersteller mit Zoomfaktoren jenseits aller Vorstellungen. Dabei handelt es sich im Allgemeinen um den digitalen Zoom. Beim digitalen Zoom wird nicht das Bild mittels Objektiv vergrößert, sondern der gewählte Bildaußchnitt wird technisch vergrößert (interpoliert). Das bedeutet, dass Pixel rein rechnerisch hinzugefügt werden, die es vorher nicht gab.

Sie können sich diese Methode so vorstellen, wie bei einem Puzzle, bei denen Ihnen Teile fehlen. Sie legen andere aus ähnlichen Puzzles hinzu und können so Ihr eigenes vergrößern. Jedoch wird es nicht mehr das Original sein.
Bei dem optischen Zoom hingegen erhalten Sie die gewünschte Abbildung.

Blende einer Überwachungskamera
Blende einer Überwachungskamera

Aber auch hier sind Grenzen gesetzt. Je größer der Zoombereich wird, desto eher kann das Bild verwackeln. Bei einer Zoomstufe jenseits der 100mm bietet sich die Verwendung eines zusätzlichen Bildstabilisators (Stativ/Halterung) an. Zudem benötigt die Kamera eine enorme Rechenleistung, die sie oft nur fehlerhaft aufbringen kann. Jedes noch so kleine Zittern - eine wackelnde Halterung oder eine Windböe genügt - hat Auswirkungen auf die Erstellung des Bildes. Hier ist weniger mehr!





Wie anfangs bereits erläutert, sind Überwachungskameras in vielen Bereichen anzutreffen. In der Sicherheitstechnik sind die größten Bereiche die des Einbruchschutzes und der Aufklärung eines Tathergangs.

Vorteile

Die Abschreckung von Gelegenheitstätern und die Dokumentation von Ereignissen stehen hier ganz vorn. Ob es der Nachbar oder ein Reh war, der für das Loch im Zaun verantwortlich ist, läßt sich schnell herausfinden.
Aufgrund dieser Möglichkeit zur Dokumentation gibt es einen finanziellen Vorteil, der sich nach der Anschaffung der Kamera und trotz Betriebskosten bald amortisiert. Denn Versicherer bieten Prämien für Policen oft günstiger an. Schließlich sind mit Kameras überwachte Bereiche deutlich weniger von Kriminalität betroffen. Weiterhin ist die Anschaffung bei Gewerbetreibenden von der Steuer absetzbar.

Sichtbare überwachungskameras können ca. 90 Prozent der Kriminalität verhindern und zur Aufklärung beitragen Der Sicherheitsgewinn (gerade an sozialen Brennpunkten) und das gute Gefühl stellen die Anschaffungs- und Betriebskosten bald in den Schatten.

Apropos Betriebskosten: Eine moderne Kamera benötigt nur wenige Watt, um zu funktionieren.

Ein Beispiel:
Wir testen ein System mit vier Profi-Tag/Nacht-Außenkameras (Infrarot) mit internetfähigem Langzeitrecorder und Kabel (Wert etwa 700 Euro). Das komplette System benötigt etwa 70 Watt täglich und somit kaum mehr als eine 60-Watt-Glühbirne aus alten Zeiten.

Die Stromkosten bei € 0,25 kW/h belaufen sich auf etwa 0,45 Euro täglich. Dies entspricht in etwa ca. 165,00 Euro jährlich.

Nachteil

Das größte Bedenken besteht bei vielen in der Gefahr, durch Überwachungskameras erst recht organisiertes Verbrechen anzulocken. Immerhin suggeriert Videoüberwachung, dass etwas Wertvolles bewacht werden muß.
Da gut 90 Prozent aller Einbrüche Gelegenheitstaten sind, könnten diese jedoch gemindert werden. Denn, wie schon erwähnt, wirken Überwachungskameras abschreckend.

Zusammenfaßung der Vor- und Nachteile

Vorteile:

  • Einbruchschutz als Präventivmaßnahme durch Abschreckung von Gelegenheitstätern.
  • Schutz vor Bedrohung, Entführung, Fahrerflucht, Raserei und Gewalttaten.
  • Dokumentation und Beweissicherung des Geschehens.
  • möglicher Rabatt bei Versicherungen (Kulanzsache).
  • Anschaffung steuerlich absetzbar bei Gewerbetreibenden.
Nachteil:
  • Bedenken, organisiertes Verbrechen anzuziehen.

Überwachung durch Kameras zeichnet personenbezogene Daten auf (Erscheinungsbild oder Gesundheit) und kann unter Umständen Angaben über personengebundene Sachverhalte machen (Verhaltensweisen, Wohnort). Daher sind bei Videoüberwachung Datenschutz und Persönlichkeitsrechte eine wichtige Angelegenheit für Datenschützer und durch verschiedene Gesetze geregelt:

  • Allgemeines Persönlichkeitsrecht: Recht auf Achtung und Entfaltung der eigenen Perssönlichkeit
  • Recht auf informationelle Selbstbestimmung: das Recht des Einzelnen, die Verwendung seiner personenbezogenen Daten selbst zu bestimmen
  • Arbeitnehmerdatenschutz: allgemeines Perssönlichkeitsrecht und Recht auf informationelle Selbstbestimmung als Arbeitnehmer
  • Datenschutzgesetze der Bundesländer: länderspezifische Gesetze zum Datenschutz
  • Bundesdatenschutzgesetz (BDSG): bundesweit geltende Gesetze zum Datenschutz

Videoüberwachung privat

Eine Nutzung von Überwachungskameras im privaten Raum ist grundsätzlich erlaubt, so lange Aufzeichnung und Bildausschnitt nur das Privatgelände abbilden. Sollte Ihre Kamera jedoch auf eine öffentliche Straße zeigen, werden öffentliche Interessen berührt.

Wo kann ich eine Überwachungskamera installieren?

Sie können daher eine Überwachungskamera überall an Ihrem Haus oder in Ihrem Garten anbringen. Wichtig ist dabei zu beachten, dass sie nicht auf die Straße, also auf öffentliche Wege gerichtet ist, den Unbeteiligte nutzen. Stellen Sie die Anlage so ein, dass lediglich Ihr Toreingang oder Ihre Tür zu sehen ist. Wer den Eingang bewusst betritt, kann selbstverständlich von der Kamera aufgezeichnet werden.

Türeingang mit Kamera
Türeingang mit Kamera

Wann greift die Wahrung des Hausrechts?

Im Falle der Wahrung des Hausrechts haben Sie das Recht, auch öffentliche Wege in die Videoüberwachung einzubeziehen.

Haben in der Vergangenheit bereits Straftaten stattgefunden, so darf öffentliches Gelände überwacht werden. In diesem Falle steht das Schutzbedürfnis über den Persönlichkeitsrechten der in öffentlichen Bereichen gefilmten Personen. In so einem Falle sollten Sie sich eine Genehmigung durch das Ordnungsamt verschaffen.

Hinweis: Ratsam ist es, als Beweismittel für Straftaten ein Aktenzeichen zur Verfügung zu halten. Sie sollten Straftaten auch anzeigen, um die überwachungskameras darauf folgend rechtfertigen zu können.

Getarnte Überwachungskamera nicht für den Privatgebrauch

Stellen Sie sich vor, Sie haben den Verdacht, Ihre Tagesmutter oder Ihre Putzfrau bestiehlt Sie. Wie wollen Sie sie entlarven, ohne das die potenziellen Täter es bemerken? Diese Frage müssen Sie sich in Deutschland nicht stellen. Getarnte Überwachungskameras, die dazu dienen, einzelne Dienstleister oder Personen zu überführen, sind laut StGB §201a prinzipiell verboten. Über eine Überwachungskamera müssen Ihre Angestellten mindestens in Kenntnis gesetzt werden.

Videoüberwachung im öffentlichen Raum

Staatliche Stellen und Behörden haben das Recht, im öffentlichen Raum offensichtliche Videoüberwachung durchzuführen. Öffentlicher Raum meint hier öffentliche Straßen, Plätze oder städtische Parkanlagen. Sie dient in erster Linie der Gewaltprävention in Brennpunktbezirken und soll Personen- oder Sachschaden abwenden bzw. Vorfälle dieser Art aufklären. Jedoch müssen sich auch Behörden an bestimmte Gesetzesgrundlagen halten. Eine davon ist die Kennzeichnungspflicht. Sollten Überwachungskameras installiert werden, muss der Hinweis darauf gut sichtbar platziert werden. Die sich aus Video-Aufzeichnungen ergebenen Daten dürfen nur herangezogen werden, wenn sie dem festgelegten Zweck wie Gewaltprävention oder Fassen von Tätern dienen. Alle anderen Daten, die sich dem Zweck nicht unterordnen lassen, müssen gelöschtwerden. Die Kennzeichnungspflicht trifft nicht nur die staatlichen Institutionen. Letztendlich gilt die Aufstellung eines Hinweisschildes für jedes Unternehmen. Dabei ist es gleich, ob Frau Müller in ihrem Waschsalon eine Kamera installiert oder eine Autofabrik für Fertigungsprozesse Videoüberwachung einsetzt.

Schild Videoüberwachung

Hinweis: In der Praxis löschen sich die Festplatten der Aufzeichnungssysteme selbstständig, da bei vollem Datenträger diese automatisch wieder überschrieben werden. Dieses Ringspeicherverfahren schützt bereits systembedingt davor, dass Videoaufnahmen dauerhaft abgespeichert werden.

Wie lange darf eine Überwachungskamera aufzeichnen?

Im privaten Gebrauch, zum Beispiel zum Schutz Ihres Grundstücks, gibt es keine Einschränkungen rechtlicher Art. Eine öffentliche Überwachungskamera-Aufzeichnung jedoch muss laut Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) unverzüglich gelöscht werden, wenn „sie [die Daten] zur Erreichung des Zwecks nicht mehr erforderlich sind oder schutzwürdige Interessen der Betroffenen einer weiteren Speicherung entgegenstehen“. Die Einhaltung der Regelung ist sozusagen Auslegungssache, daher hat man sich grob auf 72 Stunden geeinigt.

Videoüberwachung in Betrieben

Grundsätzlich ist die Videoüberwachung von Mitarbeitern mit sichtbaren Kameras zulässig. Mitarbeiter und Betriebsräte sollten jedoch in das Projekt eingebunden werden, um das Betriebsklima nicht zu gefährden. Den Zweck der überwachung sollten Sie erklären können und Datenschutzrichtlinien dabei bestimmen. Aufzeichnungsgeräte können so eingestellt werden, dass nach einer gewissen Anzahl von Tagen Aufnahmen automatisch gelöscht werden. Weiterhin muß sichergestellt werden, dass die Aufzeichnungen nur dann ausgewertet werden, falls entsprechende Ereignisse wie zum Beispiel Straftaten, Unfälle oder Störungen rund um den Produktionsprozeß es rechtfertigen. Der Zugang eines Mitarbeiters oder des Betriebsrates zum System wird als vertrauensbildende Maßnahme empfohlen.

Sollen nur Produktionsprozeße wie zum Beispiel Fließbänder überwacht werden, dann sollten Sie die überwachungskameras so auszurichten, dass die Mitarbeiter nicht mit erfaßt werden. Damit entgehen Sie der Verpflichtung hinsichtlich der Datenschutzbestimmungen.

Eine verdeckte Mitarbeiterüberwachung ist zunächst verboten. Eine Ausnahme besteht, wenn Straftaten stattfinden und bereits alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind, diese aufzuklären. Sozusagen darf eine verdeckte Videoüberwachung von Mitarbeitern als letztes Mittel bei Straftatbeständen angewendet werden.

Die verdeckte überwachungsmaßnahme darf sich dann nur auf den Bereich der Straftat beschränken und Aufzeichnungen der überwachungskameras sind nur zu diesem Zwecke auszuwerten.

Hinweis: Nach der Aufklärung müssen die Kameras entfernt werden.

Wichtig ist, dass Sie kein Funkkamerasystem verwenden, da getarnte Funkkameras verboten sind.


Es gibt verschiedene Arten von Überwachungskameras. Um für die Videoüberwachung nutzbar zu sein, sind bestimmte Bauteile erforderlich. Neben Gehäuse für Kühlung und Stromversorgung zählen dazu.

Der Sensor macht das Bild

Es gibt zwei Arten von Sensoren:

CCD-Sensor

Dieser elektronische Chip gehört in jede Digitalkamera oder digitale Videokamera. Ausgesprochen wird CCD als Charge-coupled device und heißt so viel wie: mit Ladung gekoppelte Komponente. Das Bauteil ist lichtempfindlich und kann relativ einfach ein zweidimensionales Bild erfaßen.

CCD Sensor einer Überwachungskamera
CCD Sensor einer Überwachungskamera

Zusammen mit Objektiv und Bildprozessor werden im dem Sensor Bilder erstellt. CCD-Sensoren bestehen aus Photodioden, die bei Lichteinfall in Form von Photonen Elektronen freisetzen, die wiederum für elektrische Ladung sorgen. Je mehr Elektronen entstehen, umso höher ist die elektrische Ladung und umso mehr Pixel sind anschließend als Bild zu sehen. Um die Elektronen zu speichern, sind die Photodioden an je einen Kondensator gekoppelt. Da CCD-Sensoren nur Helligkeitsunterschiede wahrnehmen können, besitzt jede Diode einen Filter für blaue, rote oder grüne Pixel. Da das menschliche Auge sensibler auf grüne Töne reagiert, sind von der Gesamtanzahl her dementsprechend 50% Dioden für Grün und je 25% für Rot- und Blau zuständig.

Bildpunkte Überwachungskamera
Bildpunkte Überwachungskamera

Diese Aufteilung geht zurück auf den für Kodak wirkenden Erfinder Bryce E. Bayer und nennt sich daher Bayer-Matrix, oder englisch: Bayer Pattern. CCD erreicht eine Übertragungsrate von ca. 100 kb/s.

CMOS

Dieser Chip arbeitet wie CCD ebenfalls mit einfallenden Photonen, die in elektrische Ladung umgesetzt werden. Auch für die Speicherung der Teilchen wird ein verbundener Kondensator verwendet. Der Unterschied zu CCD ist nun, dass die elektrische Ladung bei CMOS sich einzeln adressieren läßt, da es mit einem vertikalen und horizontalen Abtastregister arbeitet. CMOS nimmt das Bild kontinuierlich auf, was demzufolge kontinuierlich ausgelesen werden kann. Durch die CMOS-Technologie kann auch der Weißabgleich automatisch kontrolliert werden.

Nachteil der Technologie war bei den alten Modellen die oftmals gegenüber dem CCD geringere Lichtempfindlichkeit, was sich dank Weiterentwicklung geändert hat. Der sogenannte Smear-Effekt (weiße Streifen oder Stellen im Bild durch zu viel Gegenlicht) tritt bei den neueren Versionen nur noch selten auf. Im Gegensatz zum CCD-Sensor erreicht der CMOS zudem eine Bildübertragungsrate von 300 kb/s.

Welchen Sensor sollte meine Kamera haben?

Heutzutage sind die Sensoren ziemlich gleich und die Unterschiede nur im Datenblatt zu erkennen. Beide Technologien befinden sich auf Augenhöhe, wodurch es keine Rolle spielt, welche Art des Sensors verbaut ist.

Das Objektiv

Zu jeder Kamera gehört ein Objektiv. Oft entscheidet sich die Qualität der Bilder über die Qualität des gewählten Objektivs. Mit dieser Komponente werden unter anderem Brennweite und Lichteinfallbestimmt. Entscheidend hierfür ist die Einstellung der Blende. Für die Weitersendung der Photonen (siehe CCD) können Objektive sowohl Linsen als auch Spiegel besitzen.

Objektiv ist die Abkürzung von Objektivglas, das seit dem 18. Jahrhundert bekannt ist. Es stellt sozusagen ein Medium zwischen real existierendem Objekt und Abbildung (durch die Kamera) dar.

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