Sicherheitstechnik

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Alarmanlagen
Sicherheitstechnik Ratgeber
Sicherheitstechnik hat viele Facetten

Sie wollen Ihr Heim gegen Einbruch schützen? Einen Bereich videoüberwachen? Einer Brandgefahr Ihrer Lagerhalle müssen Sie entgegenwirken? Möglicherweise ist es sogar nötig, Ihre Wohnung auf Abhörwanzen zu überprüfen? Das alles können Sie dank Sicherheitstechnik. Sie lässt uns wesentlich ruhiger schlafen. Welche Arten es gibt, wer solche Technik anbieten und betreiben darf, das alles erfahren Sie auf dieser Seite!


Inhaltsverzeichnis unseres Sicherheitstechnik Ratgebers:


Sicherheitstechnik umfasst alle Vorrichtungen, Techniken und Schließanlagen, die der Sicherheit dienen. Unter diesem Begriff finden Sie also Videoüberwachung, Alarmanlagen und Einbruchmeldeanlagen, die Zutrittskontrolle wie auch Techniken zum Abhörschutz oder Mittel für die sogenannte verdeckte Kommunikation.


Warum Sicherheitstechnik
Ein Bedürfnis nach Sicherheit haben wir ein Leben lang

Sicherheit ist ein hohes Gut für uns Menschen. Wenn wir sicher sind, bedeutet das, dass wir in keiner Gefahr schweben, weder in finanzieller noch in psychischer oder physischer Gefahr. Dafür soll Sicherheitstechnik sorgen. Sie soll mögliche Risiken verringern, die geschehen könnten, wenn wir die Technik nicht im Einsatz hätten.

Mit einer Videoüberwachung können Sie sicher sein, dass Sie immer genau wissen, welche Situationen sich gerade im Überwachungsbereich abspielen. Mit einer professionellen Alarmanlage wird der zu überwachende Bereich durch Sensoren und Sirenen abgesichert. Falls ein Täter in Ihr Haus sowie Grundstück eindringen möchte oder sich in Ihrer Lagerhalle ein Feuer bildet, schlägt die Alarmanlage an. So wissen Sie, dass Gefahr droht und können entsprechende Gegenmaßnahmen ergreifen. Mit der geeigneten Schließtechnik verringern Sie das Risiko, dass Ihr Fahrrad, Motorrad oder Auto gestohlen wird – und die Haustür, Terrassentür oder Fenster werden einbruchsicher gemacht.

Bei einigen Einrichtungen ist aufgrund der Sicherheitsbestimmungen Sicherheitstechnik ausdrücklich vorgeschrieben. Spielkasinos, Banken, Sparkassen und Einrichtungen, die mit Datenschutz zu tun haben, sind verpflichtet, Alarmanlagen und spezielle Schließvorrichtungen zu verwenden. Videoüberwachung kann ebenso vorgeschrieben werden. Dies ist zum Beispiel bei Banken und Spielkasinos der Fall.

Zur Sicherheitstechnik zählt jedoch nicht nur das Sichern, sondern auch das Entsichern. Daher ist auch der Schlüsseldienst ein Beruf innerhalb des Bereiches. Der Schlüsseldienst als Sicherheitstechniker repariert Schlösser. Er kann sie mit speziellem Werkzeug jedoch auch öffnen. Ebenso werden Lauschangriffe mit der Sicherheitstechnik entdeckt, wie es zum Beispiel beim Wanzenfinder der Fall ist.

Nachdem wir nun die Frage nach dem Was und Warum geklärt haben, kommen wir zu den einzelnen Bereichen von Sicherheitstechnik.


Zu jeder Tür und jedem abzusperrenden Raum gehört ein Schließsystem, das nach Möglichkeit einbruchssicher ist. Für abzusichernde Objekte im Freien oder in einem Raum wie zum Beispiel Fahrräder oder ein Tresor sind ebenfalls Schließsysteme angebracht.

Stiftschloss

Haus- und Wohnungstüren besitzen in der Regel Stiftschlösser. Das Schloss wird durch senkrecht fallende Stifte verriegelt. Sie blockieren den Weg zur Hinterseite des Schlosses, wo der eigentliche Schließ- bzw. Drehmechanismus liegt. Der Schlüssel, der in dieses Schloss passt, muss also alle Stifte sukzessive nach oben drücken, um zum Drehmechanismus zu kommen und diesen nutzen zu können. Erst wenn alle Stifte oben sind, kann der Schlüssel das Schloss drehen, und die Tür wird entriegelt. Dabei sind die Stifte unterschiedlich groß.

Stiftschloss mit Kerbenschlüssel
Stiftschloss mit Kerbenschlüssel

Weitere Schlösser als Schließsysteme

Das Fallriegelschloss gilt als Vorfahre aller Schlösser und direkter Vorgänger des Stiftschlosses.

Das Speerfederschloss gehört zu den Vorhängeschlössern, mit denen Sie Ihren Kellerraum oder kleine Kammern abschließen. Es besteht aus einem Bügel und dem Schloss selbst. Im Schloss befindet sich eine Sperrfeder. Wird der Bügel auf die Sperrfeder gedrückt, wirkt der Schließmechanismus. Erst der Dreh mit dem passenden Schlüssel löst die Feder vom Bügel.

Das Buntbartschloss wird in den Türen innerhalb einer Wohnung genutzt, die keine Verbindung zu einer Außenseite haben. Sie dienen dem leichten Verschließen der Tür. Innerhalb des Schlosses befindet sich eine Stahlfeder, die durch den Schlüssel angehoben wird. Die Blockade wird somit aufgehoben und der Schlüssel kann im Schloss gedreht werden.

Das Chubbschloss ist wie das Stiftschloss eines der bekanntesten Schließsysteme. Benannt nach seinem Erfinder Jeremiah Chubb handelt es sich hierbei um ein sogenanntes Zuhaltungsschloss. Dieses Schließsystem besteht aus einem mit Stift besetzten Riegel und einer variablen Anzahl an Zuhaltungen, also Blockadescheiben, die individuell mit Schlitzen für den Stift versehen sind.

Mithilfe des passenden gezackten Schlüssels muss der Stift auf dem Riegel erst durch alle Schlitze der Zuhaltungsscheiben geführt werden. Ist der letzte Schlitz erreicht und der Riegel eingezogen, öffnet sich die Tür. Der Schlüssel muss also nach und nach die Scheiben so anheben, dass der Stift in den entsprechenden Schlitz auf der Scheibe einrasten kann. Das Einrasten in den Schlitz verursacht ein leises Klicken. Dieses Geräusch nutzen findige Täter, um sicherzugehen, den nächsten Schlitz gefunden zu haben. In Spionagefilmen rüsten sich Geheimagenten beim Knacken von Chubbschlössern oft mit Endoskop aus. Damit wollen Spione verhindern, dass sie durch ein unerwünschtes zufälliges Geräusch den Klickzeitpunkt im Schloss verpassen. Die Chubbschlösser finden als Schlüsselschlösser oder als mechanische Zahlenschlösser Verwendung.

Mechanische und magnetische Schließsysteme

Schließsysteme gibt es in unterschiedlichen Sicherheitsstufen. Stiftschlösser beispielsweise bestehen aus einem Schließzylinder und mindestens einem passenden Schlüssel. Die Sicherheitsstufen werden gemessen an der Wahrscheinlichkeit, den Schlüssel kopieren zu können, und an der Qualität des Schlosses selbst.

Gute Schlösser haben beispielsweise einen Bohrschutz, der das Aufbohren des Schlosses und damit die Entschärfung des Schließsystems verhindern soll. Beim Bohrschutz kann es sich um ein Schloss aus einem härteren Metall handeln oder um einen speziellen Stift, der dort angebracht wird, wo normalerweise ein Schloss aufgebohrt wird.

Bei den Schlüsseln unterscheiden wir in verschiedene Arten.

Kerbenschlüssel: Der sogenannte Bart des Schlüssels ist mit Kerben versehen. Kerbenschlüssel sehen Sie im Bild “Stiftschloss und Kerbenschlüssel“.

Wendeschlüssel: Hier besteht der Bart des Schlüssels nicht aus Kerben, sondern aus Bohrungen bzw. Vertiefungen. In den Bart hinein werden auf jeder der beiden Seiten die gleichen Bohrungen in exakt der gleichen Entfernung zueinander und zum Rand eingeprägt. So kann der Schlüssel von beiden Seiten verwendet werden. Egal, ob Sie ihn rechts oder links herum halten, der Schlüssel findet ins Schloss und öffnet Ihnen die Tür. Wendeschlüssel sind praktisch für Schließsysteme an etwas schwer zu erreichenden Stellen.

Ein Wendeschlüssel hat auf beiden Seiten die gleichen Bohrungen.
Ein Wendeschlüssel hat auf beiden Seiten die gleichen Bohrungen.

Schlagschlüssel: Sie sind so konzipiert, dass Sicherheitstechniker mit einem speziellen Schlag das Schloss manipulieren und die Tür öffnen können. Jeder Hausmeister oder Schlüsseldienst hat ein Sortiment an Schlagschlüsseln im Repertoire.

Magnetschlüssel: Zusätzlich zu Kerben oder Bohrungen besitzt dieser Schlüssel Magnete. Die Magnete heben spezielle Stifte im Schloss an, die nicht durch Vertiefungen oder Kerben angehoben werden können. Dadurch ist das Kopieren des Schlüssels um einiges schwieriger. Eine Kopie des Schlüssels ohne die entsprechenden Magnete wird das Schließsystem nicht knacken. Magnetschlüssel und -schlösser gehören daher zu Schließvorrichtungen mit einer hohen Sicherheitsstufe.

Schließsystem und Schlüssel mit Sicherungskarte

Hochwertige Schlösser verfügen nicht nur über einen Magnetschlüssel, sondern auch über eine Sicherungskarte. Die Karte ist in etwa so groß wie eine Kreditkarte. Sie soll sicherstellen, dass kein Unbefugter Schlüssel ohne die Sicherungskarte nachmachen lassen kann. Die Karten (früher auch Sicherungsscheine) werden beim Hersteller ausgestellt. Einige bieten in Onlineshops die Kopie eines Magnetschlüssels mittels Sicherungskarte an. Dafür müssen die Sicherungskarten mit Chip ausgestattet sein, oder es wird nach Prüfung auf Echtheit der Karte eine PIN vergeben, mit der sich der Kunde anmelden und eine Kopie seines Schlüssels beantragen kann.

Schlüssel mit Sicherungskarte sind in den meisten Fällen patentiert. Kopiert der Schlüsseldienst einen patentieren Schlüssel, ohne die Sicherungskarte vorher gesehen zu haben, macht er sich strafbar.



Schließanlagen finden sich oft in Mehrfamilienhäusern oder Verwaltungsgebäuden. Deren Schließzylinder werden so gefertigt, dass sie nur für bestimmte Personenkreise verwendet werden können. Es handelt sich also um eine selektive Verwendung. So kann Mieter A beispielsweise mit einem Schlüssel die Haustür, den Fahrradraum, den Keller und die Tür zum Dachboden aufschließen. Dazu ist es auch möglich, seine Wohnungstür mit genau diesem Schlüssel zu öffnen. Mieter B kann ebenso seinen Schlüssel sowohl für das Haus als auch für seine eigene Wohnungstür verwenden. Doch obwohl Mieter A und B beide mit ihrem Schlüssel Zugang zu den Gemeinschaftsräumen haben, können sie nicht einfach die Wohnung des anderen betreten. Da passt ihr Schlüssel nicht ins Schloss.

Hier wurden also Schließsysteme so miteinander kombiniert, dass sie nur für bestimmte – aber eben mehrere Schlüssel – passen. Vorteil ist die geringere Schlüsselanzahl.


Nicht nur Räume, sondern auch Objekte können gesichert werden. Dafür sind Schließvorrichtungen da, die meist an einem Kabel oder einer Metallhalterung befestigt sind. Ummantelt sind in der Regel alle Schließsysteme für Fahrräder mit Silikon oder Kunststoff. Diese Vorkehrung dient weniger dem Schloss als vielmehr dem Lack des Fahrradrahmens, der bei Kontakt mit bloßem Metall zerkratzt werden könnte. Nach der Halterung unterscheiden wir in verschiedene Arten von Schlössern:

Bügelschloss

Bügelschloss am Fahrrad
Bügelschloss am Fahrrad

Es besteht aus einem zweiteiligen unflexiblen harten Metallkörper. Die Halterung ist zu einem Bügel gebogen, mit der das Fahrrad gesichert werden kann. Die Enden des Bügels werden in das untere Teil – das Schloss – hineingesteckt. Sind die Bügelenden rechts und links im Schloss verankert, kann der Schlüssel im Schloss gedreht werden. Der Bügel sitzt nun fest und kann nur durch das Aufschließen des Schlosses mit dem Schlüssel wieder gelöst werden. Vorteil: Der harte stabile Bügel ist nicht leicht zu durchtrennen. Hier muss schon eine Eisensäge oder ähnliches angesetzt werden – und das würde Aufmerksamkeit hervorrufen. Nachteil: Durch seine Inflexibilität ist der Halter in der Sicherung seines Drahtesels etwas eingeschränkter.

Faltschloss

Faltschloss um Geländer und Fahrrad
Faltschloss um Geländer und Fahrrad

Eine recht neue Schlossart ist das Faltschloss. Es besteht, wie das Bügelschloss auch, aus hartem Metall. Im Gegensatz zum Bügelschloss kann es flexibel verwendet werden. Die Halterung ist nicht durchgehend gefertigt, sondern in Glieder zerlegt, die durch eine spezielle Gelenkkonstruktion zusammengehalten werden. Durch diese Technik ist das Schloss ähnlich zu verwenden wie ein Kabel- oder Spiralschloss. Der große Vorteil ist dabei, dass das Faltschloss so flexibel wie ein Kabelschloss, jedoch so stabil wie ein Bügelschloss sein kann. Einzige Schwachstelle ist die Verbindung zwischen den einzelnen Gelenken. Hier kommt es darauf an, wie stabil die Gelenkkonstruktion ist bzw. wie hochwertig die hierfür verwendeten Nieten sind.

Kabelschloss

Das Kabelschloss besteht aus Draht oder Stahlseil. Die Halterung ist kreisrund. An den beiden Enden der Halterung befinden sich die Schlosselemente. Diese werden zusammengesteckt und mit einem Schlüssel fixiert. Das Kabelschloss ist in Gegenden mit einer niedrigen Diebstahlquote wie zum Beispiel auf dem Lande durchaus praktisch. Es ist leicht in der Anwendung und hat weniger Gewicht als ein Bügel- oder Faltschloss. Auch als Zweitschloss wird es gern genutzt. Dieses einfache Schließsystem bietet jedoch nur ein geringes Maß an Sicherheit, da es mit Bolzenschneidern und ähnlichen Werkzeugen leicht zerschnitten werden kann.

Spiralkabelschloss

Junge Frau legt Spiralschloss um Fahrrad und Pfosten
Junge Frau legt Spiralschloss um Fahrrad und Pfosten

Das Spiralkabelschloss ist eine Weiterentwicklung des einfachen Kabelschlosses. Auch dieses besteht aus Draht oder Stahlseil. Im Gegensatz zu einem Kabelschloss ist es jedoch nicht einfach rund, denn wie der Name bereits vermuten lässt, ist es spiralförmig angelegt. Das Schloss zieht sich ähnlich einer Ziehharmonika zusammen und auseinander. Diese Technik spart Platz, sodass ein viel längeres Kabel verwendet werden kann. Spiralkabelschlösser passen also auch durchaus um dicke Pfosten oder entferntere Objekte wie zum Beispiel höher gelegte Geländer – je nach Länge des Kabels. Dennoch, es bleibt ein Kabelschloss. Daher können auch Spiralkabelschlösser nur in Gegenden mit geringer Diebstalquote oder als Zweitschloss empfohlen werden.

Rahmenschloss

Fahrrad mit schwarzem Rahmenschloss am Hinterrad
Fahrrad mit schwarzem Rahmenschloss am Hinterrad

Das Rahmenschloss besteht ähnlich dem Bügelschloss aus hartem Metall und wird am Fahrradrahmen über dem Hinterrad angeschraubt. Am Schließsystem ist ein Hebel angebracht, der den im Schloss befindlichen Bügelriegel hervorschiebt und das Fahrrad mit einer Wegfahrsperre versieht. Ist der Hebel eingerastet und das Fahrrad gesichert, verhindert das Abschließen dieser Sicherheitstechnik eine Entriegelung durch Unbefugte. Mit dem Aufschließen des Schlosses kehrt der Riegel in seinen Ursprungszustand zurück. Vorteil: Das Schloss ist bereits am Fahrrad angeschraubt und kann daher nicht vergessen werden. Außerdem ist es aufgrund des harten Metalls sehr stabil. Nachteil: Es dient lediglich als Wegfahrsperre. Ein anderes Objekt wie zum Beispiel ein Pfosten oder Fahrradständer kann damit nicht verbunden werden. Als Zweitschloss zusätzlich zu einem Bügel-, Falt- oder Kabelschloss ist es jedoch eine Empfehlung.


Die Werkzeuge, die zum Öffnen von Türen und Fenstern ohne Schlüssel bzw. Zahlencode verwendet werden, nennen sich Aufsperrtechnik. Das Öffnen von Türen und Fenstern mittels Werkzeug heißt Lockpicking. Es handelt sich hierbei um ein Verfahren, das in der Regel beim zu öffnenden Objekt keine Schäden hinterlässt. Demgegenüber stehen zerstörerische Methoden wie Aufbohren, Ziehen oder Abbrechen.

Lockpicking-Werkzeuge (auch Picks genannt) verwenden Fachpersonal für Sicherheitstechnik, Hausmeister, Schlüsseldienst sowie Polizei, Detektive oder Spione.

Verfahren

Bekannte Verfahren wurden für die Stiftschlösser entwickelt. Ein Stiftschloss besteht aus einem Schließzylinder, in dem sogenannte Stifte das Schließen ermöglichen oder verhindern. Die oberen Stifte – sogenannte Kernstifte – sind bewegliche Teile. Sie blockieren das Schließsystem. Die unteren Teile – Gehäusestifte – sitzen je auf einer Spannfeder in einer Ausbuchtung. Sie können nur nach unten gedrückt werden und schnellen wieder hoch, wenn die Spannfeder zu weit hinuntergepresst wurde. Beim Lockpicking werden die Kernstifte auf ihre Gehäusestifte gesetzt, ohne dass die Spannung der Feder sie wieder in eine Blockierstellung bringen können.

Für das Öffnen von Schlössern ohne Beschädigungen gibt es im Ganzen drei Hauptmethoden, von denen Sie nun etwas mehr erfahren.

Setzen

Um das Schloss zu entriegeln, wird beim Setzen ein potenzieller Kernstift mittels Absperrtechnik ertastet, der eine hohe Spannung aufweist. Dieser wird vorsichtig in die Spannfeder hineingedrückt, bis die Scherlinie (dort wo Kernstift und Gehäusestift aufeinander treffen) erreicht ist. Die Spannfeder harrt nun an dieser Stelle aus und der Gehäusestift bleibt unten. Kernstift und Gehäusestift sind außer Kontakt. Die Tür ist entriegelt.

Harken / Raken

Bei dieser Technik wird gefühlvoll über die Stifte gestrichen und diese so in ihre Öffnungsposition gebracht. Als Werkzeug dient zumeist ein schlangenähnliches Tool, daher auch Snake-Pick genannt. Dabei bedeutet Harken, dass nur in einer Richtung das Werkzeug verwendet wird. Beim Raken wiederum kann vor und zurück im Schloss operiert werden.

Vibrationen auslösen (Perkussionswerkzeug)

Mit einem speziellen Schlagschlüssel können Sicherheitstechniker bei Stiftschlössern – im wahrsten Sinne des Wortes – auf einen Schlag die Stifte in die richtige Position bringen, sodass für einen Moment das Schloss entriegelt ist. Die Kernstifte bekommen gemeinsam einen Schlag. Diese Vibration wird nach unten an die Gehäusestifte, weitergegeben, worauf sie sich aufgrund des oberen Druckes zurückziehen. Für diesen Moment sind nun Gehäusestifte und Kernstifte voneinander getrennt. Das ist der Zeitpunkt, das Schloss zu öffnen. Nach der manuell erfolgten Vibration sollte das Schloss kurz gedreht werden. Diese Methode verhindert, dass die Gehäusestifte in ihre Sperrposition zurückgelangen können. Neben dem Schlagschlüssel werden auch sogenannte Pickpistolen verwendet.

Aufsperrtechnik / Lockpicking-Set

Lockpicking-Werkzeuge, auch Picks genannt
Lockpicking-Werkzeuge, auch Picks genannt

Die Aufsperrtechnik bekommen Sie als manuelles Werkzeug wie zum Beispiel den Haken (Hook) oder den Snake-Pick. Sie werden einzeln oder aber in Lockpicking-Sets angeboten. Dieses kann durchaus aus rund 20 oder mehr Werkzeugen bestehen.

Darüber hinaus gibt es Batterie betriebene Öffnungstechnik mit verschiedenen Aufsätzen, die Ihnen die Arbeit erleichtern. Die sogenannten Nadeln sind wie die klassischen Tools, zum Beispiel Haken, Snake-Pick, geformt und verrichten dieselbe Arbeit mit schnellerem Erfolg. Neben Elektropicks für einfache Schließsysteme sind im Handel auch solche zu erhalten, die mehrfach verschlossene Zylinder mit einer Anwendung öffnen können.

Es ist hier zu beachten, dass die Elektro-Picks zwar sehr effektiv sind, jedoch ungefähr so viel Lautstärke besitzen wie ein normaler Akkuschrauber. Außerdem können die Aufsetzer früher oder später verschleißen. Achten Sie also auch darauf, dass Ihr Hersteller Ersatz anbieten kann.

Schlüssel kopieren

Jeder gute Schlüsseldienst besitzt ein Schlüsselkopiersystem. Zum Schlüsselkopieren verwenden Sie ein Behältnis mit einer speziellen gelartigen Flüssigkeit, in der Sie den zu kopierenden Schlüssel eintauchen.

Der Bart, das Wichtigste beim Schlüssel, sollte sich im Ganzen in der Flüssigkeit befinden. Nach drei bis fünf Minuten können Sie den Schlüssel wieder aus dem Behältnis entfernen.

Die Abdrücke, die der Schlüssel hinterlassen hat, werden als Schablone für den neuen Schlüssel verwendet. Die Schablone wird noch in der Flüssigkeit mit heißem Metall gegossen, sodass der Schlüssel die Stabilität bekommt, die er beim Aufschließen des zu öffnenden Schlosses benötigt.

Ein Schlüsselkopiersystem bringt die zu verwendenden Flüssigkeiten und entsprechende Härter sowie das Behältnis und zum Teil auch die Werkzeuge mit, die Sie benötigen, um Schlüssel zu kopieren.


Zugangsberechtigungssysteme dienen dem kontrollierten Ein- und Austritt aus einem Gebäude oder Raum. Aus diesem Grund gehören sie ebenso zur Sicherheitstechnik. Unter diesen Begriff fallen sowohl Schließanlagen als auch Alarmanlagen und Videoüberwachung.

Schlüssel aktivieren und deaktivieren

Wie bereits unter dem Abschnitt Schließanlagen erwähnt, ist es möglich, ein Schloss mit unterschiedlichen Schlüsseln zu bedienen. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, elektronisch den Zugang zu aktivieren bzw. deaktivieren. Ein elektronischer Schlüssel kann zum Beispiel bei Verlust deaktiviert werden, sodass dieser auf Knopfdruck nicht mehr für das bis dato passende Schließsystem oder die zu nutzende Schließanlage geeignet ist.

Lesegeräte und Berechtigungskarten

Zutrittskontrolle: dem Kartenleser wird die Berechtigungskarte vorgezeigt.
Zutrittskontrolle: dem Kartenleser wird die Berechtigungskarte vorgezeigt.

Daneben existieren sogenannte Lesegeräte für Berechtigungskarten. Die Kartenleser werden neben der Tür angebracht. Sie sind mit der Schließanlage verbunden und aktivieren bzw. sperren den Zugang zum dahinterliegenden Raum. Auf der Karte befinden sich Name und Nachname des Kartenbesitzers sowie gegebenenfalls seine Mitarbeiterkennung. Nachdem der Karteninhaber als berechtigt authentifiziert wurde, bleibt die Tür für einen Moment entriegelt. Dies ist der Zeitpunkt, um einzutreten. Sobald die Tür wieder ins Schloss fällt, ist eine erneute Bedienung des Kartenlesers erforderlich. Dieses Vorgehen muss sowohl an der einen wie anderen Seite der Tür durchgeführt werden.

Das manuelle längere Aufhalten der Tür ist in den meisten Fällen nicht zu empfehlen, da in der Regel eine Alarmanlage mit der Schließanlage verbunden ist. Mittels stillem oder akustischem Alarm wird zum Beispiel das Sicherheitspersonal informiert.

Mit der Berechtigungskarte lässt sich jedoch nicht nur der Raum absichern. Zugleich kann das System dokumentieren, wer wann und wie lange sich im Gebäude aufgehalten hat. Es kann also auch ganz schlicht als Anwesenheitskontrolle dienen.

In den meisten Fällen handelt es sich bei einer hochwertigen Zutrittskontrolle um elektronische Schlösser oder Lesegeräte, die Sie mit Ihrer Alarmanlage und/oder Videoüberwachung verbinden können. Das Anschließen sollten Sie dabei einem Fachmann überlassen.

Videoüberwachung als Zutrittskontrolle

Auch eine separate Videoüberwachung, unabhängig von der Schließanlage oder dem Schließsystem, kann als Zutrittskontrolle dienen. Positionieren Sie zum Beispiel an den wichtigsten Eingängen zusätzlich Überwachungskameras und stellen Sie sie so ein, dass die Gesichter der Eintretenden zu erkennen sind. Damit schaffen Sie sich eine visuelle Zutrittskontrolle.

Videotürsprechanlagen

Videoüberwachung, Türöffner und Gegensprechanlage zugleich
Videoüberwachung, Türöffner und Gegensprechanlage zugleich

Neben einer aufwändig zu installierenden Videoüberwachung haben Sie auch die Möglichkeit, Türvideosprechanlagen zu verwenden. Diese eignen sich sowohl für Ihre Wohnung als auch Ihr Firmengebäude.

Das Set besteht aus der Kamera, die Sie zum Beispiel wie einen normalen Türspion an die Tür anbringen können, und dem Videoempfänger. Schaffen Sie dazu ein Loch in der Tür in einer Höhe von 1,50 bis 1,65 m, wenn dieses nicht schon vorhanden ist. Geregelt ist die Höhe laut DIN 68706-1 (Februar 2002). Montieren Sie anschließend Ihre Videotürsprechanlage so, dass die Linse auf dem Loch liegt. Mit dem Videoempfänger sehen Sie, wen und was Ihre Kamera durch das Loch erfassen kann.


Wie bereits im obigen Abschnitt angedeutet, zählen zur Sicherheitstechnik nicht nur Schließsystem und Schließanlage, sondern auch Gefahrenmelder und Videoüberwachung.

Videoüberwachung
Videoüberwachung

Unter Videoüberwachung verstehen wir audiovisuelle Aufnahmen mittels Videokamera, die in erster Linie der Beobachtung oder Überwachung dienen. Drei Arten von Überwachungskameras gibt es. Sie werden nach ihrer Übertragung definiert.

Kabelgebundene Überwachungskamera

Kabelgebundene Überwachungskameras nutzen zur Signalübertragung Koaxialkabel. Meistens handelt es sich bei diesen Kameras um PAL-Kameras, also Kameras, die mit dem alten Fernsehstandard Phase Alternate Line (PAL) arbeiten. Das Bild ist je nach Qualität des Gerätes vergleichbar mit dem Fernsehbild eines Röhrenfernsehers. Die PAL-Kamera gehört zu den analogen Kameras. Sie erhält digitale Signale und setzt sie – für die entsprechenden Endgeräte – in analoge Signale um.

Tipp: Sind Sie daran interessiert, Ihre Bilder ins Internet zu übertragen, sollten Sie Ihre PAL-Kamera an einen sogenannten Langzeitrekorder mit Internetzugang anschließen. Eine PAL-Kamera allein kann nicht online gehen. Jedoch macht die Kombination aus Langzeitrekorder (mit Internetzugang) und PAL-Kamera einen Internetzugang möglich.

HD-SDI-Kamera

Kameras mit HD-SDI, also High Definition Serial Digital Interface, schicken und erhalten ihre Signale ebenfalls über Koaxialkabel. Sie gehören zu den Digitalkameras. Es werden also digitale Signale empfangen und weiterverarbeitet. Sie können – wie der Name schon sagt – hochauflösende Überwachungsbilder mit dieser Kamera erstellen. Internetzugang erhält die Kamera ebenso mit einem entsprechenden Langzeitrekorder.

Tipp: Wenn Sie die Vorteile der analogen PAL-Kamera nicht missen wollen, aber auch eine digitale Variante eher bevorzugen, bauen Sie Ihr PAL-Videoüberwachungssystem Schritt für Schritt mit HD-SDI-Kameras aus. Da beide Kameraarten die gleichen Anschlusskabel verwenden, nämlich Koaxialkabel, ist eine Umrüstung problemlos möglich.

Vorteil von kabelgebundenen Überwachungskameras ist die stetige Aufrechterhaltung der Signalübertragung weiterer Komponenten (wie zum Beispiel einer zusätzlichen Alarmanlage) durch die Kabel. Die Geräte können also in ein Kabel-Netzwerk eingebunden werden. Sie als Nutzer müssen keine Latenzzeiten (und damit verruckelte Bilder oder zeitverzögerte Aufnahmen) befürchten, wie es zum Beispiel bei Netzwerkkameras der Fall wäre.

Da sie durch Kabel ebenso an den Stromkreis angeschlossen ist, benötigt diese Überwachungskamera keine Batterien oder Akkus. Da ein Stromausfall so gut wie nicht zu befürchten ist, besteht nur eine sehr geringe Gefahr, dass die Kamera aufgrund von Energiemangel außer Gefecht gesetzt werden könnte.

Aus beiden genannten Gründen eignen sich kabelgebundene Kameras für eine lückenlose, sichere und 24-stündige Rundumbewachung.

Nachteil liegt im Detail: Die Überwachungskamera kann nur dort angebracht werden, wo auch eine oder mehrere Steckdosen zu finden sind. Die Signalübertragung reicht zudem nur so weit wie die Kabelverbindung selbst. Die Kamera und ihre Komponenten sind also immer standortgebunden.

Funk-Überwachungskamera

Im Gegensatz zur kabelgebundenen Variante ist eine Funkkamera nicht an einen Ort gebunden. Je nach Reichweite des Funkstandgerätes – ähnlich einem Standfuß bei einem DECT-Telefon – kann eine Funkkamera auch einen Raum oder zwei weiter angebracht werden. 10 bis 30 m beträgt die Reichweite in Gebäuden. Diese Entfernung können Sie sich als eine massive Wand oder zwei bis drei Leichtbauwände vorstellen.

Funkkameras werden in der Regel an Steckdosen angeschlossen. Sollte dies einmal nicht möglich sein, achten Sie darauf, dass Batterien und Akkus immer genug Strom liefern können.

Bei der Anwendung von Überwachungskameras als Sicherheitstechnik werden Kabelkameras empfohlen. Funk ist störanfällig. Zudem können die maximalen Reichweiten von 10 bis 30 m ebenso mit einem Kabel überbrückt werden.

Sollten Sie als Sicherheitstechnik mehrere Kameras einplanen, ist eine Funkkamera keine gute Empfehlung. Die Signale der verschiedenen Funk-Überwachungskameras würden sich gegenseitig stören.

Vorteil: bedingt flexible Standortwahl.

Nachteil: Störungen sind sehr wahrscheinlich. Mehrere Kameras anzuschließen, ist nicht möglich. Ihre Reichweite beträgt oft nur 10 bis 30 m.

Tipp: Für eine sichere Überwachung wählen Sie kabelgebundene Kameras. Für den Fall, dass kein Kabel gelegt werden kann, stehen neuerdings Videoüberwachungssysteme zur Verfügung, die über die Stromleitung die Videodaten übertragen.

Netzwerk- oder IP-Kamera

IP-Kamera mit Router verbunden
IP-Kamera mit Router verbunden

Während eine Funkkamera ihre Signale über Funk erhält und weiterleitet, geschieht die Datenübertragung bei der IP-Kamera über Netzwerk. So leitet die Kamera die aufgenommenen Bilder in das Netzwerk oder Internet weiter und wird selbst von dort aus gesteuert. Eine Netzwerkkamera ist ausschließlich eine Digitalkamera, in der Regel ist HD-Auflösung Standard.

Ihre Kamera schließen Sie an Ihr LAN (Local Area Network) an, das wiederum den Zugang zum Internet bereitstellt. Die Kamera ist bereits mit Computerkomponenten wie CPU, RAM oder Flashspeicher ausgestattet. Damit kann sie Bild- und Tonsignale verarbeiten und diese intern auf Festplatte speichern. Sie ist in der Lage, auch ohne zusätzlichen PC zu arbeiten und kann direkt mit dem Router verbunden werden.

Um Daten wie Videos oder Bilder aus der Kamera ins Netz zu bekommen, ist ein integrierter Video-Web-Server verantwortlich, der in jeder Netzwerkkamera steckt. Er sorgt dafür, dass die Videos auf virtuelle Webspeicher gelangen, die Sie zuvor angelegt haben sollten. Mittels Software, die ja nach Hersteller und Gerät variiert, sind zusätzliche Optionen möglich. So könnten Sie beispielsweise ein Programm oder eine Hardware mit Festplatte wie einen Langzeitrekorder mit Bewegungserkennung, PTZ-Funktion oder stillem Alarm in bzw. an Ihre Netzwerkkamera installieren.

Eine App, die einen Kamerazugriff ermöglicht, ist generell zu empfehlen. Zusätzlich kann Sie eine Alarmanlage per Anruf oder SMS benachrichtigen. Somit besteht die Möglichkeit, Videoüberwachung und Alarmanlage als Sicherheitstechnik sinnvoll zu kombinieren und gemeinsam zu nutzen.

Vorteil einer Netzwerkkamera: Sie können im Netz und damit überall dort, wo Sie Internet haben, auf Ihre Netzwerkkamera zugreifen. Mit der entsprechenden App sind Optionen wie Livebild und das Abspielen der Aufnahmen möglich. Die Bilder können im Netz gespeichert werden und sind daher für Sie immer greifbar.

Aufzeichnung mit einer IP-Kamera
Aufzeichnung mit einer IP-Kamera

Nachteil: Ohne Internet ist Ihre Netzwerkkamera nur halb so wertvoll. Sie zeichnet zwar alles auf, denn sie läuft über Strom. Jedoch bekommen Sie keinen Fernzugriff bei Gefahr.

Tipp: Powerline-Kabel verwenden: Ihre Netzwerkkameras werden mit je einem Powerline-Adapter angeschlossen. Sind die Adapter mit dem Stromkreis verbunden, sind sie es gleichzeitig mit dem Netzwerk. Diese Methode kann Ihnen einerseits Kabel einsparen sowie ein einfaches Einbinden weiterer Komponenten ermöglichen. Anderseits sind Ihre Kameras gleichzeitig vor Stromausfall gesichert.

Mit einem Powerline-Adapter können Sie Netzwerkkameras und ihre Komponenten miteinander verbinden, indem Sie sie an den Stromkreis anschließen
Mit einem Powerline-Adapter können Sie Netzwerkkameras und ihre Komponenten miteinander verbinden, indem Sie sie an den Stromkreis anschließen

Alternative zu Netzwerkkameras

HD-SDI- und analoge PAL-Überwachungskameras werden, wie schon erwähnt, fast immer an Langzeitrekordern angeschlossen, die über einen Web-Server und damit über einen gleichen Netzwerk- und Internetzugriff verfügen wie die Netzwerkkameras. Alarm- und Videotechnik können also als gemeinsames Sicherheitssystem verwendet werden. Der Vorteil dieser Sicherheitstechnik besteht darin, dass die Videoüberwachungssysteme über ein besseres Preis- Leistungsverhältnis verfügen.

Bauformen

Neben der Unterscheidung nach der Übertragungsart werden Kameras nach ihrer Bauform bzw. nach ihren Funktionen definiert.

Überwachungskamera mit Wandhalterung / Wandarm

Überwachungskamera mit Arm
Überwachungskamera mit Arm

Solche Kameras finden Sie vorrangig auf Firmengeländen oder an öffentlichen Plätzen. Sie haben eine rechteckige sowie runde Form oder kommen als kuppelförmige Domekamera vor. Sie können feststehend oder ptz-fähig sein. Ihre Bauform wirkt eher abschreckend, daher sind viele Attrappen und Dummys nach dieser Bauform gestaltet.

Dome-Kamera

Domekameras erkennen Sie an ihrer Halbkugel-Form. Sie sind in Kaufhäusern oder im Öffentlichen Nah- bzw. Fernverkehr an der Decke oder an der Wand zu finden. Ihre Form erlaubt eine scheinbare Rundumabtastung. Wohin die Kamera im Inneren, die durch den kuppelförmigen Mantel geschützt wird, gerade zeigt, kann so schnell nicht erraten werden. Das Kuppelglas ist oft milchig bis undurchsichtig von außen.

Domekameras im Großmarkt
Domekameras im Großmarkt

Die Bauform hat nicht nur praktische, sondern auch psychische Aspekte. Straftäter können nicht wissen, welchen Bereich die Kamera gerade detektiert und fühlen sich somit überall beobachtet. Auf die Mehrheit der Personen wirkt die Kamera eher unauffällig im Gegensatz zu einer Wandkamera.


Vorteil: Dome-Kameras sind besonders effiziente Sicherheitstechnik. Sie beobachten unaufdringlich scheinbar alles.

PTZ-Überwachungskameras und Speed-Dome-Kameras

Speed-Dome-Kameras sind PTZ-Domekameras mit Wandarm. Sie lassen sich mithilfe eines Steuerpults und Joysticks steuern.

Nachdem nun mehrmals der Begriff PTZ erwähnt wurde, soll hier eine kleine Erläuterung folgen: PTZ (englisch) steht für Pan Tilt Zoom. PTZ-Kameras können also schwenken und sich neigen und besitzen zudem eine Zoom-Funktion. Die Steuerung kann automatisch erfolgen oder Sie können Ihre Kamera manuell von der Ferne aus steuern.

Domekameras im Großmarkt
Domekamera als PTZ-Überwachungskamera

Rechteckige PTZ-Kameras mit Wandhalterung können sich entsprechend ihrem Abstand zwischen Halterung und Decke bzw. Halterung und Wand bewegen. PTZ-Dome-Kameras (Speed-Dome-Kameras) dagegen sind in der Lage sich um 360 Grad zu drehen und 180 Grad zu neigen. Ihre Bewegungen sind nicht abhängig von dem Abstand zwischen Wandhalterung und Decke bzw. Wand. Vielmehr ist es ihr Kuppelmantel, der sie in ihrer Bewegung einschränkt oder ihnen mehr Freiraum verschafft.

Diese steuerbaren Kameras werden als Sicherheitstechnik meistens bei bemannten Beobachtungen eingesetzt, wie z. B. bei Kaufhausdetektiven oder beim Pförtner. Sie sind jedoch sehr groß und unterliegen einem mechanischen Verschleiß. Bei Aufzeichnungen werden zudem nicht alle Bereiche aufgenommen. Eine Nachtsicht ist meistens nicht vorhanden, sodass beim Betrieb Lichtquellen immer erforderlich sind.

Vorteil gegenüber den herkömmlichen Kameras: PTZ-Kameras können aufgrund ihrer Beweglichkeit mehr Bereiche abtasten.

Nachteil: Bereiche, die sie gerade nicht abtasten, bleiben unbewacht. Nachtsicht ist nicht möglich, da diese Kameras Licht benötigen. Hinzu kommen der mechanische Verschleiß und die Preisintensität.

Tipp: Bei unbemannten Sicherheitslösungen wie bei Haus-, Firmen- und Grundstücksüberwachungen ist es sinnvoller, die Bereiche auf mehrere Festpositionen aufzuteilen. In der Summe sind sie auch nicht teurer als eine steuerbare Kamera und bieten zudem in fast allen Fällen noch ausreichende Nachtsicht. Alle Bereiche sind überwacht und aufgezeichnet. Mechanisch können Kameras ohne PTZ-Funktion nicht verschleißen. Nutzen Sie als Alternative HD-Kameras. Eine HD-Auflösung bietet aufgrund der hohen Bildqualität eine optimale Zoommöglichkeit in den Bildinhalt. Als neu zu errichtende Sicherheitstechnik sollten Sie daher mehrere HD-Überwachungskameras einplanen als eine steuerbare.

Minikamera

Minikamera mit Halterung
Minikamera mit Halterung

Eine Kamera, deren Objektivöffnung und Bau sehr klein ist, nennt sich Mini-Kamera. Der Türspion zählt zu dieser Art Sicherheitstechnik. Damit ist nicht ein Loch in der Tür als Vorrichtung gemeint, sondern ein elektronischer Türspion, der aufzeichnet, welcher Besuch gerade vor Ihrer Tür steht. Obwohl Minikameras sehr klein sind, kann ihr Innenbau ausreichend ausgestattet sein, um zum Beispiel HD-Auflösung oder Nachtsicht zu ermöglichen.

Minikameras befinden sich hinsichtlich der deutschen Rechtsprechung in einem Graubereich. Sie sind, wenn man weiß, dass sie da sind, offen sichtbar. Durch ihre Größe sind sie jedoch nicht immer gleich zu erkennen. Ein Hinweis mit der Aufschrift „Vorsicht Videoüberwachung“ kann da Abhilfe schaffen. Dieser Hinweis ist übrigens bei jeder offensichtlichen Videoüberwachung gesetzlich Pflicht.

Getarnte Kameras

Getarnte und Minikameras
Getarnte und Minikameras

Bei einer getarnten Kamera handelt es sich um ein Kameramodul, das in ein Gehäuse eingebaut wird. Beliebte getarnte Kameras sind zum Beispiel Wanduhr mit Kamera oder Wecker mit Kamera. Minikameras, die aus Spionagezwecken in ein Gerät gesteckt oder an ein anderes angebracht werden, zählen ebenso zu den getarnten Kameras. Auch sehr wirkungsvoll ist der Einbau in Rauchmelder-Attrappen.

Infrarot-Nachtsichtkamera

Infrarot-Überwachungskamera: Kamera mit IR-Dioden
Infrarot-Überwachungskamera: Kamera mit IR-Dioden

Die Erfahrung zeigt, dass nicht nur Empfang und Bauform für Interessenten wichtig sind, sondern auch die Möglichkeit bestehen sollte, das Gebiet Tag und Nacht überwachen zu können. Dafür eignen sich Infrarot-Überwachungskameras. Hier gibt es drei Qualitätskriterien, die Sie beachten sollten: Lichtempfindlichkeit, Farbempfindlichkeit, Unschärfe.

Aufgrund dieser drei Kriterien lassen sich folgende Klassen von Infrarot-Kameras (IR-Kameras) bilden:

  • IR-Kameras mit geringer Nachtreichweite: Sie sind die preisgünstigsten und sollten nur für den Nahbereich (bis zu 3 m) verwendet werden.
  • Ökonomische IR-Kameras: verfügen über einen Sensor, bei dem in der Nacht die IR-Dioden zugeschaltet werden. Aufgrund ihrer Farbempfindlichkeit kann leichtes Rauschen entstehen und in der Nacht eine leichte Unschärfe.
  • Professionelle IR-Kameras: verfügen über eine separate Nachtsichttechnologie und schalten daher extra in den Tag- bzw. Nachtmodus. Im Nachtmodus werden nur Schwarz-Weiß-Bilder erstellt, sodass ein Farbrauschen nicht entstehen kann. Im Tagbetrieb kommt es nicht zu Farbverfälschungen, da in dieser Zeit kein Infrarotbetrieb verwendet wird.

Des Weiteren kann diese Sicherheitstechnik über Zusatzleistungen wie zum Beispiel Bewegungssensoren verfügen oder an Alarmanlagen angeschlossen werden. Zu Alarmanlagen erfahren Sie im nächsten Abschnitt mehr.


kabelgebundene Alarmanlage
kabelgebundene Alarmanlage

Alarmanlagen sind sogenannte Gefahrenmeldeanlagen, kurz Gefahrenmelder, die Sie bei Gefahr warnen. Neben der Einbruchmeldeanlage gehören ebenso Wassermelder oder Brandmelder dazu.

Diese Sicherheitstechnik besteht im Grunde immer aus folgenden Hauptbestandteilen:

Zentrale: Hier laufen die Signale von den Sensoren ein und werden verarbeitet. Wird eine Unstimmigkeit im Überwachungsbereich festgestellt, werden entsprechende Signale an den Signalgeber (Sirene) weitergegeben.

Bedienelement: Das Bedienelement steuert die Zentrale sowie die Verbindungen zu den einzelnen Komponenten (Sensoren, Sirenen). Mit diesem Bauteil kann die Alarmanlage scharfgeschalten oder deaktiviert werden.

Sensor: Mit den Sensoren wird die Umgebung auf Unregelmäßigkeiten beleuchtet. Werden zum Beispiel Bewegungen, Geräusche, Temperaturunterschiede oder Vibrationen detektiert, erfolgt eine Meldung an die Zentrale.

Signalgeber: Der Signalgeber hat die Aufgabe, akustischen und/oder visuellen Alarm zu erzeugen. Bei Gefahr wird er von der Zentrale aktiviert.

Einbruchmeldetechnik – häufiger Einsatz von Alarmanlagen

Die Sensoren einer Alarmanlage detektieren den Überwachungsbereich. Sie sind die Komponenten, die Änderungen in ihrer Umgebung wahrnehmen und an die Zentraleinheit weiterleiten. Diese Komponenten werden nach ihrem Zweck bestimmt.

Öffnungsmelder

Melder für Türen und Fenster sind sogenannte Öffnungsmelder. Sie zeigen Ihnen an, wenn sich ein Fenster oder eine Tür merklich öffnet. Öffnungsmelder bestehen aus zwei Bestandteilen:

  • Bauteil mit Magnet und Zugang zur Zentraleinheit
  • Bauteil mit Magnet (Gegenstück zum ersteren)
  • Sie werden durch Reedkontakte (Magnetkontakte) aktiviert.

Öffnungsmelder für Fenster befestigen Sie am Innenrahmen und am Fensterflügel. Das Bauteil mit Zugang zur Zentraleinheit (der eigentliche Öffnungsmelder) wird an den Innenrahmen des Fensters montiert. Das Gegenstück wird an den Fensterflügel angebracht. Beide Teile sollten auf gleicher Höhe montiert werden.

Mit einem Öffnungsmelder lässt sich ein Fenster nur sehr wenig öffnen. Sobald ein gewisser Abstand überschritten wird, geht der Alarm los
Mit einem Öffnungsmelder lässt sich ein Fenster nur sehr wenig öffnen. Sobald ein gewisser Abstand überschritten wird, geht der Alarm los

Wenn nun das Fenster nach Aktivierung dieser Einbruchmeldetechnik geöffnet wird, vergrößert sich der Abstand zwischen den beiden Magneten. Diese Änderung löst den Alarm aus.

Die gleiche Methode wird bei Türkontakten angewandt. Das Bauteil mit Magnet und Zugang zur Zentraleinheit bekommt einen Platz am Türrahmen. Das Bauteil mit Magnet wird an die Innenseite der Tür angebracht. Vergrößert sich der Abstand zwischen den beiden Kontakt-Teilen, wird die Zentrale alarmiert.

Glasbruchmelder

Glasbruchmelder tragen Sorge dafür, dass bei unerlaubtem Beschädigen des Fensterglases Alarm ausgelöst wird.

Glasbruchmelder gibt es in verschiedenen Arten. Die drei bekanntesten seien her genannt.

Akustische Glasbruchmelder:

Glasbruchmelder
Glasbruchmelder
Diese Sensoren werden in der Nähe und nicht unmittelbar am Fenster angebracht. Ihre Aufgabe besteht darin, das Brechen von Glas zu hören. Sie sind in der Lage Schallwellen zu orten, welche brechendes oder zerbrochenes Glas erzeugt.

Passive Glasbruchmelder: Die Sensoren werden direkt auf der Fensterscheibe platziert. Sie reagieren auf ungewöhnliche Vibrationen, die zum Beispiel durch zerbrochenes Glas erwirkt werden.

Aktive Glasbruchmelder: Diese Art versetzt die Scheiben in Schwingung, daher sprechen wir von „aktiven“ Glasbruchmeldern. Wird diese Schwingung durch Unstimmigkeiten unterbrochen, wird der Alarm ausgelöst.

Erschütterungsmelder
Erschütterungsmelder alarmieren bei Erschütterungen. Wenn also Ihr Laptop mit einem solchen Melder (scharfgeschalten) versehen ist, erfahren Sie per Alarm, wann Ihr Laptop unerlaubterweise bewegt wird. Ebenso werden wertvolle Gemälde mit einem Erschütterungsmelder ausgestattet. Hebt ein Unbefugter das gesicherte Bild an, geht der Alarm los.

Bewegungsmelder
Eine der Standardkomponenten im Bereich Einbruchmeldetechnik sind Bewegungsmelder. Sie können mit Infrarot, elektromagnetischen Wellen oder Ultraschall arbeiten. Am häufigsten im Einsatz sind Infrarot-Bewegungsmelder, kurz IR-Sensor. Dabei sind die PIR-Varianten (Passive Infrarot) die bekanntesten. Objekte werden über ihre ausstrahlende Wärme detektiert. Für diese Bewegungssensoren sind bewegende Objekte unnatürliche Temperaturschwankungen in der Umgebung.

Täter im Radar eines Bewegungssensors
Täter im Radar eines Bewegungssensors

Während Bewegungsmelder ausschließlich Objekte über die Bewegung erkennen, müssen sogenannte Präsenzmelder auch ruhende Personen (sitzend/stehend) detektieren. Im Grunde sind Präsenzmelder sehr hochwertige Bewegungsmelder. Sie müssen bereits auf die kleinste Änderung reagieren.

Sie kennen diese Technik aus der Beleuchtungsbranche. Wenn in Ihrem Flur das Licht wie durch Zauberhand angeht, ist dies das Werk eines Bewegungssensors. Ebenso verhält es sich mit Bewegungssensoren bei einer Alarmanlage. Sobald unvorhergesehene Änderungen (sich bewegende Objekte) eintreten, wird die Zentraleinheit benachrichtigt. Die wiederum leitet weitere vorprogrammierte Schritte ein wie zum Beispiel stillen Alarm, akustischen oder optischen Alarm.

Signalgeber/Sirene

Die Zentraleinheit übermittelt die Signalauslösung an den Signalgeber, bei dem es sich zumeist um eine Sirene handelt. Signalgeber können akustischen, aber auch optischen Alarm auslösen. Letzterer wird zum Beispiel durch grelles Xenonlicht erzeugt.

Außensirene

Ein Beispiel für eine Außensirene
Ein Beispiel für eine Außensirene
Wie der Name bereits vermuten lässt, ist die Außensirene für den Außeneinsatz gedacht. Sie wird am Außenbereich eines Gebäudes angebracht und dient der Alarmierung der Umgebung sowie der Abschreckung der Täter. Sie kann manuell durch das Betätigen eines Knopfdruckes aktiviert werden (wie zum Beispiel beim Feuermelderknopf). Fast immer wird die Außensirene bei Einbruchalarm durch die Alarmzentrale ausgelöst, um in der Nachbarschaft Aufmerksamkeit zu erwecken und die Täter zu vertreiben. Die Außensirene sollte in einem wetterfesten Gehäuse stecken, da sie Wind und Wetter ausgesetzt ist. Um Sabotageakte zu unterbinden, sollten Sie Ihre Sirene weit oben anbringen, wo auch Sie nur mit der passenden Leiter herankommen, insofern die Leiter anschließend sicher weggeschlossen werden kann.

Innensirene

Ein Beispiel für eine Innensirene
Ein Beispiel für eine Innensirene
Ein robustes Außengehäuse benötigt die Innensirene nicht. Das ist auch schon der wichtigste Unterschied in der Bauform. Kleine und versteckte Sirenen sollten Sie als Innensirene verwenden. Sie sind meistens unauffälliger in der Gehäuseart und sollten auf den ersten Blick schwer als solche wahrzunehmen sein. Innensirenen können den Täter noch mehr verunsichern als Außensirenen. Da der Schall des akustischen Alarms innerhalb der Wohnung sich schwer verteilen kann, bleibt der Ton entsprechend laut und unangenehm. Die Sirene schreckt den Täter in seinem Handeln auf. Im besten Falle unterbricht er seine Arbeit und sucht schnell das Weite.

Stiller Alarm – wie werde ich informiert?

Bei einer Alarmanlage ist in der Regel bereits technisch die Möglichkeit eingebaut, dass sie ihre Nutzer bei Gefahr alarmieren kann. Diese Benachrichtigung wird als stiller Alarm bezeichnet, weil sie für den Täter und die Umgebung kein optisches oder akustisches Signal erzeugt. Nur Sie als Geschädigter und involvierte Personenkreise wie zum Beispiel Familie und Sicherheitspersonal wissen von diesem stillen Alarm. Dazu hinterlegen Sie im Gerät die notwendigen Telefonnummern, E-Mail-Adressen und/oder Mobilfunknummern. Das Wahlgerät wird bei Gefahr die hinterlegten Kontaktdaten über einen Vorfall informieren. Sprechen Sie sich daher zuvor mit Ihren ausgewählten Zielpersonen ab.

Für die Benachrichtigung gibt es je nach Typ und Hersteller mehrere Methoden:

Anschluss an die Telefonbuchse: Das Wahlgerät in der Alarmanlage wird direkt mit der Telefonleitung verbunden.

DECT-Anschluss: Sollten Sie zuhause nicht über einen analogen Telefonanschluss verfügen, können Sie das Wahlgerät wie ein DECT-Telefon (Schnurlostelefon) an den Router anschließen.

GSM – Alarm per Mobilfunk: Besitzt Ihre Alarmanlage ein GSM-Teil, können Sie den stillen Alarm über Mobilfunk senden lassen. Dazu stecken Sie eine SIM-Karte in den vorgesehenen Schacht und lassen die Mobilfunknummer freischalten. Achten Sie darauf, dass der Empfang immer gegeben ist! Nutzen Sie also ein Mobilfunknetz, das für Ihre Region besonders empfehlenswert ist. Andernfalls kann es passieren, dass im entscheidenden Moment kein stiller Alarm gesendet wird, weil der Funkkontakt nicht ausreichend vorhanden ist.

Alarm per Mobilfunk: Legen Sie in den Schacht die SIM-Card ein und lassen Sie Ihre SIM-Karte freischalten
Alarm per Mobilfunk: Legen Sie in den Schacht die SIM-Card ein und lassen Sie Ihre SIM-Karte freischalten

Alarm via E-Mail: Mit einer Netzwerkkamera mit Alarmeingang können Sie sich eine Benachrichtigung über das Internet zukommen lassen. Als einzige Möglichkeit den stillen Alarm via E-Mail zu planen, davon ist abzuraten. Eine Internetverbindung von 24 Stunden/7 Tage die Woche kann kein Provider aufrechterhalten. In der Regel kommt es jede Nacht zu einer kurzen Unterbrechung. Störungen im Netz können den Internetzugang sogar für Stunden sperren. Sollte in dieser Zeit der stille Alarm gesendet werden, wird er nicht bei Ihnen ankommen.

Tipp: Am sichersten sind Sie, wenn Sie Ihre Anlage an das Festnetz anschließen. Gegen eine zusätzliche Benachrichtigung via Mobilfunk oder Internet ist ebenso nichts einzuwenden. Letztgenannte sollten jedoch nicht die Standardmethode darstellen.

Bei der praktischen Anwendung von Alarmanlagen in der Sicherheitstechnik werden akustischer und stiller Alarm fast immer kombiniert. Denn es ist oft erwünscht und sehr empfehlenswert, dass bei lautem Alarm ebenfalls der oder die Geschädigte, das Sicherheits- und Wachpersonal sowie dritte Personen informiert werden.


Zur Sicherheitstechnik gehört nicht nur die Einbruchmeldetechnik, sondern auch allgemein die Gefahrenmelder wie Wasser- oder Brandmelder. Letztere müssen inzwischen in fast allen Bundesländern angebracht werden. Jedes Land hat dafür seine eigenen Gesetze. Einzige Ausnahmen waren bisher Sachsen, Brandenburg und Berlin. 2013 beschloss Berlin ebenso eine Rauchmelderpflicht in Wohnhäusern. Diese soll 2016 und mit Ausnahmeregelungen auch bis 2020 durchgesetzt werden. In Sachsen ist nach wie vor keine Rauchmelderpflicht in Sicht. Jedoch ist das Thema noch lange nicht zu den Akten gelegt worden.

Warum Brandschutztechnik?

Rauch entsteht durch das Verbrennen von Materialien. Je nachdem welche Materialien betroffen sind, ist Rauchentwicklung lebensbedrohlich. Sie ist zwar nur der Vorbote des Feuers, das im besten Falle nicht einmal ausbrechen muss. Durch die Entstehung giftiger Gase ist es jedoch möglich, dass Sie Opfer einer Rauchvergiftung werden, bevor der Brand entsteht. Kleber, PVC und Metalle können einen tödlichen Cocktail erzeugen. Während Hitzemelder erst reagieren, wenn die Temperatur ansteigt, können Rauchmelder bereits wesentlich früher auf die wachsende Gefahr aufmerksam machen.

Was bedeutet Rauchmelderpflicht?

Rauchmelder sind in den Räumen zu installieren, die als Fluchtweg dienen. Darüber hinaus fordern einige Bundesländer wie zum Beispiel Baden-Württemberg Rauchmelder im Kinderzimmer und im Schlafzimmer.

Tritt die Gesetzregelung neu ein, sind zunächst die Neubauten betroffen. Ab einem gewissen Tag X müssen alle neugebauten Gebäude in den entsprechenden Räumen mit dieser Brandschutztechnik ausgestattet werden. Eine Übergangsfrist gibt es für Bestands- und Altbauten, die sich über Jahre hinziehen kann.

Was sind Rauchmelder?

Rauchmelder
Rauchmelder

Rauchmelder sind Gefahrenmelder für Hitze und Rauchentwicklung. Die bekanntesten Modelle sind optische oder Ionisationsrauchmelder.

Optische Rauchmelder besitzen – einer Kamera ähnlich – einen Sensor, der mit Lichtstrahlen arbeitet.

Es gibt zwei Arten von optischen Rauchmeldern. Bei der ersten Variante wird anhand des direkten Lichteinfalls geprüft, ob eine Rauchentwicklung vorliegen kann. Durch Rauch gelangt weniger Licht in die Fotozelle. Ab einem bestimmten Grad an Lichtwegfall wird der Alarm ausgelöst.

Bei der Streulichtvariante wiederum ist es genau andersherum. Das Licht befindet sich neben, aber nicht auf der Fotozelle. Solange das Licht also streut, weniger Stärke besitzt, ist alles im sicheren Bereich. Wenn nun Rauchentwicklung entsteht, wird das Licht durch die Rauchpartikel umgelenkt, wobei mehr Licht als im gewöhnlichen Zustand auf die Fotozelle trifft. Je mehr Licht auf die Fotozelle gelangt, umso höher ist die Stärke des Lichtes. Ab einer gewissen Lichtstärke wird der Alarm ausgelöst.

Ionisations-Rauchmelder
Ein solcher Rauchmelder erzeugt mittels Ionen um sich herum ein schwaches radioaktives Feld und hält diesen Bereich so unter Spannung. Treffen nun Rauchpartikel auf dieses Feld, wird diese Spannung gestört. Die Störung löst den Alarm aus.

Hitzemelder

Hitze- oder Wärmemelder reagieren auf eine rasche Änderung der Raumtemperatur oder schlagen Alarm, sobald die Raumtemperatur einen bestimmten Grad-Celsius-Bereich übersteigt.

Neben der Brandmeldetechnik zählen auch Gas- und Wassermelder zur Sicherheitstechnik. Solche Gefahrenmelder können Sie bei der Planung einer Alarmanlage berücksichtigen oder – wie bei Funk-Brandmelder möglich – später hinzufügen.


Einbruchschutz, Gefahrenmelder und Brandmeldetechnik sind Anlagen, über die Privatpersonen verfügen können. Im folgenden Abschnitt bewegen wir uns nun in Bereichen, die für Ermittlungen entscheidend sein können.

Abhörschutz

Haben Sie die Befürchtung, dass Sie abgehört werden, gibt es einfache Mittel dagegen. Die zum Abhörvorgang verwendeten Sender (Wanzen) arbeiten mit Funk. Diesen gilt es zu detektieren bzw. die Sender selbst ausfindig zu machen. Dafür werden HF-Detektoren, also Hoch-Frequenz-Detektoren, verwendet. Die Detektoren prüfen Ihre Wohnung auf Geräte, die im Hochfrequenzbereich arbeiten und spüren so die Wanzen auf.

HF-Detektor: Profi-Wanzenfinder
HF-Detektor: Profi-Wanzenfinder

Ihr neuer HF-Detektor sollte einen Frequenzbereich bis mindestens 12 GHz bedienen können. So ist er nicht nur in der Lage, Tonsender, deren Funkfrequenz meistens bei 433 oder 868 MHz liegt, ausfindig zu machen. Er kann auch in den GHz-Bereich hinein detektieren und somit DECT, WLAN, Mobiltelefone und Videosender sicher auffinden.

Wenn Sie sichergehen wollen, dass der HF-Detektor funktioniert, können Sie sich bei einem Händler für Sicherheitstechnik einen Testsender gleich mitbestellen. Der Sender sendet in einem bestimmten Frequenzbereich, sodass Sie ihn mit dem Detektor orten können. Auf Bild- und Tonübertragung wird verzichtet, der Sender ist tatsächlich nur zum Testen da.

Hinweis: HF-Detektoren finden nur Geräte, die Signale aussenden. Daher können zum Beispiel Mini-MP3-Recorder, die zur Überwachung eingesetzt werden, auf diese Weise nicht gefunden werden.

Hinweis: Bei dem Einsatz von Wanzenfindern als Sicherheitstechnik sind Geräte aus deutscher Fertigung mit 12 GHz Grenzfrequenz zu empfehlen. Billiggeräte schaden hier nur. Viel wichtiger ist aber der korrekte Umgang. Wir sind in der Regel von zahlreichen Sendequellen wie Mobilfunkmasten, Handys, WLAN, Funkkameras, schnurlosen Telefonen usw. umgeben. Nur mit technischem Sachverstand lassen sich bei der Wanzensuche diese Sendequellen von Abhörtechnik unterscheiden.

Verdeckte Kommunikation

Unter verdeckter Kommunikation verstehen wir Kommunikation mit für die Öffentlichkeit nichtsichtbaren Geräten. Darunter zählen zum Beispiel Induktionshörer.

Induktionshörer

Induktionshörer sind schnurlose Ohrhörer, die eine verdeckte Kommunikation realisieren. Sie werden ins Ohr gesteckt und sind damit für Unbeteiligte unauffällig. Die Signalübertragung erfolgt in einer Sprachqualität, wie Sie sie beim Telefonieren gewohnt sind. Strom erhalten die Induktionshörer durch Batterien.

Ein Induktionshörer-Set besteht aus mehr als nur den Ohrhörern. Hierzu gehören ebenso eine Senderhalskette und das entsprechende Funkgerät mit Sender. Die Senderkette legen Sie sich um den Hals.

Wichtig: Tragen Sie die Halskette unter der Kleidung, wenn auch Ihre Induktionshörer unentdeckt bleiben sollen.

An die Kette wird Ihr Minifunkgerät angeschlossen und der Empfänger für die Ohrhörer. Je nachdem, ob Ihre Ohrhörer die Signale über Bluetooth oder Funk erhalten, wird der entsprechende Empfänger an das Minifunkgerät angesteckt.

Hinweis: In Gebäuden kann es passieren, dass Sie einen kleinen Brummton hören. Das ist aber völlig normal und kein Grund zur Sorge. Es handelt sich dabei um die Induktionsfelder der Stromleitungen und Lampen. Moderne Markengeräte wie die von Phonak unterdrücken diese Störung weitestgehend.

Induktionshörer können nicht nur für Minifunkgeräte verwendet werden, denn alternativ sind Handys ebenso als Sendegerät geeignet. Zu beachten sei hier, dass die Störempfindlichkeit höher ist als bei einem Minifunkgerät.

Diese Störempfindlichkeit, was sich als Rauschen bemerkbar macht, kann jedoch verringert werden. Dafür haben Hersteller – ähnlich wie beim DECT-Telefon – eine digitale Rauschsperre (Auto-Squelsch) eingebaut. Sie hören nur Geräusche, wenn Ihr Partner mit Ihnen kommuniziert. Spricht Ihr Partner nicht mit Ihnen, bleibt der Ohrhörer still. So werden Sie nicht unnötig von Umgebungsgeräuschen abgelenkt.

Induktionshörer sind als Sicherheitstechnnik zwar vorrangig bei Ermittlungen, Spionage und im Personenschutz präsent. Darüber hinaus werden sie jedoch im allgemeinen Gebrauch ebenso von Künstlern und Theatermitarbeitern eingesetzt. So könnten zum Beispiel Regieanweisungen über Induktionshörer erfolgen, die der Schauspieler auf der Bühne umzusetzen hat. Wenn der Schauspieler seinen Text einmal vergessen hat, kann mit dieser Sicherheitstechnik zum Beispiel unterstützend eingegriffen werden.

Wer kennt sich mit Sicherheitstechnik aus?

Nachdem Sie einen Überblick gewonnen haben, was zur Sicherheitstechnik zählt, erfahren Sie nun zum Abschluss, wer in Deutschland Sicherheitstechnik überhaupt installiert und wo Sie Spezialwissen über dieses Fach in Deutschland erlernen.

Sicherheitstechnik als Studienfach ist in mehrere Disziplinen eingeteilt:

  • Arbeitsschutz
  • Gebäudesicherheit
  • Umweltschutz
  • Brand- und Explosionsschutz
  • Bevölkerungsschutz
  • Sicherheit im Luftverkehr.

In Deutschland können Sie Ingenieur für Sicherheitstechnik werden mit Diplom oder Bachelor bzw. Master. Weitere Bezeichnungen sind zum Beispiel Überwachungsingenieur oder Sicherheitsingenieur.

Wenige Universitäten bieten Studiengänge an, die sich mit Gebäudeschutz und Personenschutz beschäftigen, darunter fallen:

Bergische Universität Wuppertal

Hochschule Magdeburg-Stendal

Technische Akademie Südwest e. V. in Kooperation mit der Fachhochschule Kaiserslautern

Hochschule Furtwangen

Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin

Neben dem eigentlichen Sicherheitsingenieur ist auch der Facility-Manager mit Themen der Sicherheitstechnik vertraut – vor allem was die Technik und Sicherheit im Gebäude betrifft. Übernimmt er nicht die Herstellung, ist er doch für die Betreuung zum Beispiel der Schließanlagen zuständig.

Nicht zu vergessen, verfügt jeder gute Schlüsseldienst über Lockpicking-Werkzeuge und Spezialwissen über das Schlüsselkopieren. Schlüsseldienste kommen meistens aus dem handwerklichen Bereich wie zum Beispiel Tischlerei, Schlosserei, Schusterei oder der Metall verarbeitenden Industrie. Nicht jeder kann jedoch Schlüsseldienst werden. Für die Befähigung zu dieser Tätigkeit müssen Sie zuvor ein Führungszeugnis bei der Stadt oder Gemeinde vorlegen. Eine Lehre oder einen Studiengang wie beim Sicherheitstechniker oder beim Facility-Manager gibt es nicht. Inzwischen werden aber Weiterbildungen zum Schlüsseldienst angeboten. Hier lernen Sie unter anderem die zerstörungsfreie Technik Lockpickung kennen, aber auch Methoden, die Schaden verursachen. Letztere werden nur in Absprache mit dem Kunden durchgeführt. Darüber hinaus erfahren Sie die rechtlichen Grundlagen von Sicherheitstechnik, sodass Sie in Ihrem Handeln auf der sicheren Seite sind.