Überwachungskamera

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Überwachungskamera

Sie kommen nach einem Familienausflug abends glücklich nach Hause und bemerken, daß Ihre Haustüre einen Spalt offen steht. Im Haus finden Sie alles verwüstet vor, Ihr Schmuck und der Flachbildfernseher sind weg. Die Zahl der Einbruchdiebstähle sowohl im privaten als auch im gewerblichen Umfeld nimmt seit Jahren zu. Ein wirklich guter Schutz ist die Überwachung mit Videokameras. Sie betreiben ein Autohaus und irgend jemand zerkratzt Ihnen nachts die teuren Neuwagen? Eine Anlage mit Überwachungskameras schreckt ab und kann Ihnen bei der Überführung der Täter helfen. Die nachfolgenden Statistik der Polizei zeigt Ihnen, daß die Zahl der Einbruchdiebstähle seit Jahren zunimmt und die Aufklärungsquote dabei abnimmt.

Bildpunkte Überwachungskamer

Dieser Ratgeber informiert Sie zu allen Aspeketen von Überwachungskameras. Er hilft Ihnen die Technik zu verstehen, Angebote zu vergleichen und nicht zuletzt, die richtige Lösung für Ihre Ansprüche zu finden. Weiterhin zeigen wir Ihnen auch andere Anwendungsfälle für Überwachungskameras.


Inhaltsverzeichnis unseres Überwachungskamera Ratgebers:


  • CCD oder CMOS Sensor ist nicht entscheidend
  • Art des Objektiv es sollte dem Einsatzgebiet angepaßt sein
  • Wo wird die Kamera montiert? Muß Sie wetterfest sein, oder arbeitet Sie lediglich im Inneren?
  • Sind Nachteinsätze geplant? Infrarot-Kameras besitzen eine hohe Lichtempfindlichkeit, Wärmebild-Kameras sind nur als Ergänzung sinnvoll
  • Kameraauflösung von 2 Megapixel sind in den meisten Fällen ausreichend
  • Am sichersten sind Kabelverbindungen
  • Benötigen Sie ein Mikrofon?
  • Wie lange wollen Sie aufnehmen?
  • Wie verwinkelt ist Ihr Raum? Genügt ein Blickwinkel von etwa 60 Grad oder sollte es ein Weitwinkel- bzw. Tele-Objektiv sein?

Einbruchsprävention

Sicher, der bekannteste Grund für eine Überwachungskamera ist schlicht, Haus und Hof zu schützen. Alle vier Minuten wird laut Statistik ein Einbruch in Deutschland verübt, um rund neun Prozent ist die Einbruchsrate 2012 gestiegen. Davon haben gut 61 000 tagsüber stattgefunden. Mit Überwachungskameras werden beispielsweise Gebäude ausgestattet, in denen ein Einbruch wahrscheinlich sein kann, sei es aufgrund der Lage in einem sozialen Brennpunkt oder weil in dem Gebäude selbst wertvolle Daten bzw. Gegenstände gelagert werden. Besonders nach einem bereits geschehenen Einbruch entscheiden sich Hauseigentümer oder Grundbesitzer für eine Videoüberwachung, da sie zu Recht die Befürchtung haben, daß weitere Einbrüche folgen könnten.

Aber auch wenn Menschen bedroht werden, ob an ihrem privaten Eingang oder auf öffentlichen Plätzen, kann eine Videoüberwachung helfen. Abschreckung und Aufklärung sind somit garantiert. Letztendlich verhindert Videoüberwachung auch zu 90 Prozent Straftaten wie Einbrüche, Drogenhandel, Gewalttaten und dergleichen mehr. Verübte Straftaten werden bis zu 95 Prozent aufgeklärt.

Für Personen, die sich aus beruflichen oder persönlichen Gründen für längere Zeit fernab ihrer Wohnung oder ihres Hauses aufhalten müssen, ist Videoüberwachung ebenfalls ein großes Thema. Wie sollten Sie sonst in dieser Zeit sicher sein, daß in Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus alles in Ordnung ist? Über das Internet kann durch die Überwachungskameras ein Blick auf das Geschehen geworfen werden.

Unabhängig von der Überwachung selbst werden Überwachungssysteme gern als Präventivmaßnahme verwendet. Eine scheinbar installierte Überwachungskamera gut sichtbar platziert, kann bereits auf potenzielle Gelegenheitstäter abschreckend wirken, sodaß sie sich für das Haus des Nachbarn oder andere Häuser entscheiden.

Prozeßbeobachtung

Neben dem Einbruchschutz kann Videoüberwachung als Kontrollfunktion dienlich sein. Komplizierte oder regulär ablaufende Prozeße werden oft über Überwachungskameras beobachtet. Sollte ein Prozeß ins Stocken kommen oder fehllaufen, kann durch die Aufzeichnungsfunktion einer Kamera beispielsweise der Hergang zurückverfolgt und anschließend analysiert werden. Gerade in der Industrie oder in Naturwissenschaften sind Überwachungskameras an der Tagesordnung. Einige davon sind sogar vorgeschrieben oder werden zumindest empfohlen, wie Sie es zum Beispiel bei den Leitlinien zur Gefahrenstoffverordnung nachlesen können.

Die Unfallverhütungsvorschriften schreiben im Paragraph 6 für Kassen, Banken, Spielotheken und Casinos Videoüberwachung direkt vor.

Beobachtung von Pflegebedürftigen

Ein ganz anderer Bereich für Überwachungskameras ist die Betreuung. Ob pflegebedürftige erwachsene Menschen, Kleinkinder und Babys - wer seine Lieben eine Zeit lang unter Beobachtung halten muß, greift nicht selten zur Videoüberwachung.

Haustierbeobachtung

Doch nicht nur Menschen bedürfen unserer Pflege und Aufmerksamkeit. Auch für Katze und Hund ist derzeit ein Trend hin zur Videoüberwachung zu beobachten. Stellen Sie sich vor, Sie sind Tierbesitzer und müssen Ihr Liebling alleine lassen. Vielleicht trainieren Sie gerade das Alleine-Bleiben mit Bello, oder Katze Minka hat nach einer gewissen Zeit nur Flausen im Kopf? Wenn Ihnen diese Szenarien bekannt vorkommen, dann finden Sie mit Videoüberwachung eine mögliche Lösung Ihr Haustier zu beobachten.

Ein interessanter Nebeneffekt ist dabei, daß beim Filmen von Bello oder Minka mit der Zeit ein paar lustige Erinnerungsvideos entstehen könnten und vielleicht ist es gerade Ihr Video, das noch auf Youtube fehlt. Das folgende Video zeigt beispielsweise wie es eine Katze schafft, ihre Besitzer wach zu machen.

Wildtierbeobachtung

Für den einen oder anderen mag auch die sogenannte Wildlife-Beobachtung interessant sein. Ob als professionelle Wolfsverfolgung oder eine Igelaufsicht neben dem Gartenhäuschen - bei beiden werden Überwachungskameras genutzt. Die Faszination für wilde Tiere ist eines der Gründe, warum Sender wie National Geographic Channel oder Sendungen wie Elefant, Tiger und Co. so beliebt sind. Warum also nicht einmal selbst auf den Spuren von Igel, Dachs und Fuchs wandeln, und wenn anfangs nur hinter dem eigenen Schuppen? Man spricht übrigens bei der Beobachtung von Tieren von sogenannten Fotofallen. Diese Kameras lösen meist erst aus, wenn ein Tier sich der Kamera nähert.

Sie sehen, es gibt mehr Gründe, als zuvor gedacht, Überwachungskameras einzusetzen.


Dank der modernen Technik, die in Überwachungskameras verbaut wird, können Sie Ihr Hab und Gut sowie Prozesse, Personen oder Tiere beobachten. Somit können Sie eingreifen, wenn es nötig ist oder das Gesehene wie bei der Wildtierbeobachtung einfach nur genießen.

Die Überwachung per Video kann Ihnen das mehr an Sicherheit geben und ebenfalls abschreckend wirken. Damit schützen Sie die Dinge, die Ihnen wichtig und wertvoll sind.


Es gibt verschiedene Arten von Überwachungskameras. Um für die Videoüberwachung nutzbar zu sein, sind bestimmte Bauteile erforderlich. Neben Gehäuse für Kühlung und Stromversorgung zählen dazu.

Der Sensor macht das Bild

Es gibt zwei Arten von Sensoren:

CCD-Sensor

Dieser elektronische Chip gehört in jede Digitalkamera oder digitale Videokamera. Ausgesprochen wird CCD als Charge-coupled device und heißt so viel wie: mit Ladung gekoppelte Komponente. Das Bauteil ist lichtempfindlich und kann relativ einfach ein zweidimensionales Bild erfaßen.

CCD Sensor einer Überwachungskamera
CCD Sensor einer Überwachungskamera

Zusammen mit Objektiv und Bildprozessor werden im dem Sensor Bilder erstellt. CCD-Sensoren bestehen aus Photodioden, die bei Lichteinfall in Form von Photonen Elektronen freisetzen, die wiederum für elektrische Ladung sorgen. Je mehr Elektronen entstehen, umso höher ist die elektrische Ladung und umso mehr Pixel sind anschließend als Bild zu sehen. Um die Elektronen zu speichern, sind die Photodioden an je einen Kondensator gekoppelt. Da CCD-Sensoren nur Helligkeitsunterschiede wahrnehmen können, besitzt jede Diode einen Filter für blaue, rote oder grüne Pixel. Da das menschliche Auge sensibler auf grüne Töne reagiert, sind von der Gesamtanzahl her dementsprechend 50% Dioden für Grün und je 25% für Rot- und Blau zuständig.

Bildpunkte Überwachungskamera
Bildpunkte Überwachungskamera

Diese Aufteilung geht zurück auf den für Kodak wirkenden Erfinder Bryce E. Bayer und nennt sich daher Bayer-Matrix, oder englisch: Bayer Pattern. CCD erreicht eine Übertragungsrate von ca. 100 kb/s.

CMOS

Dieser Chip arbeitet wie CCD ebenfalls mit einfallenden Photonen, die in elektrische Ladung umgesetzt werden. Auch für die Speicherung der Teilchen wird ein verbundener Kondensator verwendet. Der Unterschied zu CCD ist nun, daß die elektrische Ladung bei CMOS sich einzeln adressieren läßt, da es mit einem vertikalen und horizontalen Abtastregister arbeitet. CMOS nimmt das Bild kontinuierlich auf, was demzufolge kontinuierlich ausgelesen werden kann. Durch die CMOS-Technologie kann auch der Weißabgleich automatisch kontrolliert werden.

Nachteil der Technologie war bei den alten Modellen die oftmals gegenüber dem CCD geringere Lichtempfindlichkeit, was sich dank Weiterentwicklung geändert hat. Der sogenannte Smear-Effekt (weiße Streifen oder Stellen im Bild durch zu viel Gegenlicht) tritt bei den neueren Versionen nur noch selten auf. Im Gegensatz zum CCD-Sensor erreicht der CMOS zudem eine Bildübertragungsrate von 300 kb/s.

Welchen Sensor sollte meine Kamera haben?

Heutzutage sind die Sensoren ziemlich gleich und die Unterschiede nur im Datenblatt zu erkennen. Beide Technologien befinden sich auf Augenhöhe, wodurch es keine Rolle spielt, welche Art des Sensors verbaut ist.

Das Objektiv

Zu jeder Kamera gehört ein Objektiv. Oft entscheidet sich die Qualität der Bilder über die Qualität des gewählten Objektivs. Mit dieser Komponente werden unter anderem Brennweite und Lichteinfallbestimmt. Entscheidend hierfür ist die Einstellung der Blende. Für die Weitersendung der Photonen (siehe CCD) können Objektive sowohl Linsen als auch Spiegel besitzen.

Objektiv ist die Abkürzung von Objektivglas, das seit dem 18. Jahrhundert bekannt ist. Es stellt sozusagen ein Medium zwischen real existierendem Objekt und Abbildung (durch die Kamera) dar.


Je nach Einsatzgebiet und Verwendungszweck gibt es verschiedene Arten von Überwachungskameras. Sie werden hinsichtlich ihrer Signalübertragung, Bauweise und Zusatzfunktionen unterschieden.

Analoge Überwachungskamera

Analoge Überwachungskameras nutzen für das Filmen von Bewegtbildern das sogenannte Interlaced- bzw. auf deutsch das Zeilensprung-Verfahren. Seit den 60ern wird dieses Verfahren in der analogen Video- und Fernsehtechnologie eingesetzt. Beim Zeilensprung-Verfahren, werden Bilder zeilenweise erzeugt. Hierfür tastet ein Elektronenstrahl Zeile für Zeile das Bild ab. Durch die Verwendung von lichtempfindlichen Materialien wird der Strahl weiter gelenkt. Er "springt" sozusagen vom Ende der einen an den Anfang der neuen Zeile - daher der Name "Zeilensprung" bzw. "Interlaced". Dieses Verfahren wurde speziell für die Fernsehübertragung entwickelt um ruckelfreie Bilder zu erzeugen und gleichzeitig Bandbreite bei der Übertragung zu sparen. Denn ein halbes Bild benötigt nur die Hälfte der Bandbreite.

Jedes einzelne Bild ist gerastert und in zwei Halbbilder getrennt, wobei das eine Halbbild in gerade und das andere in ungerade Zeilen unterteilt ist.

PAL-Überwachungskameras

Diese kabelgebundenen Kameras richten sich nach dem alten Fernsehstandard PAL. PAL steht für Phase Alternative Line, bei dem im Interlace-Verfahren (siehe Analoge Überwachungskamera) ein Bild in zwei Halbbilder und 625 Rasterzeilen (Scan Lines) aufgeteilt wird. Bei PAL werden pro Sekunde im Standard 25 Bilder (Frames) erzeugt. Die Bildbreite beträgt 4:3 (Breitbild). PAL wird in Deutschland, Brasilien und China angewendet. Neben PAL existieren weitere Fernsehstandards. Der bekannteste ist der amerikanische Fernsehstandard NTSC, der für USA, Japan oder Kanada gilt.

Retro PAL Fernseher
Retro PAL Fernseher

Seit über 20 Jahren gibt es Überwachungskameras, die das Standard-TV-Signal für PAL auf Koaxialkabel übertragen.

Bei analogen Überwachungskameras handelt es sich also um PAL-Fernsehkameras. Entsprechend dem PAL-Fernsehstandard wird bei ca. 575 TV-Linien die maximal darstellbare PAL-Auflösung erreicht. Überwachungskameras mit 540 - 700 TV-Linien bieten demzufolge PAL-Fernsehqualität. Kameras mit 420 TV-Linien vermitteln einen ca. 10 % unschärferen Eindruck. Günstige Kameras mit ca. 320 TV-Linien übertragen ein ca. 20 % unschärferes Bild, vergleichbar mit VHS-Videoqualität.

Sie können PAL-Überwachungskamera an einen Langzeitrekorder mit Festplatte anschließen. Üblicherweise ist dort ein Netzwerkanschluss vorhanden, der mit dem Router verbunden werden kann. So erhalten Sie Zugriff auf die Aufnahmen über ein Netzwerk und/oder Internet. Damit können Sie auch aus der Ferne auf PAL Überwachungskameras zugreifen. Dabei ist aber ein Recorder Pflicht.

Koaxialkabel
Koaxialkabel

Vorteile der PAL-Überwachungskamera sind die latenzzeitfreien (ruckelfreien) Livebilder. Nachteil: Zu jeder einzelnen Überwachungskamera müßen Sie ein eigenes Koaxialkabel legen.

Exkurs: HD-SDI als Alternative zu PAL-Kameras

HD-SDI steht für "High Definition Serial Digital Interface". Mit dieser Technologie können Sie hochauflösende Bilder sowie Ton und andere Daten via Koxialkabel übertragen. Diese HD-Kameras verwenden also die alten PAL-Kabel weiter. Somit wäre es möglich, analoge Videoüberwachungssysteme mit PAL-Kameras Schritt für Schritt durch neue HD-SDI-Kameras zu ersetzen, ohne auf Netzwerkkameras umzusteigen. Das spart Ihnen eine Menge an Kosten und Zeit bei der Umrüstung auf digitale Videoüberwachung. Seit 2012 sind die HD-SDI Kameras erhältlich.

HD SDI Interface
HD SDI Interface

Digitale Überwachungskamera

Digitale Kameras nutzen CMOS- oder CCD-Chips (siehe CMOS / CCD) zur Speicherung und Farbfilterung. Vor allem die Notwendigkeit hin zu digitalen Speichermedien wie Festplatte, SD-Karte oder USB-Stick hat den Ausbau der digitalen Kamera vorangetrieben. Eine digitale Kamera wandelt analoge Signale in Digitale um, die dann auf entsprechenden Datenträgern abgespeichert werden.

Netzwerk- und IP-Kamera

Netzwerkkameras können Sie direkt mit einem LAN (LAN = Local area network, zu deutsch: lokales Netzwerk) verbinden, das wiederum ans Internet angeschloßen werden kann.

Kamera im Netzwerk

Diese Digitalkameras enthalten bereits eingebaute Computerkomponenten wie CPU, RAM oder Flashspeicher (wie Festplatte), um Bild- und Tonsignale zu bearbeiten und bei Bedarf via E-Mail, SMS, MMS zu versenden. Im Unterschied zu Webcams, die eher für audiovisuelle Internetkommunikation genutzt werden, arbeiten Netzwerkkameras unabhängig von anderen Rechnern. Für den Internetzugriff werden sie direkt an den Router angeschloßen.

Ein integrierter Video-Web-Server mit entsprechender Software läßt die Kamera zu einem FTP-Server mutieren, mit dem sich Daten beispielsweise auf virtuelle Webspeichern transferieren laßen. Da das Übertragen der Daten im Netz über das Internet-Protokoll (IP) geschieht, wird die Netzwerkkamera auch als IP-Kamera bezeichnet. Je nach Art der Überwachungskamera und Angebote der Hersteller können Sie mittels Software (Vergleich: Firmware) Zusatzfunktionen einspielen, wie zum Beispiel Bewegungserkennung, PTZ-Funktion, Aufzeichnungen, Alarmfunktionen oder Updates.

Der Vorteil einer Netzwerkkamera liegt neben der Softwareaktualisierung ebenso im Fernzugriff. IP-Kameras können Sie mit der richtigen Software oder entsprechenden App auch über Laptop oder Smartphone bedienen.

Fernzugriff Überwachungskamera
Fernzugriff Überwachungskamera

Ein entscheidender Nachteil gegenüber den PAL-Kameras besteht darin, daß sie ins Netzwerk eingebunden werden. Bei jedem Netzwerk müßen Sie mit Latenzzeiten und kurzen Aussetzern rechnen. Die übertragenden Bilder ruckeln. Wie hoch die Latenzzeit ist, hängt Maßgeblich von der Qualität/Geschwindigkeit der Netzwerkverbindung ab. Je mehr Geräte involviert sind, umso stabiler muß das Netzwerk sein, damit Sie Aussetzer vermeiden.

Für eine Rund-um-Live-Übertragung eignen sich daher eher PAL- und SDI-Kameras.

Tipp:Wer nicht auf Netzwerkkameras bei einer Live-Übertragung verzichten möchte, sollte sich ein eigenes Netzwerk aufbauen, in welchem nur die zu verwendenden Gerätschaften für die Videoüberwachung eingebunden sind. Je weniger Geräte vorhanden sind, umso stabiler bleibt die Verbindung.

Funk- und WLAN-Kamera

LAN-betriebene Kameras gibt es auch als WLAN-, also kabellose Kameras. Je nach Qualität und Reichweite sollten höchstens drei IP-Kameras an ein WLAN angeschloßen sein. Der Empfangspegel am Installationsort sollte mindestens 60% betragen und kein weiterer intensiver Datentransfer im betreffenden Bereich vorhanden sein. Je näher die WLAN-Überwachungskameras dem zuständigen Router sind, desto weniger störanfälliger ist die Verbindung zwischen den installierten Geräten.

Ob Funk oder WLAN - bei beiden handelt es sich um eine kabellose Datenübertragung. 10 bis 30 Meter beträgt die Reichweite in Gebäuden. Das entspricht in etwa einer massiven Wand oder zwei bis drei Leichtbauwänden.

Achtung: Ist die Kamera im Wohnzimmer installiert, dann kann der Router über den Flur im Arbeitszimmer stehen. Für gewöhnlich sind nur 1-2 Leichtbauwände dazwischen. Ist die Funk-Kamera allerdings auf dem Dachboden montiert, dann reicht er Empfang sicherlich nicht bis zum Keller, da je nach Anzahl der Stockwerke zwei bis drei massive Stahlbetonböden dazwischen sind. Selbst wenn die Luftlinie nur 10 Meter beträgt.

Mit einem sogenannten WLAN-Repeater können Sie zwar die Reichweite strecken, jedoch verliert der Empfang an Stärke. Sowohl die Download- als auch die Uploadgeschwindigkeit verringern sich deutlich.

Durch bestimmte Modulationsverfahren gelangen Daten durch die Luft zum entsprechenden Endgerät. Je nach Frequenzbereich kann dies zur Beeinträchtigung der Funkverbindung kommen.

Durch eine gemeinsame Nutzung der Funkfrequenz, zumeist im Bereich von 2,4 GHz, blockiert das WLAN. Die Datenrate bricht zusammen. Das WLAN stört wiederum die Funkkameras. Bei analogen Funkkameras entstehen hier sogenannte Störstreifen. Digitale Funkkameras dagegen werden durch das WLAN in der Reichweite und in der Anzahl der zu übertragenden Bilder massiv beeinträchtigt. Daher entstehen Ruckelbilder und die oben genannte Funk-Reichweite wird weiter reduziert. Befinden sich weitere WLANs in der Nachbarschaft können diese ebenfalls Störungen hervorrufen. Und auch wenn zunächst kein WLAN vorhanden ist, kann deren spätere Anschaffung die Überwachungskamera in ihrer Funktionalität beeinträchtigen.

WLAN Überwachungskamera
WLAN Überwachungskamera

Wenn Router (WLAN) oder Tuner (Funk) und Überwachungskamera sich in verschiedenen Räumen befinden, kann eine kabellose Überwachungskamera von Vorteil sein. Wichtig ist dabei, auf die Reichweite des Routers oder des Funkempfängers und die Störanfälligkeit des Signals zu achten.

Hinweis: Eines sollten Sie bei WLAN und Funk immer bedenken: Ohne ein sicheres Netz können Ihre Daten schnell in die Hände unautorisierter Personen fallen. Theoretisch reicht bereits eine netzwerkbetriebene Rückfahrkamera aus, die sich mit Ihrer Kamera auf gleicher Frequenz befindet, um ein Sicherheitsrisiko für Ihre Daten darzustellen. Einige Netzwerkkameras übertragen ohne Ihr zutun Bilder direkt ins Internet, auf spezielle Seiten des Herstellers. Achten Sie daher immer darauf, ein eigenes Passwort zu setzen, damit niemand mit dem Standardpasswort, welches jeder kennt auf Ihre Kamera zugreifen kann. Schauen Sie sich einmal die Ergebnisse folgender Google Suche an.

Um diese Worst-Case-Szenarien zu verhindern, besitzt jede Netzwerkkamera mindestens einen Passwortschutz. Bilder und andere Daten werden über eine sichere Leitung (SSL) im Internet verschlüsselt übertragen.

Bei geschloßenen Netzwerken gestaltet sich eine Übernahme oder ein Fremdzugriff etwas schwieriger. Jedoch ist auch hier Vorsicht geboten. Die Sicherheitsmechanismen wie Passwortschutz sollten Sie daher auch hier anwenden.

Powerline-Kamera: Netzwerkverbindung über das Stromkabel

Powerline Übertragung

Powerline ist eine andere Art, Kabel einzusparen. Powerline-Kameras bestehen aus einer Netzwerkkamera und einem Powerline-Adapter mit aktuell bis zu 500 Mbit. Werden die Netzwerkkameras mit dem Adapter an den Stromkreis angeschloßen, sind sie zugleich miteinander verbunden.

Überwachungskameras mit Kabel garantieren eine stabile Verbindung

Am störunanfälligsten sind Kabel-Überwachungskameras. Für eine Live-Übertragung rund um die Uhr sollten Sie PAL- oder HD-SDI-Kameras aufgrund ihrer latenzzeitfreien Übertragung den Netzwerkkameras vorziehen. Netzwerkkameras wiederum haben ihren Vorteil in der zeitnahen Übertragung der Daten durch LAN und Internet sowie der Möglichkeit zum regelmäßigen Update oder Austausch der Software.

Achten Sie bei der Verwendung von Netzwerk- oder Funkkameras auf die Sicherheit Ihrer Daten.

Bauformen von Überwachungskameras

Überwachungskamera in der Straßenbahn

Je nach Einsatzgebiet und Funktion gibt es unterschiedliche Bauformen von Überwachungskameras. An öffentlichen Plätzen oder Firmengebäuden sind oft die gut sichtbaren Überwachungskameras mit Wandarm platziert. Für den Öffentlichen Personenfern- oder nahverkehr sind hingegen Domekameras häufig verwendete Typen. Für verdeckte Ermittlung wiederum eignen sich eher Minikameras oder getarnte Kameras.

Überwachungskamera mit Wandhalterung

Überwachungskameras mit Wandhalterungen (Wandarmen) sind allgegenwärtig auf öffentlichen Plätzen oder in Kaufhäusern zu finden. Aufgrund ihrer sichtbaren Platzierung dienen sie in erster Linie der Abschreckung. In dieser Bauform sind daher Attrappen oder Dummys sehr beliebt. Gute Kameras mit Wandhalterung können zudem ptz-fähig sein und kommen als rechteckige bis zylindrische Form oder Dome-Kamera vor.

Überwachungskamera mit Arm
Überwachungskamera mit Arm

Domekamera

Die Domekamera zeichnet sich durch ein zurückhaltendes Design in Kuppeloptik aus. Dank ihrem runden und oft undurchsichtigen Glas ist nicht zu erkennen, welchen Bereich sie gerade abtastet.

Sie ist sowohl für den Innen- als auch Außenbetrieb geeignet. Für den Innenbereich ist sie mit einem Kunststoffgehäuse ummantelt. Für ihre Funktion im Außenbereich wird sie mit einem Metallgehäuse versehen. Domekameras, die an Orten mit Tendenz zum Vandalismus eingesetzt werden, sind mit einem bruchsicheren Material geschützt.

Durch ihre Bauform besitzen einfache Domekameras wenig Raum für LED und sind daher anderen nachtsichttauglichen Überwachungskameras in dieser Hinsicht unterlegen. Selbst die besten Domekameras im Außenbereich weisen lediglich maximal 12 LEDs auf. Jedoch gibt es neben den einfachen Ausführungen auch sogenannte Speed-Dome-Kameras, die wesentlich mehr Funktionen innehaben.

Domkamera
Domkamera

Speed-Dome-Kameras

Diese Überwachungßysteme lassen sich leicht an ihrem Wandarm erkennen. Sie besitzen PTZ-Funktionen (siehe PTZ-fähige Überwachungskamera) und werden mit Steuerpult und Joystick gesteuert. Wie alle Domekameras ist ihre Erscheinung eher unauffällig. Andere Überwachungskameras mit Wandarmen fallen deutlich mehr auf.

PTZ-fähige Überwachungskamera

PTZ steht für Pan Tilt Zoom und bezeichnet Kameras, die sich schwenken und neigen lassen und zudem über Zoomfunktion verfügen. Die Steuerung kann automatisch erfolgen oder die Kamera wird fern gesteuert. Sie können sowohl an der Wand als auch an der Decke montiert werden. Zum Schwenken und Neigen brauchen PTZ-Kameras einen bestimmten Radius, den ihnen Wandhalterungen verschaffen. Fest angebracht, nutzen sie den Abstand zwischen Halterung und Wand oder Decke, um sich frei bewegen zu können.

Vorteil der PTZ-Technik liegt auf der Hand: Die Kamera kann viel mehr Bereiche abtasten und Personen sowie Objekte durch die Zoomfunktion und gegebenenfalls den Autofokus besser erkennen und abbilden. Preisintensive PTZ-Kameras verfügen zudem über ein Autotracking. Die Kamera folgt dabei dem Objekt, das sie bereits im Fokus hat.

PTZ Überwachungskamera
PTZ Überwachungskamera

Zwei Arten von PTZ-Kameras gibt es: PTZ-Kamera und PTZ-Dome-Kamera (Speed-Dome-Kamera). Während PTZ-Kameras aufgrund ihrer Bauform keinen 360-Grad-Schwenk ausführen können, ist das für PTZ-Dome-Kameras mit ihrer Kugelform kein Problem. Eine Dome-Kamera kann also eine Person von allen Seiten verfolgen, die sich um die Kamera bewegt. Sie verfügt über einen Schwenkgrad von 360 und einen Neigegrad von 180.

Einige Funktionen machen die PTZ-Kamera noch interessanter, dazu zählen sogenannte Presets sowie der E- und Auto-Flip.

Der Begriff "Preset" beschreibt voreingestellte Bereiche: Sie können also selbst bestimmen, welche Bereiche zuerst und welche als nächstes zu überwachen sind. 20 dieser Presets sind in der Regel einstellbar. Die Kamera beobachtet nach und nach die über die Einstellungen vorgewählten Plätze.

Mit E-Flip wird verhindert, daß Bilder auf dem Kopf stehen. Wenn zum Beispiel eine Person unter einer Dome-Kamera mit Autotracking läuft, wird beim Weiterbeobachten das Bild um 180 Grad gedreht.

Auto-Flip ist wiederum gut für normale PTZ-Kameras. Die mechanische Schwenk- und Drehsperre, die diese röhrenförmigen Kameras besitzen, wird umgangen. Dazu wird beim Auto-Flip nach 180 Grad in die andere Richtung umgeschwenkt, wodurch zumindest ansatzweise die 360 Grad erreicht werden können.

Wann sind PTZ-Kameras sinnvoll?

PTZ-Kameras sind geeignet für große überschaubare Räume, in denen keine größeren Gegenstände die Sicht versperren. Und wo es nötig sein kann, Bilder von Objekten oder Personen detailgenauer (mittels Zoom) darzustellen. Durch Autotracking ist sogar die Verfolgung von Objekten möglich.

Vorteil der PTZ-Technik ist, daß große Bereiche gescannt werden können.

Nachteil der Schwenk- und Neigen-Funktion besteht darin, daß Bereiche, welche die Kamera gerade nicht abtastet, unbeobachtet bleiben.

Minikamera / getarnte Kamera

Minikameras sind besonders kleine Kameras mit Objektivöffnungen, die meistens nur ein paar Millimeter betragen. Zu ihnen gehört der Türspion. Sie werden häufig für Aktivitäten im Bereich Spionage eingesetzt. Trotz ihrer Größe und je nach Preisklasse können Minikameras mit Bewegungserkennung ausgestattet sein und eine gewisse Nachtsicht erreichen. Oft wird auch ein Endoskop zur Abtastung von unerreichbaren Hohlräumen mit einer Minikamera versehen.

Beliebte Verstecke für Minikameras sind USB-Sticks, Wecker, Kugelschreiber oder die Armbanduhr. Der Kreativität des Anwenders ist es überlassen, die Minikameras gut zu tarnen. Legendär ist der Einbau in Verteilerdosen. Ihrer Funktion nach ist eine Mini-Überwachungskamera eine Funk- oder kabellose Netzwerkkamera. Im Außenbereich an Gebäuden ist auf einen Wetterschutz zu achten. Aber auch besonders kleine Überwachungskameras können bereits als wettergeschützte Kameras erhältlich sein.

Bei einer verdeckten oder getarnten Überwachungskamera ist die Kamera selbst in einem Gegenstand eingebaut. Diese sogenannten Spionagekameras können aus einem Kameramodul und Gegenstand bestehen. Das Modul kann nicht selbstständig, sondern nur innerhalb des Objektes funktionieren. Andererseits gibt es Gegenstände, in der eine eigenständige Minikamera platziert wird. Diese sind dann entsprechend getarnt und für das menschliche Auge völlig unsichtbar. Neben den bereits erwähnten Objekten wie Kugelschreiber oder USB-Stick sind Feuerzeug und Tischuhr ein geeignetes Modulgehäuse für eine Spionagekamera. Auch Rauchmelder sind beliebte Gegenstände für die Unterbringung von getarnter Überwachungstechnik.

Überwachungskameras zur Dauerüberwachung werden meist mit Bewegungsmelder und/oder Geräuschaktivierung ausgestattet. Damit beginnt die eigentliche Videoüberwachung erst, wenn Schritte oder Geräusche zu vernehmen sind.

Eines der besten Verstecke für getarnte Kameras sind Rauchmelder. Rauchsensoren oder Feuermelder haben in jedem öffentlichen Gebäude installiert zu sein und sind immer an der Decke angebracht. Aus der Vogelperspektive heraus ist Beobachtung möglich. Eine Überwachungskamera innerhalb eines Rauchmelders hat demzufolge eine gute Sicht auf ihre nähere - je nach Deckenhöhe auch entferntere - Umgebung.


Wenn Sie nun wissen, ob Ihre Kamera eine PAL- oder Netzwerkkamera sein und welche Bauform sie haben soll, fehlt es Ihnen gegebenenfalls noch an Zusatzfunktionen, um Ihre Videoüberwachung perfekt zu gestalten. Neben der PTZ-Fähigkeit gibt es noch andere Funktionen, die eine Überwachungskamera optimieren kann.

Kamera mit Bewegungserkennung

Ein Bewegungsmelder ist ein elektronischer Sensor, der in seiner unmittelbaren Nähe auf Bewegungen reagiert. Er kann mit elektromagnetischen Strahlen, Ultraschall oder Infrarot (wie zum Beispiel ein PIR-Sensor, welche am häufigsten eingesetzt werden) arbeiten. Bei Störungen in seinem unmittelbaren Umfeld wird er aktiv. Zuvor befindet er sich sozusagen im Standby-Modus.

Überwachungskameras und Rekorder mit integrierter Bewegungserkennung können sehr ökonomisch sein. Im Schlafmodus verharrend, springen sie nur durch Bewegungen an.

Bei der Videoüberwachung haben Sie prinzipiell zwei Arten von Bewegungserkennung zur Auswahl.

Überwachungskamera mit Bewegungsmelder und Aufzeichnung

Bei einer wahrgenommenen Bewegung aktiviert der Bewegungsmelder die Aufzeichnungsfunktion. Von diesem Augenblick an wird das Geschehen aufgezeichnet. Sind die Bewegungen bzw. die Störungen nicht mehr vorhanden, fällt die Kamera in ihren Standby-Modus zurück.

Überwachungskamera mit Bewegungsmelder und Alarmfunktion

Neben der Aufzeichnungsfunktion ist eine gern genutzte Anwendung die der Alarmfunktion. Bei Bewegung schaltet sich die Kamera ein und alarmiert still und leise den Besitzer via E-Mail oder über das Smartphone. Eine Kombination aus Aufzeichnung und stiller Alarmanlage ist ebenso beliebt. Statt einem stillen Alarm kann die Kamera auch über einen lauten Alarm verfügen. Dieser dient dann eher der Abschreckung; dazu zählen auch plötzlich aktivierte Scheinwerfer.

Überwachungskameras mit Bewegungsmelder gibt es sowohl für den Außen- als auch Innenbereich. Im Außenbereich werden wetterfeste Kameras mit Bewegungssensor gern in der Nähe von Ein- und Ausgängen angebracht.

Aufgrund ihrer ökonomischen Komponente sind sie neben Einbruchschutz auch sehr gut für Beobachtungen mit temporärem Geschehen geeignet. So können beispielsweise Nachtsicht-Kameras mit Bewegungßensor Wildlife-Beobachtungen zur richtigen Zeit aufzeichnen, ohne daß sie dafür 24 Stunden im Einsatz sein müßen.

Die meisten Kameras mit dieser Zusatzfunktion sind Netzwerkkameras, viele davon Minikameras oder zumindest getarnte, die sich erst bei Aktivierung in irgendeiner Form bemerkbar machen.

Vorteil der Bewegungsmelder-Kameras ist vor allem die ökonomische Funktion, sich erst bei Bewegung zu aktivieren.

Hinweis: Unterschied zwischen Bewegungserkennung und Bewegungsmelder beachten! überwachungskameras mit Bewegungsmelder dürfen nicht mit der Bewegungserkennung im Langzeitrekorder verwechselt werden, die bei fast allen überwachungskamera-Aufzeichnungen üblich ist. Diese kann zwar technisch ebenfalls zur Alarmierung benutzt werden, reagiert allerdings auf jede Bildänderung. Das betrifft bei Infrarot-Kameras auch die Tag-/Nacht-Umschaltung, nämlich dann, wenn Infrarotlicht zugeschaltet wird. Aufgrund dieses hohen Sensibilisierungsgerades können Bildänderungen durch Kleintiere, Laub, Regen, Schneefall, Wind und dergleichen zur Alarmierung führen. In Innenbereichen ist diese Form der Bewegungserkennung zur Alarmierung eher zu empfehlen.

Ein Bewegungsmelder kann ebenso durch Kleintier, z. B. durch eine Spinne oder eine Fledermaus, ausgelöst werden. Fehlalarme sollten Sie daher auch bei überwachungskameras mit Bewegungsmeldern einplanen. Besondere hochpreisige für Außenbereiche reagieren jedoch erst ab 40 kg bewegter Masse und schließen solche Fehlalarmierungen weitestgehend aus.

Neuer Trend: Babykamera mit Bewegungs- und Geräuschmelder

Derzeit gibt es einen Trend bei der Babybetreuung weg von Babyphones und hin zu Babykameras. Eine Art Babyphone-Kamera ist bereits auf dem Markt. So wie das Baby sich bewegt, erfahren Sie als Eltern davon. Babykameras können im Gegensatz zu Babyphones das Geschehen im Kinderzimmer nebenan visuell abbilden. Das mag ein Grund dafür sein, daß sich diese Technik in nächster Zeit durchsetzen wird.

Kamera mit Aufzeichnung und Langzeitrekorder

Netzwerkkameras, PAL- und SDI-Kameras oder die Empfänger der Funkkameras werden an Langzeitrecorder angeschlossen, welche die Aufzeichnung übernehmen. Bei allen professionellen Videoüberwachungsanlagen kommen derartige zentrale Langzeitrecorder zum Einsatz, die die Aufnahme von 1 – 32 Kameras übernehmen. Der Vorteil im Gegensatz zu Kameras mit Speicher ist, dass mehrere Kameras zentral aufzeichnen und Sie alle Aufzeichnungen auch live betrachten können. Zudem ermöglichen Festplatten ein Vielfaches der Aufzeichnungszeit von Speicherkarten.

Kameras mit Bewegungserkennung

Bewegungserkennung sorgt dafür, dass effizienterweise nur bei Bildänderungen aufgezeichnet wird. Ein sogenannter Voralarmspeicher ermöglicht, dass die Aufzeichnung bereits ein paar Sekunden vor der eigentlichen Bewegungserkennung startet; somit ist ein Blick vor das auslösende Ereignis möglich. Die einstellbare Nachlaufzeit bestimmt, wie lange die Aufnahme nach der letzten erkannten Bildänderung nachlaufen soll. Gute Langzeitrecorder lassen eine individuelle Bewegungserkennung pro Kamera zu. Hochwertige Recorder erlauben sogar die Bewegungen, die zur Aufnahme führen, durch mathematische Variablen zu definieren, sodass Fehlaufnahmen minimiert werden können. Häufig verwendete Variablen sind neben einstellbaren Bereich und der Ansprechempfindlichkeit die Anzahl der zu vergleichenden Bilder, die Größe des bewegten Objektes sowie die Geschwindigkeit der Bewegung.

Bei voller Festplatte werden die ältesten Aufnahmen gelöscht, um Platz für die neuen zu schaffen. Datenschutzfunktionen ermöglichen zudem, dass nach einer gewissen Anzahl von Tagen die Aufnahmen gelöscht werden. Somit lässt sich eine überwachungskamera-Aufzeichnung an Datenschutzrichtlinien oder Vorgaben des Betriebsrates anpassen.

Moderne Recorder realisieren nicht nur die Aufzeichnung der überwachungskamera. Deren Netzwerkanschluss verschafft parallel den Zugriff über das Netzwerk und Internet – mit Windows, Mac, Tablets oder Smartphone. Dabei können Sie auf die überwachungskameras live oder auf die Aufzeichnungen zugreifen.

Neben der Möglichkeit, sich ein Videoüberwachungssystem aus Recorder und Kamera anzuschaffen, gibt es auch sogenannte Speicherkameras, die bereits mit einer Speicherkarte ausgestattet sind. Genauer gesagt, ist bei Speicherkameras ein SD-Recorder bereits in die überwachungskamera oder im Empfänger der Funkkamera eingebaut.

Tipp: Langzeitrecorder sind heutzutage sehr energieeffizient, Vier-Kanal-Geräte benötigen in der Regel nur ca. 25 Watt.

Neben der Möglichkeit, sich ein Videoüberwachungssystem aus Rekorder und Kamera anzuschaffen, gibt es auch sogenannte Speicherkameras , die bereits mit einer Speicherkarte ausgestattet sind. Genauer gesagt, ist bei Speicherkameras ein SD-Rekorder bereits in die überwachungskamera oder im Empfänger der Funkkamera eingebaut.

Der Vorteil ist, dass eine Videoüberwachung mit Aufzeichnung dezentral und ohne Infrastruktur geschaffen werden kann. Nachteilig ist, dass zur Auswertung die Speicherkarte aus der überwachungskamera entnommen werden muss.

Als Filme kommen die Videoaufnahmen auf SD-Karte. So können Sie sich Ihre Videoaufnahmen sichern und sie im Notfall als Beweismittel heranziehen oder zur Analyse des Tathergangs verwenden. Günstige Speicherkameras lassen die Aufnahme auf 4 GB Karten zu, hochwertige auf bis zu 32 GB. Sollten Sie nicht alle Aufnahmen benötigen, verfügen die Speicherkameras über eine Endlosaufnahme, auch Ringspeicher genannt. Bei voller Speicherkarte werden die ältesten Aufnahmen gelöscht. Im Regelbetrieb läuft die Aufzeichnung im Ringspeicher, nur bei Ereignissen wird die Karte zur Auswertung entnommen.

Wie oben schon erwähnt, sind zahlreiche überwachungskameras Netzwerkkameras. Alle Netzwerkkameras verfügen über ein Softwarepaket, welches die Aufzeichnung der jeweiligen Produktfamilie mit einem Windows-PC ermöglicht. Nachteilig dabei ist, dass ein Computer dazu benötigt wird und nur die Netzwerkkamera-Familie des betreffenden Herstellers verwendet werden kann.

Tipp: Inzwischen sind vereinzelt auch herstellerübergreifende Softwarepakete wie der Klassiker PCGo1984 erhältlich. Diese sind in der Anschaffung jedoch nicht billig.

Neuerdings setzen sich Langzeitrecorder für Netzwerkkameras, sogenannte NVR durch. Diese können einerseits herstellerübergreifend Netzwerkkameras aufzeichnen, da sie die meisten direkt unterstützten. Weiterhin etabliert sich momentan der Onvif-Standard für Netzwerkkameras und NVR. Daher können alle Onfiv-Kameras mit allen Onfiv-NVR aufzeichnen. Effizienterweise sorgt bei NVR und Aufnahmesoftware eine Bewegungserkennung dafür, dass nur bei Bildänderungen aufgezeichnet wird. Die einstellbare Nachlaufzeit bestimmt, wie lange Aufnahmen nach der letzten erkannten Bildänderung weiterlaufen. Der Voralarmspeicher ermöglicht, dass Aufzeichnungen bereits wenige Sekunden vor der Bewegungserkennung beginnen, und auch hier gibt es die automatische einzustellende Löschfunktion, sodass Datenschutzlinien eingehalten werden können.

Hinweis: Viele Netzwerkkameras verfügen über die Möglichkeit, auf SD-Speicherkarten oder auf NAS-Laufwerke im Netzwerk (Speicherplatz im Netzwerk) die Videoaufzeichnungen abzulegen.

Allerdings kann bei HD-überwachungskameras damit keine vollwertige Aufnahme erreicht werden. Da die Rechenleistung einer Netzwerkkamera begrenzt ist, entstehen bei Bewegungserkennung entweder nur kurze Videoclips oder eine Serie von Fotos.

Vollwertige durchgängige Aufzeichnungen sind nur mit passenden NVR oder der Windows-Software möglich. Diese nehmen bei der Aufnahme der Kamera das Handling ab, sodass der Rechner in den Netzwerkkameras damit nicht zusätzlich belastet wird. Nur so können unterbrechungsfreie Videos aufgenommen werden. Deshalb sollten die NVR- oder Windows-Aufzeichnungen Pflicht sein. Die SD-Aufnahme kann nur als Backup dienen.

Hinweis: NVR statt NAS nutzen. Viele NAS bieten über Zusatzlizenzen die Unterstützung von Netzwerkkameras an. In den meisten Fällen wird jedoch dabei die Bewegungserkennung nicht unterstützt. Eine durchgehende Aufnahme wird nicht empfohlen, da die Festplatten dann schnell voll werden, nur ein geringer Zeitraum aufgenommen werden kann und die Auswertung der überwachungskamera-Aufzeichnungen extrem schwierig wird. Ohne Bewegungserkennung müssten Sie die gesamte aufgezeichnete Zeit sichten, um ein Ereignis zu finden.

Tipp: Achten Sie darauf, dass entweder die Bewegungserkennung der Netzwerkkamera in der Kompatibilitätsliste ausdrücklich vorhanden (angekreuzt) ist oder die Lizenz über eine eigene Bewegungserkennung verfügt. Meistens ist es effektiver, die Aufzeichnung einem kompatiblen NVR zu überlassen. Die Anschaffungs- und Stromkosten sind meistens geringer als ein entsprechend erweitertes NAS.

Für und Wider NVR und PC-Festplatte

Wie schon erwähnt, verbrauchen NVR sehr wenig Strom. So sind Geräte bereits mit einer Stromaufnahme von ca. 25 Watt erhältlich.

PCs dagegen benötigen ein Vielfaches an Strom, bestechen aber durch die Realisierungsmöglichkeiten von Raid-Festplatten-Verbunden sowie deren Auswertung an anderen Orten. Daher kann die komplette Videoüberwachung z. B. eines Bahnhofes durch die Entnahme einer gespiegelten Festplatte vollständig an anderem Orten ausgewertet werden, z. B. in der Dienststelle der Bundespolizei.



Am Anfang sollten Sie klären, welchen Typ Überwachungskamera Sie verwenden möchten. Dabei ist unter anderem auch die Festlegung auf Außen- und Innenbereich entscheidend. Wo soll die Kamera angebracht werden? Welche Licht- und Wetterverhältnisse herrschen dort in der Regel? Diese Entscheidung bestimmt, welche Funktionen die Überwachungskamera mindestens haben sollte.

Überachungskamera Objektiv
Ein Objektiv

Neben Lichtstärke und Blenderegelung sind ebenso Schärfentiefe und Brennweite elementare Größen. Die Brennweite bestimmt, wie groß der Bildausschnitt werden soll. Eine hohe Brennweite holt das abzubildende Motiv näher heran. Im Innenbereich wird eher eine kleinere Brennweite verwendet. Je geringer die Brennweite, umso größer der Weitwinkel, umso mehr Raum kann auf dem Video erkannt und überwacht werden.

Zudem ist eine gute Bilddarstellung abhängig von der Wahl der Objektive. Eine Kamera, die beispielsweise an sonnenreichen Plätzen positioniert wird, sollte über blendengesteuerte Objektive verfügen. Für dunklere Bereiche (Schummerlicht) ist hingegen der Faktor Lichtstärke bzw. die Lichtempfindlichkeit wichtig.

TVL und Megapixel

Die Kamera selbst sollte über eine große Anzahl echter Pixel (Bildpunkte) und damit eine hohe Bildauflösung verfügen. Die Bildauflösung kann neben den Bildpunkten in Zeilen und Spalten angegeben werden. Zu letzterem gehört auch die TV-Auflösung PAL. 320 Zeilen pro Bild kann beispielsweise eine PAL-TV-Überwachungskamera SD (Standard) generieren (siehe Analoge Überwachungskamera).
Die Firma Sony ist noch einen Schritt weitergegangen: Kameras von Sony Effio erstellen mit 960 Zeilen pro Bild (960h) eine dreifache Zeilenanzahl und damit eine höhere Bildauflösung.

PAL-TV-Auflösung (Standard)

Seit ca. 20 Jahren sind analoge Überwachungskameras und Videoüberwachungssysteme verbreitet, welche das analoge PAL-TV-Signal im 4:3 Format und in einer Auflösung von ca. 0,44 Megapixeln übertragen. Die Auflösung wird in TV-Linien angegeben, daß PAL-Signal läßt 560 TV-Linien entsprechend ca. 752 x 582 Pixeln zu. Überwachungskameras dieses Typs übertragen 420 - 700 TVL.

420 TVL Pal Analog Überwachungskamera
420 TVL Pal Analog Überwachungskamera

Sony hat das genannte PAL-Signal „aufgebohrt“, in dem die Auflösung auf 700 TVL erhöht wurde. Übliche Langzeitrecorder unterstützen jedoch nur 560 TV-Linien, sodaß erst einmal nicht von einer sichtbaren Qualitätsverbesserung gesprochen wird. Da die Überwachungskamera als Videoquelle höher auflöst als die Aufzeichnung, wirkt das Bild im Videoüberwachungßystem trotzdem geringfügig schärfer, da es bedingt durch die analoge Übertragung weniger oder fast keine Verluste (mehr) gibt.
Sie können es mit der früheren Aufnahme auf einfache Musikkassetten vergleichen: Deren Aufnahmen von CD klangen trotzdem besser als vom UKW-Radio, obwohl physikalisch die Kassette in etwa nur die Radio-Qualität schaffte.
Weiterhin verfügen die Effio-Chips von Sony über sehr gute Farb-, Kontrast-, und Lichteigenschaften, sodaß die Qualität einer solchen Überwachungskamera „gefühlt“ höher ausfällt - auch wenn die Aufzeichnung nur mit 560 TVL stattfindet.
Hochwertige PAL-Langzeitrekorder unterstützen zudem 700 TVL, sodaß die 140 TVL rein mathematisch mit aufgezeichnet werden. Einen Quantensprung in der Videoauflösung sollten Sie sich hier jedoch besser nicht versprechen, da sich die Detailerkennung nur unwesentlich erhöht.

720 TVL Pal Überwachungskamera
Überwachungskamera-Auflösung 700 TVL

Bei hochwertigen PAL-Überwachungskameras mit entsprechend guter Optik ist die Erstellung eines Fahndungsbildes in max. 3,70 Meter breiten Bildausschnitten möglich, bei einer günstigen Überwachungskamera sollten 3 Meter angesetzt werden. Eine wirksame Qualitätssteigerung bezüglich der Detailauflösung ist erst bei einer Überwachungskamera mit Megapixel-Auflösung gegeben.
Der einzige Vorteil von analogen Kameras sind die niedrigen Anschaffungskosten (Überwachungskamera und Aufzeichnung) sowie Austauschbarkeit. Bislang bestehende Kameras können bei einem Defekt oder Verschleiß zeitnah ausgetauscht werden.

Bei Neuanschaffungen bieten Überwachungskameras mit 2 Megapixeln das bessere Preis- / Leistungsverhältnis.

1,3 Megapixel - der erste Qualitätssprung

Überwachungskameras mit 1,3 Megapixeln werden eher selten verwendet, da eine 2-Megapixel-Kamera nur unwesentlich mehr kostet. Sie sind als Netzwerkkamera erhältlich und stellt den ersten wesentlichen Qualitätssprung zu den PAL-Kameras dar. Fahndungsbilder sind in maximal 5 Meter breiten Bereichen möglich.

1.3 Megapixel Überwachungskamera
1.3 Megapixel Überwachungskamera

2,0 Megapixel - ein Standard etabliert sich

Überwachungskameras mit 2 Megapixel-Auflösung setzen sich zunehmend als Standard in Videoüberwachungssystemen durch. Eine 2 Megapixel Überwachungskamera ist als Netzwerkkamera (für Netzwerke) oder als SDI-Kamera (Übertragung per Koaxialkabel) erhältlich. Die unterschiedlichen Übertragungsverfahren sowie deren Vor- und Nachteile sind in der Rubrik „Überwachungskamera-Signalübertragung“ beschrieben. Fahndungsbilder sind im 4:3 Format der 2,0-Megapixel-Netzwerkkameras in bis zu 7 Meter breiten Bereichen möglich. Im Falle der SDI-Überwachungskameras im 16:9- Format darf der Bildaußchnitt dazu 7,50 Meter breit sein. 

Netzwerkkamera 2 Megapixel
Netzwerkkamera 2 Megapixel
SDI Überwachungskamera 2 Megapixel
SDI Überwachungskamera 2 Megapixel

Vorteile von 2-Megapixel-Kameras sind, daß sie auf die Auflösung bezogen über das beste Preis-/ Leistungsverhältnis verfügen. Weiterhin sind passend zu diesen Überwachungskameras Netzwerk- oder SDI-Rekorder preiswert und energieeffizient verfügbar, somit müssen keine teuren und energiehungrigen PCs zur Aufzeichnung bereitgestellt werden.

3 - 5 Megapixel - die schärfsten Überwachungskameras

Wird mehr Detailerkennung erforderlich, sind Netzwerkkameras bis zu 5 Megapixel erhältlich. Bei 3-Megapixel-Kameras können Sie Personen in bis zu 9,40 m breiten Bildaußchnitten identifizieren.

3 Megapixel Überwachungskamera 50 Grad 10m entfernt
3 Megapixel Überwachungskamera 50 Grad 10m entfernt

Bei 5 Megapixeln ist es sogar möglich, Personen in bis zu 12,50 m breiten Überwachungskamera-Bereichen zu erkennen.

5 Megapixel Überwachungskamera 75 Grad 10m entfernt
5 Megapixel Überwachungskamera 75 Grad 10m entfernt

Höhere Detailerkennung durch HD-Kameras

Eine höhere Auflösung, also mehr echte Pixel pro Bild, als die bereits genannten erreichen Sie mit einer HD-Überwachungskamera. Dabei beträgt die Auflösung 1080i bzw. 720p. Eine gute Kamera mit 1,3 Megapixel reicht hierfür schon aus, wenn sie HD-fähig ist, also hochauflösende Bilder erstellt.
Die Einheit P bedeutet so viel wie „progressive“ und steht als Alternative dem Interlace-Verfahren (i) gegenüber.

Während beim Interlace Bilder in Halbbilder eingeteilt werden (siehe TVL und Megapixel), wird beim Progre&ssive-Verfahren mit Vollbildern gearbeitet. HD (P) hat den theoretischen Vorteil, daß mit dieser Methode das berüchtigte Zeilenverschieben (Flimmern) entfällt. Jedoch wird eine hohe Rechenleistung benötigt, sodaß es doch zu Artefakten (Fehlern auf dem Bildschirm) kommen kann.

Lichtempfindlichkeit

Die Lichtempfindlichkeit ist die Angabe der geringsten Beleuchtung, die eine Kamera benötigt, um Bilder machen zu können. Daher wird Sie oftmals auch als Mindestbeleuchtung oder Lichtstärke angegeben. Die Lichtstärke wird in Lux (lat. für Licht) gemessen. Maßeinheit wird mit F angegeben. Wie oben bei CCD und CMOS schon erwähnt, steht und fällt die Bildqualität mit dem Lichteinfall auf das Objektiv, der in den Chip weitergeleitet wird. Je mehr Licht also im Moment der Aufnahmen zur Verfügung steht, umso besser ist die Chance auf gute Ergebnisse. Bei schwachem oder gedämpftem Licht sollten Sie über den Einsatz einer Kamera mit Infrarot-LED nachdenken. Objektive mit einer Lichtstärke von F1.2 bis zu F1.0 bringen unter diesen Bedingungen die besten Bilder zustande. Sind allerdings deutlich kostenintensiver.

Überwachungskamera 1:2.8 Objektiv
Überwachungskamera 1:2.8 Objektiv

Zahlreiche Faktoren haben Einfluß auf die Lichtempfindlichkeit, allen voran die Beleuchtungszeit und Wahl des Objektivs sowie des Bildsensors (CCD / CMOS).
Für die Auswahl einer Kamera nach ihrer Lichtstärke kommt erschwerend hinzu, daß es keinen einheitlichen Standard gibt. Defacto ist es so, daß die Hersteller ihre eigenen Tests durchführen und anhand dieser die Luxwerte bemeßen.

Vorteilhaft haben sich hochwertige Objektive von renommierten Herstellern (Beispielsweise Carl Zeiss) gezeigt, da hier relativ objektive Tests vorhanden sind.

Blickwinkel und Reichweite

Der Blickwinkel (Bildwinkel) einer Kamera gibt an, wie viel Raum Sie in einem Bild „einfangen“ können. Bei einem Bildwinkel von 60 Grad werden alle Objekte abgebildet die sich 30 Grad links und 30 Grad rechts der Kamera befinden. Stellen Sie sich vor, Sie wollen in Ihrem Wohnzimmer ein Familienvideo drehen, auf dem viele Personen Platz finden müssen. Da kann es bei einem kleineren Blickwinkel vorkommen, daß Oma oder Opa an der Seite aus dem Bild „fallen“.
Bei einer Überwachungskamera ist das Prinzip das gleiche. Was die Kamera nicht erfassen kann, bleibt unbeobachtet. Je nach Größe und Verwinkelung Ihres zu bewachenden Raumes bieten sich Kameras an, die einen Weitwinkel von bis zu 175 Grad erreichen. Die gebräuchlichsten Grade liegen bei einer Kamera etwa zwischen 30 bis 80 Grad.
Die Reichweite ist wichtig für die Identifikation in weiter Entfernung. Je höher die Reichweite der Kamera ist, umso deutlicher werden Objekte oder Personen erkannt. Dabei spielt die Scharfstellung der Kamera, also die Brennweite eine entscheidende Rolle.

Brennweite und Zoomfaktor

Die Brennweite gibt an, wie weit Sie mit Ihrer Überwachungskamera zoomen können. Sie wird in Millimetern berechnet. Beim Zoomen sollten Sie jedoch nicht den Bildwinkel vernachlässigen. Je höher der Zoom eingestellt ist, umso kleiner wird der Blickwinkel und umso weniger können Sie auf ihrem Bild sehen. Das angezoomte Objekt wird in den Fokus gestellt. Die Kamera stellt sich auf genau diesen Abschnitt im Bild ein. Die meisten Pixel werden nun in diesem Abschnitt generiert, das heißt, die Auflösung wird in diesem Bereich höher, das Bild an der Stelle schärfer. Die Umgebung fällt entweder ganz aus dem Bild oder wird unscharf.

Zoom bei Überwachungskameras
Zoom bei Überwachungskameras

Tipp: Achten Sie auf die Angabe beim optischen Zoom. Oft genug prahlen die Hersteller mit Zoomfaktoren jenseits aller Vorstellungen. Dabei handelt es sich im Allgemeinen um den digitalen Zoom. Beim digitalen Zoom wird nicht das Bild mittels Objektiv vergrößert, sondern der gewählte Bildaußchnitt wird technisch vergrößert (interpoliert). Das bedeutet, daß Pixel rein rechnerisch hinzugefügt werden, die es vorher nicht gab.

Sie können sich diese Methode so vorstellen, wie bei einem Puzzle, bei denen Ihnen Teile fehlen. Sie legen andere aus ähnlichen Puzzles hinzu und können so Ihr eigenes vergrößern. Jedoch wird es nicht mehr das Original sein.
Bei dem optischen Zoom hingegen erhalten Sie die gewünschte Abbildung.

Blende einer Überwachungskamera
Blende einer Überwachungskamera

Aber auch hier sind Grenzen gesetzt. Je größer der Zoombereich wird, desto eher kann das Bild verwackeln. Bei einer Zoomstufe jenseits der 100mm bietet sich die Verwendung eines zusätzlichen Bildstabilisators (Stativ/Halterung) an. Zudem benötigt die Kamera eine enorme Rechenleistung, die sie oft nur fehlerhaft aufbringen kann. Jedes noch so kleine Zittern - eine wackelnde Halterung oder eine Windböe genügt - hat Auswirkungen auf die Erstellung des Bildes. Hier ist weniger mehr!


Im Außenbereich stören zumeist Umgebungsgeräusche und Winde die Aufzeichnung des Tons. Die Aufnahme des nicht öffentlich gesprochenen Wortes ist verboten, wodurch der Einsatz im Inneren ebenfalls wenig zielführend ist. Nur wenige Szenarien rechtfertigen ein Mikrofon oder Lautsprecher in einer Überwachungskamera, weshalb grundsätzlich davon abzuraten ist.



Für den Außenbereich sind Kameras nötig, die Schnee, Regen und Temperaturschwankungen aushalten. Indoor- oder einfache Überwachungskameras können diese Herausforderungen nicht meistern. Spätestens wenn die Linsen beschlagen oder das Innenleben durch Feuchtigkeit versagt, sollte über die Anschaffung einer wetterfesten Kamera mit einem Schutzgrad von mindestens IP66 nachgedacht werden. Wetterfest sind Kameras mit einem rostfreien Aluminiumgehäuse. Das ist bei Stahlgehäusen beispielsweise der Fall. Die Linsen sind aus Echtglas, sodaß sie nicht so schnell beschlagen, und mit speziellen Gummidichtungen waßerdicht gesichert. Als letzte Schwachstelle verbleiben die Kabel, denn durch die kleinsten Öffnungen kann Wasser in das Gehäuse eintreten. Um diesen Vorfall zu vermeiden, erfolgt die Kabelführung, innenliegend. Bei Kameras mit Wandhalterung wäre der innenliegende Bereich der Sockel. Das Zuleitungskabel wird durch den Wandarm geführt. Im Sockel kann es verbunden werden, sodass die Kabelführung völlig unsichtbar ist.

Blickwinkel einer Außenkamera


Um eine Netzwerkkamera in Ihr Netzwerk einzubinden, benötigen Sie zunächst zwei Dinge, ohne die es nicht geht: Stromversorgung und LAN. Hier gleich ein Tipp, um Kabel einzusparen: Einige digitale Überwachungssysteme unterstützen Power-over-Ethernet (nicht zu verwechseln mit Powerline-Kameras) und können mit einem Adapter über das Netzwerkkabel den Strom beziehen. Das Stromkabel kann also im Schrank bleiben. Voraussetzung hierfür ist, daß Ihr Router oder Switch diese Funktion ebenfalls unterstützt!
Nachdem Sie Ihre Kamera an das LAN angeschlossen haben, installieren Sie die vom Hersteller mitgelieferte Software und prüfen Sie gleich zu Anfang, wo Sie Ihre Sicherheitseinstellungen (Kennwort/Passwort) einrichten können.

IP-Adresse einrichten

Jede Netzwerkkamera hat - wie Ihr Computer auch - eine eigene IP-Adresse. Mit dieser können Sie via Webbrowser auf das Internet oder lokale Netz zugreifen. Die IP-Adresse für Ihre Kamera finden Sie im Handbuch. Sie könnte beispielsweise 192.168.1.17 lauten. Nach der Eingabe und Bestätigung Ihrer IP-Adresse und gegebenenfalls einer Passwortabfrage sind Sie angemeldet.

Hinweis: Die IP-Adresse für Ihre Kamera muss mit der mitgelieferten Windows-Software „IP-Finder“ zunächst auf den Adressbereich im Heimnetzwerk geändert oder ein DHCP-Name zugewiesen werden.

Einstellungen vornehmen

Nun stehen Ihnen mehrere Optionen offen, wie Sie Ihre Kamera konfigurieren können:

  • Bildeinstellungen (Kontrast, Weißabgleich etc.)
  • Kameraposition (z. B. Blickwinkel)
  • Auflösung und Qualität
  • Aktivierung anderer Eigenschaften wie Nachtsicht oder Bewegungsmelder.

Bei der Bewegungserkennung können Sie die Empfindlichkeit festlegen, ab wann Aufnahmen auf SD-Karte oder ein E-Mail-Versand erfolgen sollen. Dafür gibt es zumeist einen Pfeil an einer Skala, den Sie entlang der Skala bewegen können. Oder Sie können ihre Werte bequem manuell eingeben. Das ist bei jedem Hersteller verschieden.
Wenn Sie sich bei verdächtiger Bewegung eine Nachricht zuschicken lassen wollen, sollten Sie der Kamera Ihre E-Mail-Konten mitteilen. Dazu geben Sie im entsprechenden Feld Ihre POP3- oder SMTP-Daten ein.

Fernzugriff per Smartphone

Wenn Sie darüber hinaus einen Fernzugriff auf Ihre Netzwerkkamera wünschen, benötigen Sie einen DDNS-Dienst wie zum Beispiel meinekamera.dyndns.org, was so viel heißt wie dynamisches Domain-Name-System. Dieser ordnet Ihre lokale und zumeist komplizierte IP-Adresse einer externen Adresse zu, sodass Sie von dort aus auf Ihre Kamera zugreifen können.

Der Dienst wird im Router eingerichtet, zudem muss die Kamera über die Port-Weiterleitung oder auch Port-Freischaltung in das Internet geleitet werden. Anschließend ist Ihre Kamera über eine feste Namensadresse im Internet erreichbar.

Manche Hersteller bieten von Haus aus in ihren Kameraeinstellungen DDNS an. Sollte Ihnen der Fernzugriff wichtig sein, wäre es empfehlenswert, dieses Kriterium bereits bei der Kaufentscheidung zu berücksichtigen. Besitzt Ihr Router diese Funktion, dann muss sie nicht in der Kamera verfügbar sein und umgekehrt. Die nun über DDNS generierte URL geben Sie im Browser Ihres Smartphones ein, um den Seitenaufruf zu starten. Anschließend folgen Kennwort und Passwort. Sie können nun über Smartphone auf Ihre überwachungskamera zugreifen.

Tipp: Im Netz gibt es speziell für den Fernzugriff (Remote-Funktion) einige Apps wie IP Cam View, wobei hier die Lite-Version kostenlos zur Verfügung steht. Mit diesen Apps können Sie Ihre Kamera bequem von Smartphone aus steuern.

Eine Überwachung per Smartphone gibt Ihnen ein Stück weit Sicherheit. Es behält Ihr Haus im Blick und Sie haben jederzeit die Möglichkeit selbst zu schauen, ob noch alles in Ordnung ist. Zudem werden Sie durch den Bewegungsmelder bei verdächtigen Aktionen gewarnt. Die Bilder, die Sie auf dem Smartphone sehen, reichen im Grunde aus, um Aktivtäten zu erkennen. Die Personenidentifizierung sollte dann über die auf dem Webserver hinterlegten Bilder erfolgen.

Hinweis: Eine Gefahr liegt im Fernzugriff. Wenn Sie Ihre Netzwerkkamera und den Router im Internet erreichbar machen, verwenden Sie unbedingt sichere Passwörter. Allein der Passwortschutz hält den Eindringling von Ihren Daten fern. Ohne ein effektives Passwort kann jeder sogenannte Hacker oder Cracker („Interneteinbrecher“) nicht nur Ihre Daten einsehen, sondern auch Sie selbst in Ihrem eigenen Haus beobachten. Updaten Sie auch die Kamera, sobald es Ihnen in den Einstellungen angeboten wird. Ab und zu tauchen Sicherheitslücken in der Kamera-Software auf, wobei die Hersteller versuchen, diese mit den nächsten Updates zu schließen.

Exkurs: Fernzugriff auf kabelgebundene Überwachungskameras und Funkkameras

Bei PAL-, SDI- und Funkkameras erfolgt der Zugriff ausschließlich über den Langzeitrecorder. Diese Recorder zeichnen nicht nur das Geschehen auf, sondern sind zudem mit einem Netzwerkanschluß ausgestattet. Somit können diese ebenfalls über das Internet erreicht werden. Auf Videoüberwachungssysteme mit vielen überwachungskameras ist daher prinzipiell der gleiche Zugriff wie auf eine einzelne Netzwerkkamera möglich.

Mit modernen Langzeitrecordern sowie NVR können Sie sogar auf verschiedene Kameras oder die Aufnahme zeitgleich zugreifen.


Grundsätzlich unterscheiden wir in der Videoüberwachung zwischen Netzwerkkameras zum direkten Anschluß an Netzwerke und PAL-/ SDI-Überwachungskameras, welche die Videosignale über Koaxialkabel übertragen.
PAL-Kameras, gekoppelt an einen Langzeitrecorder mit Netzwerkanschluß, sind eine preisgünstige Wahl. Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bieten jedoch SDI-überwachungskameras mit einer Auflösung von 2 Megapixeln.
Die Koaxialübertragung bei einer PAL- oder SDI-Kamera realisiert eine verzögerungs- und ruckelfreie Live-Wiedergabe, welche bestens zur Live-Überwachung (in Supermärkten oder Clubs mit Wachpersonal) geeignet ist.

Schild Videoüberwachung

PAL- und SDI-Überwachungskameras benötigen zur Aufnahme und Wiedergabe einen Langzeitrecorder. Soll ein HDTV-Videoüberwachungssystem über Koaxialkabel errichtet werden, um bereits vorhandene Überwachungskameras zu ersetzen, eignet sich dazu ebenfalls die SDI-Technik.
Die Aufzeichnung von Netzwerkkameras erfolgt auf Windowsservern, PCs oder NVR. Ein Internet-Zugriff ist mit Windows, Android und iOS und somit mit auch mit I-Phones, Smartphones und Tablet in der Regel immer möglich. Dieser Zugriff erfolgt entweder über die Langzeitrecorder und NVR sowie bei den Netzwerkkameras über deren IP-Adresse.
Wir nehmen als Beispiel eine PAL-Kamera und eine 2-Megapixel HD-SDI Kamera.

PAL-Kamera-Aufstellung

Vorteile sämtlicher PAL-Überwachungskameras sind:

  • eine einfache Signalübertragung = Installation ohne Netzwerk oder Fachkenntnisse
  • geringe Anschaffungskosten bei der PAL-Kamera
  • beste Preis-Leistungs-Verhältnis bei der HD-SDI-Kamera
  • variable Objektive zur Einstellung des gewünschten Blickbereiches
  • Objektiv hat Infrarotvarianten, welche eine volle Nachtsichttauglichkeit gewährleisten

Nachteilig ist die auf 0,44 Megapixel (= ca. 600 TV-Linien) begrenzte Auflösung und die Bewegungsunschärfe bei Standbildern der PAL-Kamera.
Entsprechend daraus ergeben sich maximale Bildbreiten für Detailerkennungen: Fahndungsbild (eindeutige Gesichtszüge, „Tankstellenprinzip“):

  • PAL: 700 TVL = 3,80 Meter Bildbreite
  • HD-SDI: 7,50 Meter Bildbreite

Wiedererkennung bekannter Personen und PKW:

  • 540 - 700 TVL = 7,00 Meter Bildbreite
  • PAL: 700 TVL = 7,00 Meter Bildbreite
  • HD-SDI: 13 Meter Bildbreite

Die Entfernungen der Bildbreiten von den Überwachungskameras werden durch deren Blickwinkel (Bildwinkel) bestimmt. Je weiter der Überwachungsbereich für die Kamera entfernt ist, umso teurer werden die Kameras, da Zoom und bei Infrarot-Kameras die Intensität der Nachtsichttechnologie zunehmen. Zudem multipliziert der Zoomfaktor auch die Windvibrationen.
Beispiel:

Ein Bereich von ca. ca. 3,50 m soll mit einer 700 TVL PAL-Kamera überwacht werden, entsprechend einer guten Detailerkennung von Gesichtern. Daraus ergeben sich die entsprechenden Winkel der überwachungskamera sowie deren Entfernung zu dem 3,50 m breiten Bereich. Bei einer 2-Megapixel-Kamera können folgende Entfernungsbereiche verdoppelt werden, da der Bereich zur Detailerkennung 7,50 Meter breit sein darf.

PAL: 1,50 m Entfernung = ca. 100 Grad SDI: 3,00 m Entfernung = ca. 100 Grad Super-Weitwinkel überwachungsbereich direkt vor der Kamera
PAL: 2,50 m Entfernung = ca. 80 Grad SDI: 5,00 m Entfernung = ca. 80 Grad Weitwinkel, typisch für Eingangsbereiche
PAL: 4 m Entfernung = ca. 60 Grad Standard, typisch für Eingangsbereiche, Flure, Garagen
PAL: 7 m Entfernung = ca. 40 Grad leichtes Tele, typisch für Einfahrten, Kaßen, schlauchartige Gänge SDI: 14m Entfernung = ca. 40 Grad
PAL: 10 m Entfernung = ca. 20 Grad SDI: 20 m Entfernung = ca. 20 Grad Teleobjektiv, typisch für Garten- und Grenzlinienüberwachung

Im Nahbereich bis 10 m sollte am besten die Entfernung des überwachungsbereiches zuzüglich 25 Prozent der überwachten Breite entsprechen. Ein 4 m breiter Eingangsbereich sollte demnach aus 4,50 - 7 Meter Entfernung überwacht werden, sodaß die gängigsten und preiswerten überwachungskameras mit 30 - 80 Grad Blickwinkel (2,7 - 8 mm) dafür geeignet sind. HD-Kameras schaffen dabei die doppelte Reichweite bei gleich guter Detailerkennung.
Möchten Sie einen Bereich von 30 m bewachen, bei dem die Kamera 15 m weit entfernt ist und Personen Tag und Nacht erkannt werden sollen, bieten sich vier Lösungen an:

1. Tankstellenprinzip

Sämtliche wichtige Bereiche werden in 3,50 m breite Zonen (bei HD 7,50 m) aufgeteilt (= 1 Tankplatz) und mit jeweils einer 540-TVL-Kamera aus ca. 5 bis 30 m Entfernung überwacht. Dieses Prinzip entspricht einer totalen Überwachung und verursacht maximale Kosten.

2. Intelligentes Konzept

Vorausgesetzt, das Areal verfügt über definierbare Zugangsbereiche, sollten diese mit einzelnen Kameras abgesichert werden. Eingangsbereiche können Sie durch jeweils einer Kamera aus ca. 6 bis 30 m Entfernung überwachen. Sämtliche Personen und Fahrzeuge werden somit "fotografiert".
Bei HD dürfen die Bereiche doppelt so breit sein, Autonummern werden auch bei fahrenden Fahrzeugen erkannt. Bei PAL-Kameras können Autonummern nur bei stehenden Fahrzeugen erfaßt werden.
Zur weitflächigen Überwachung werden zusätzlich einzelne Kameras benötigt, welche das Geschehen nur noch festhalten müßen, da die Personen an den Eingangsbereichen bereits erfaßt sind.

3. Grenzlinienüberwachung

Sind Eingangsbereiche nicht definierbar, zum Beispiel zur Überwachung offener Parkplätze, können entlang der Grenzlinien Tele- bzw. Zoom-Kameras errichtet werden. Um die Anzahl an Kameras zu minimieren sollten Bereiche kontrolliert werden an denen sich die potentiellen Täter aufhalten bzw. stehen bleiben müßen,
Empfehlenswert sind zwei sich gegenseitig anschauende Kameras, jeweils mit einem sehr schmalen Winkel, z. B. 10 Grad. In ca. 12 m Entfernung können somit Personen immer noch identifiziert werden, denn der Überwachungsbereich ist durch das Tele-Objektiv dort erst ca. 3 m breit. Mit zwei Kameras können Sie mit dieser Methode mühelos 35 m absichern. Bei HD verbreitern sich Länge und Breite der Linie um ca. 50 Prozent.

Zur Fahrzeugidentifizierung können Zufahrten, wie beim intelligenten Konzept, separat abgesichert werden. Sämtliche Personen und Fahrzeuge werden somit „fotografiert“. Zur weitflächigen überwachung werden dann noch einzelne Kameras für das Geschehen benötigt, da die Personen über die Grenzlinien und gegebenenfalls die Fahrzeuge über die Zufahrten bereits erfaßt sind.

4. Autotracking

Einen (fast) leeren Parkplatz könnten Sie auch durch eine Kamera mit Auto-Tracking bewachen. Die weitwinklige Kamera ist mit einer PTZ-Funktion ausgestattet und kann verdächtige Personen verfolgen. Mit einer einzigen PTZ-Kamera laßen sich so andere Kameras einsparen. Voraußetzung ist ein Bereich mit wenigen Hindernissen den die Kamera überschauen kann. Dieser sollte idealerweise beleuchtet sein, wie zum Beispiel durch Straßenlaternen.

Bei PAL-Kameras dürfen die Fahrspuren nicht breiter als 4 m sein und das Fahrzeug sollte stehen. Bei HD-SDI darf der Bereich bis zu 9 m breit sein und die Fahrzeuge dürfen bis ca. 40 km/h schnell fahren.

HD versus PAL

Wie Sie sehen, bieten im Vergleich HD-überwachungskameras mehr Detailerkennung.

1.3 Megapixel-Kameras (nur als IP- oder Netzwerkkamera)
Fahndungsbild in bis zu 6 m breiten Bereichen, Wiedererkennung 10 m
2.0 Megapixel (als IP / Netzwerkkameras oder SDI-Überwachungskamera)
Fahndungsbild in bis zu 7,50 m breiten Bereichen, Wiedererkennung 13 m


3.0 Megapixel (nur als Netzwerk- oder IP-Kamera)
Fahndungsbild in bis zu 9 m breiten Bereichen, Wiedererkennung 16 m
zzgl. perfekten Lichteigenschaften bei schlechten Licht und Gegenlicht, tauglich auch direkt gegen die Sonne
5.0 Megapixel (nur als Netzwerk- IP-Kamera)
Fahndungsbild in bis zu 10 m breiten Bereichen, Wiedererkennung 18 m


Wie anfangs bereits erläutert, sind Überwachungskameras in vielen Bereichen anzutreffen. In der Sicherheitstechnik sind die größten Bereiche die des Einbruchschutzes und der Aufklärung eines Tathergangs.

Vorteile

Die Abschreckung von Gelegenheitstätern und die Dokumentation von Ereignissen stehen hier ganz vorn. Ob es der Nachbar oder ein Reh war, der für das Loch im Zaun verantwortlich ist, läßt sich schnell herausfinden.
Aufgrund dieser Möglichkeit zur Dokumentation gibt es einen finanziellen Vorteil, der sich nach der Anschaffung der Kamera und trotz Betriebskosten bald amortisiert. Denn Versicherer bieten Prämien für Policen oft günstiger an. Schließlich sind mit Kameras überwachte Bereiche deutlich weniger von Kriminalität betroffen. Weiterhin ist die Anschaffung bei Gewerbetreibenden von der Steuer absetzbar.

Sichtbare überwachungskameras können ca. 90 Prozent der Kriminalität verhindern und zur Aufklärung beitragen Der Sicherheitsgewinn (gerade an sozialen Brennpunkten) und das gute Gefühl stellen die Anschaffungs- und Betriebskosten bald in den Schatten.

Apropos Betriebskosten: Eine moderne Kamera benötigt nur wenige Watt, um zu funktionieren.

Ein Beispiel:
Wir testen ein System mit vier Profi-Tag/Nacht-Außenkameras (Infrarot) mit internetfähigem Langzeitrecorder und Kabel (Wert etwa 700 Euro). Das komplette System benötigt etwa 70 Watt täglich und somit kaum mehr als eine 60-Watt-Glühbirne aus alten Zeiten.

Die Stromkosten bei € 0,25 kW/h belaufen sich auf etwa 0,45 Euro täglich. Dies entspricht in etwa ca. 165,00 Euro jährlich.

Nachteil

Das größte Bedenken besteht bei vielen in der Gefahr, durch Überwachungskameras erst recht organisiertes Verbrechen anzulocken. Immerhin suggeriert Videoüberwachung, daß etwas Wertvolles bewacht werden muß.
Da gut 90 Prozent aller Einbrüche Gelegenheitstaten sind, könnten diese jedoch gemindert werden. Denn, wie schon erwähnt, wirken Überwachungskameras abschreckend.

Zusammenfaßung der Vor- und Nachteile

Vorteile:

  • Einbruchschutz als Präventivmaßnahme durch Abschreckung von Gelegenheitstätern.
  • Schutz vor Bedrohung, Entführung, Fahrerflucht, Raserei und Gewalttaten.
  • Dokumentation und Beweissicherung des Geschehens.
  • möglicher Rabatt bei Versicherungen (Kulanzsache).
  • Anschaffung steuerlich absetzbar bei Gewerbetreibenden.
Nachteil:
  • Bedenken, organisiertes Verbrechen anzuziehen.

Überwachung durch Kameras zeichnet personenbezogene Daten auf wie Erscheinungsbild oder Gesundheit und kann unter Umständen Angaben über personengebundene Sachverhalte machen (Verhaltensweisen, Wohnort). Daher sind bei Videoüberwachung Datenschutz und Persönlichkeitsrechte eine wichtige Angelegenheit für Datenschützer und durch verschiedene Gesetze geregelt:

  • Allgemeines Persönlichkeitsrecht: Recht auf Achtung und Entfaltung der eigenen Persönlichkeit
  • Recht auf informationelle Selbstbestimmung: das Recht des Einzelnen, die Verwendung seiner personenbezogenen Daten selbst zu bestimmen
  • Arbeitnehmerdatenschutz: allgemeines Persönlichkeitsrecht und Recht auf informationelle Selbstbestimmung als Arbeitnehmer
  • Datenschutzgesetze der Bundesländer: länderspezifische Gesetze zum Datenschutz
  • Bundesdatenschutzgesetz (BDSG): bundesweit geltende Gesetze zum Datenschutz

Videoüberwachung privat

Eine Nutzung von Überwachungskameras im privaten Raum ist grundsätzlich erlaubt, so lange Aufzeichnung und Bildausschnitt nur das Privatgelände abbilden. Sollte Ihre Kamera jedoch auf eine öffentliche Straße zeigen, werden öffentliche Interessen berührt. In diesem Fall können Sie beispielsweise die Wahrung des Hausrechts und die Sicherheit des Grundstücks als konkreter Anlaß heranziehen.

Haben in der Vergangenheit bereits Straftaten stattgefunden, so darf öffentliches Gelände überwacht werden. In diesem Falle steht das Schutzbedürfnis über den Persönlichkeitsrechten der in öffentlichen Bereichen gefilmten Personen. In so einem Falle sollten Sie sich eine Genehmigung durch das Ordnungsamt verschaffen.

Hinweis: Ratsam ist es, als Beweismittel für Straftaten ein Aktenzeichen zur Verfügung zu halten. Sie sollten Straftaten auch anzeigen, um die überwachungskameras darauf folgend rechtfertigen zu können.

Getarnte Überwachungskamera nicht für den Privatgebrauch

Stellen Sie sich vor, Sie haben den Verdacht, Ihre Tagesmutter oder Ihre Putzfrau bestiehlt Sie. Wie wollen Sie sie entlarven, ohne daß die potenziellen Täter es bemerken? Diese Frage müßen Sie sich in Deutschland nicht stellen. Getarnte Überwachungskameras, die dazu dienen, einzelne Dienstleister oder Personen zu überführen, sind laut StGB §201a prinzipiell verboten. Über eine Überwachungskamera müßen Ihre Angestellten mindestens in Kenntnis gesetzt werden.

Videoüberwachung im öffentlichen Raum

Staatliche Stellen und Behörden haben das Recht, im öffentlichen Raum offensichtliche Videoüberwachung durchzuführen. Öffentlicher Raum meint hier öffentliche Straßen, Plätze oder städtische Parkanlagen. Sie dient in erster Linie der Gewaltprävention in Brennpunktbezirken und soll Personen- oder Sachschaden abwenden bzw. Vorfälle dieser Art aufklären. Jedoch müßen sich auch Behörden an bestimmte Gesetzesgrundlagen halten. Eine davon ist die Kennzeichnungspflicht.
Sollten Überwachungskameras installiert werden, muß der Hinweis darauf gut sichtbar platziert werden. In der Regel weisen Schilder auf Videoüberwachung hin.

Schild Videoüberwachung

Die sich aus Video-Aufzeichnungen ergebenen Daten dürfen nur herangezogen werden, wenn sie dem festgelegten Zweck wie Gewaltprävention oder Fassen von Tätern dienen. Alle anderen Daten, die sich dem Zweck nicht unterordnen laßen, müssen gelöscht werden.
Die Kennzeichnungspflicht trifft nicht nur die staatlichen Institutionen. Letztendlich gilt die Aufstellung eines Hinweisschildes für jedes Unternehmen. Dabei ist es gleich, ob Frau Müller in ihrem Waschsalon eine Kamera installiert oder eine Autofabrik für Fertigungsprozeße Videoüberwachung einsetzt.

Hinweis: In der Praxis löschen sich die Festplatten der Aufzeichnungssysteme selbstständig, da bei vollem Datenträger diese automatisch wieder überschrieben werden. Dieses Ringspeicherverfahren schützt bereits systembedingt davor, daß Videoaufnahmen dauerhaft abgespeichert werden

Videoüberwachung in Betrieben

Grundsätzlich ist die Videoüberwachung von Mitarbeitern mit sichtbaren Kameras zulässig. Mitarbeiter und Betriebsräte sollten jedoch in das Projekt eingebunden werden, um das Betriebsklima nicht zu gefährden. Den Zweck der überwachung sollten Sie erklären können und Datenschutzrichtlinien dabei bestimmen. Aufzeichnungsgeräte können so eingestellt werden, daß nach einer gewissen Anzahl von Tagen Aufnahmen automatisch gelöscht werden. Weiterhin muß sichergestellt werden, daß die Aufzeichnungen nur dann ausgewertet werden, falls entsprechende Ereignisse wie zum Beispiel Straftaten, Unfälle oder Störungen rund um den Produktionsprozeß es rechtfertigen. Der Zugang eines Mitarbeiters oder des Betriebsrates zum System wird als vertrauensbildende Maßnahme empfohlen.

Sollen nur Produktionsprozeße wie zum Beispiel Fließbänder überwacht werden, dann sollten Sie die überwachungskameras so auszurichten, daß die Mitarbeiter nicht mit erfaßt werden. Damit entgehen Sie der Verpflichtung hinsichtlich der Datenschutzbestimmungen.

Eine verdeckte Mitarbeiterüberwachung ist zunächst verboten. Eine Ausnahme besteht, wenn Straftaten stattfinden und bereits alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind, diese aufzuklären. Sozusagen darf eine verdeckte Videoüberwachung von Mitarbeitern als letztes Mittel bei Straftatbeständen angewendet werden.

Die verdeckte überwachungsmaßnahme darf sich dann nur auf den Bereich der Straftat beschränken und Aufzeichnungen der überwachungskameras sind nur zu diesem Zwecke auszuwerten.

Hinweis: Nach der Aufklärung müssen die Kameras entfernt werden.

Wichtig ist, daß Sie kein Funkkamerasystem verwenden, da getarnte Funkkameras verboten sind.

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