Eine Überwachungskamera? | Ratgeber & PROFI-Shop 

Überwachungskamera

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Überwachungskamera

1.1. Überwachungskamera mit WLAN

WLAN-Überwachungskameras funktionieren nicht sicher. Ist genau so, als würde man mit vielen Smartphone an allen Überwachungskamera-Standorten gleichzeitig HD-Video schauen. Dabei laufen die Daten lediglich in die andere Richtung. Die Reichweiten sind in der Praxis zu gering und betragen nur ca. 10 - 20 Meter sowie maximal durch zwei massive Wände. Die Videos setzen aus, Aufnahmen sind somit unmöglich. Das WLAN selbst wäre dabei bereits durch die Kameras ausgelastet und stünde für andere Anwendungen wie Video-Streaming und Internet nur noch langsam zur Verfügung.

1.2. Überwachungskamera kabellos

Kabellose Überwachungskameras, welche direkt mit Funk übertragen, funktionieren nicht sicher. Nur eine kabellose Übertragung über das Stromnetz mit Powerline funktioniert gut. Denn bei Funkkameras werden im 2.4. GHz-Bereich die gleichen Frequenzen verwendet, wie im überall vorhandenen WLAN. Es kommt zur gegenseitigen Störung. Das WLAN wird in der Geschwindigkeit stark beeinträchtig. Und die Bilder der Überwachungskameras sind mit Streifen und Aussetzern widerrum durch das WLAN gestört. Weiterhin hat der Funk einer kabellosen Überwachungskameras real mit 10 - 20 Metern und max. durch ein bis zwei massive Wände nur eine sehr geringe Reichweite, welche zu weiteren Beeinträchtigungen führt.

WLAN Überwachungskamera
Nicht empfohlen: WLAN- und Funk-Überwachungskameras

Überwachungskamera kabelgebunden

Überwachungskameras sollten grundsätzlich kabelgebunden sein, damit diese gut funktionieren. Behörden, Tankstellen und Supermärkte verwenden deshalb grundsätzlich verkabelte Kameras.

SDI-Überwachungskameras
Empfohlen für privat und kleines Gewerbe: HD-SDI überträgt klar, digital und störungsfrei auf Koax-Kabeln und ermöglicht Auflösungen von 2 Megapixel. SDI genügt für kleine Überwachungsbereiche.
SDI-Überwachungskameras
Empfohlen für kleines Budget: AHD/TVI überträgt analog und in HD auf Koax-Kabeln, ermöglicht Auflösungen von 2 Megapixel und ist bedingt durch die analoge Übertragung allerdings nicht so klar und störungsfrei wie SDI. Insbesondere die schwarz/weiß Nachtbilder, bei denen es auf eine präzise Signalübertragung in hoher Dynamic zwischen schwarz und weiß ankommt, sind unschärfer, als bei SDI.
IP-Überwachungskameras
Empfohlen für große Flächen, anspruchsvolle Privatanwendungen, Gewerbe und Netzwerke: IP-Überwachungskameras, welche über LAN-Kabel angeschlossen werden, erreichen mit 4 bis 8 Megapixel deutlich mehr Auflösung. Diese sind für größere Flächen und gewerbliche Anwendungen zu empfehlen bzw. dann, wenn über bereits vorhandene Netzwerke (LAN) übertragen werden soll.

Überwachungskamera mit Powerline-Übertragung

Drahtlos und sicher können Überwachungskameras funktionieren, wenn diese über das Stromnetz per Powerline übertragen. Dabei sind wie bei den IP-Kameras Auflösungen bis 8 Megapixel möglich.

Powerline-Übertragung
Empfohlen: drahtloses System über das Stromnetz mit Powerline

2) Kameras von E-Bay, Amazon, Wish und co.

Diese vermeintlichen Sonderangebote taugen zum sicherheitsrelevanten Einsatz überhaupt nicht. Amazon-Rezensionen von Käufern, welche diese Billigproduke einsetzen wollten beweisen, dass da "gar nichts" funktioniert. Es scheitert an Aufzeichnung und Bedienung. App- und Fernzugriff sind nicht nutzbar und/oder übertragen über chinesische Server. Menüs und Anleitungen in Deutsch mangelt es ebenso. Und oft sind Bildqualität und Nachtsicht nicht zu verwenden, die Technik ist veraltet und mit falschen und überzogenen Daten beworben.

China-Videosystem
Nicht mehr empfohlen: Systeme direkt aus China.

3) Kein Überwachungskamera-Test

Ein Überwachungskamera-Test sollte vor dem Kauf passend zur jeweiligen Anwendung bzgl. Auflösung, Qualität, Entfernung, Breite und Nachtsicht auf Testbildern angefordert und begutachtet werden.

Testbild
Empfohlen: Vor dem Erwerb die Leistung auf Testbildern begutachten!

4) Überwachungskameras nicht aus Deutschland

Wir empfehlen, aus einem System-Sortiment eines deutschen Marken-Anbieters die Überwachungskameras auszuwählen. Deutsche Anleitungen und Menüs, Support, Garantie einwandfreie Funktion sowie funktionierender Fern- und App-Zugriff werden so sicher gestellt.

Vorsicht! Im Internet treten dänische und niederländische Anbieter auf, welche mit Briefkastenfirmen den Eindruck eines deutschen Lieferanten erwecken. Wir wissen, dass diese Waren nicht zurück nehmen!

deutscher Anbieter Überwachungskameras
Empfohlen: Der Erwerb beim deutschen System-Anbieter inkl. der Begutachtung von Testbildern!

5) Kein in Full-HD, falsche Überwachungskamera-Auflösung

Überwachungskameras werden nicht in HD-Auflösung erworben. Häufig fallen Käufer auf besonders günstige Amazon oder E-Bay Angebote herein. So werden z. B. vier Überwachungskameras mit Rekorder für unter 80 Euro angeboten. Jedoch handelt es sich dabei um Kameras mit SD, PAL bzw. 640 x 480 VGA Auflösung, alle entsprechen ca. 0,4 Megapixel. Die Technik ist inzwischen vollkommen veraltet. Der PAL-Videostandard wurde in den 50iger Jahren entwickelt. Ereignisse und Gesichter sind schlecht oder gar nicht erkennbar. Für Entfernungen ab drei Meter bzw. für große Flächen sind Überwachungskameras ohne HD überhaupt nicht geeignet.

720 TVL Pal Überwachungskamera
Nicht empfohlen: Alte PAL- oder VGA-Kamera-Auflösung.

Seit 2013 gibt es 1K 2 Megapixel Kameras (1080p) und diese gelten inzwischen im Fernsehen und bei Überwachungskameras als Mindest-Standard. Unter 2 Megapixel sollte keine Überwachungskamera angeschafft werden. Die 1K Kameras sind als AHD, SDI oder IP-Kameras verbreitet. Auch von 1.3 Megapixel bzw. 720p raten wir ab, da diese bei nahezu halber Auflösung kaum günstiger sind als die 2 Megapixel. Seit 2016 setzen sich 2K 4 Megapixel Kameras inkl. guter Nachtsichtfunktion sowie seit 2018 4K UHD 8 Megapixel für gut beleuchtete Flächen durch. Diese Überwachungskameras definieren einen neuen Standard und sind als Powerline- oder Netzwerkkameras erhältlich.

Überwachungskamera zwei Megapixel
Mindestens empfohlen: 1K Überwachungskamera mit 2 Megapixel Auflösung für kleine Flächen wie Privathäuser und kleines Gewerbe. Fahndungsbilder sind in max. 7 Meter breiten Bereichen möglich. Die Wiedererkennung bekannter Personen und Autos in max. 14 Meter Breite. Die Entfernung hängt von unten beschriebenen Punkt 6) Blickwinkel ab.
Überwachungskamera zwei Megapixel
2K 4 Megapixel Überwachungskamera mit 4 Megapixel Auflösung für mittlere Flächen, Gewerbe und anspruchsvolle Privathäuser. Fahndungsbilder sind in max. 11 Meter breiten Bereichen möglich. Die Wiedererkennung bekannter Personen und Autos in max. 20 Meter Breite. Die Entfernung hängt von unten beschriebenen Punkt 6) Blickwinkel ab.
Überwachungskamera zwei Megapixel
4K UHD Überwachungskamera mit 8 Megapixel Auflösung für große Flächen, Gewerbe und anspruchsvolle Privathäuser. Fahndungsbilder sind in max. 21 Meter breiten Bereichen möglich. Die Wiedererkennung bekannter Personen und Autos in max. 40 Meter Breite. Die Entfernung hängt von unten beschriebenen Punkt 6) Blickwinkel ab.

6) Kamera-Blickwinkel falsch und 180 ~ 360 Grad

Das Schärfe und Blickwinkel zum gewünschten Überwachungsbereich der Überwachungskamera passen müssen, wird oft übersehen. Eine 360-Grad Kamera soll von der Decke aus einen ganzen Raum überwachen. Deren Tiefenschärfe beträgt aber nur zwei Meter. Oder eine einzige weitwinklige Kamera soll einen weitläufigen Außenbereich videoüberwachen und Personen dabei in 10 Meter Entfernung identifizierbar erfassen.

180Grad
Überwachungskamera mit 180 Grad Blickwinkel, nur für absolute Nahbereiche geeignet.

Um Personen und Ereignisse verwertbar in Flächen zu erfassen, empfehlen wir Überwachungskameras mit einem Blickwinkel von kleiner als 100 Grad. Ein ganzer Raum kann so aus einer Ecke erfasst werden. Es haben sich Überwachungskameras mit einstellbarem Blickwinkel durchgesetzt. Diese sind kaum teurer, als Kameras mit festem Blickwinkel. Dadurch müssen die Entfernungsbereiche nur noch "in etwa" bekannt sein, da sich die Kamera einstellen lässt. Manunterscheidet die im folgenden benannten Bereich a) bis c).

Nahbereich
a) Nahbereich 1 - 10 Meter für weitwinklige Überwachungskameras mit 30 - 100 Grad Blickwinkel. Die werden direkt vor der videoüberwachten Fläche installiert.
Fernbereich
b) Fernbereich 9 - 30 Meter Tele mit 15 - 30 Grad und c) Super-Fernbereich 20 - 100 Meter Super-Tele mit 5 bis 15 Grad Blickwinkel. Diese Tele-Überwachungskameras werden aus 9 - 100 Meter vor dem Überwachungsbereich installiert. Und filmen "im Tunnelblick" bis zum Ziel auch noch den Abschnitt davor. Somit können bei entsprechender Platzierung Grenzen, Zäune und Wege mit erfasst werden. Je nach Blickwinkel 30 bis 5 Grad und der Installationshöhe sind die ersten 5 bis 30 Meter im Nahbereich "tot" und daher nicht oder zu schmal erfasst.

Wählen Sie bitte die Überwachungskamera passend zum überwachenden Bereich aus und prüfen Sie mit Hilfe Testbildern. Bei größeren Flächen teilen Sie diese in mehrere Bereiche nach folgenden drei Methoden auf:

mehrere Weitwinkel-Überwachungskameras
Mehrere Weitwinkel-Überwachungskameras überwachen den gesamten Bereich. In den jeweils vorderen Sektor werden werden Personen klar und deutlich aufgenommen. Je nach Auflösung und Blickwinkel beträgt diese Entfernung 3 - 15 Meter. Ereignisse sind auch im hinteren Bereich bis zu 40 Meter gut erfasst. Die Kameras sollten so verteilt werden, das Personen durch deren Nahbereich gelangen müssen, um diese identifizierbar zu erfassen.
mehrer Tele-Überwachungskameras
Alternativ dazu können in langen Bereichen und bei optisch freier Flucht Tele-Überwachungskameras gegeneinander oder hintereinander eingesetzt werden. Deren fordere lange und linienartiger Bereich erfasst Personen klar und kann dabei entlang von Gebäuden, Wegen, Zäunen usw. verlaufen. Im hinterm Bereich, je nach Blickwinkel 30 - 5 Grad ab 15 - 100 Meter, sind dann Flächen breit erfasst. Beim Betrieb zweier Tele-Überwachungskameras gegeneinander oder mehrerer hintereinander z. B. "im Kreis", ergibt sich eine Mischung aus nahezu durchgängig vorhandener Detail- und Flächenüberwachung. Beispiel: Zwei gegeneinander gerichtete Super-Tele-Überwachungskameras mit 4 MegaPixel Auflösung können einen ca. 80 Meter langen und 10 Meter breiten Bereich gut abdecken. Zwei Tele-Kameras 40 Meter lang und 20 Meter breit.
mehrere Überwachungskameras
In großen unübersichtlichen und verwinkelten Flächen bietet es sich an, die beiden oben genannten Konzepte zu kombinieren. Weitwinkel-Überwachungskamera überwachen grundsätzlich das Geschehen und erfassen im vorderem Bereich auch noch Personen identifizierbar und scharf. Zur Personen- und Fahrzeugerkennung für weitere Orte und Brennpunkte, wird jeweils eine zusätzliche Kamera aus der Nähe oder eine Tele-Überwachungskamera aus der Entfernung inkl. dem Tunnelblick bis dorthin verwendet.
Weitwinkel-Blickwinkel
Überwachungskamera mit eingestellten 85 Grad Blickwinkel für Nahbereich direkt davor
Tele-Blickwinkel
Tele-Überwachungskamera mit eingestellten 17 Grad Blickwinkel für Fernbereich 11 - 25 Meter
Super-Tele-Blickwinkel
Super-Tele-Überwachungskamera mit eingestellten 7 Grad Blickwinkel für Fernbereich 30 - 60 Meter

7) Überwachungskamera-Nachtsicht falsch ausgewählt

Oft wird die Nachtsicht falsch ausgewählt, da den leider falschen Angaben der meisten Verkäufer „blind“ vertraut werden. So sollen kleine, nur faustgroße Überwachungskameras, 50 Meter und mehr ausleuchten.

40LED-NAchtsicht
Schwache Nachtsicht einer kleinen Überwachungskamera

Begutachten Sie vor dem Kauf die Nachtleistung der Überwachungskamera mit Hilfe von Testbildern. Achten Sie dabei auf Ihren Bereich bzgl. Blickwinkel und Entfernung. Hohe Nachtreichweiten sind nur mit großen Kameras möglich. Faustgroß kleine Überwachungskameras haben bezogen auf Ereignisse maximal 15 - 30 Meter Infrarot-Nachtsicht. Gesichter von Personen sind dabei nur auf den ersten 4 - 8 Metern tauglich zur Identifizierung.

100LED-Nachtsicht
Stärkere Nachtsicht einer großen Überwachungskamera

8) Wildkameras, Akku- und Batteriekameras

Batterie- oder akkubetriebene Überwachungskameras funktionieren nur verzögert oder überhaupt nicht. Diese werden erst durch einen Bewegungsmelder mit ein paar wenigen Metern Reichweite in Gang gesetzt, um so Strom für eine längere Betriebszeit zu sparen. Übertragung und Aufnahmen finden dadurch einige Sekunden verzögert statt. Denn die Kamera muss erst hochfahren. Dadurch fehlt der Anfang jeder Überwachungskamera-Aufzeichnung. Durch die ausbleibende Betriebswärme bei vergleichsweise per Stromnetz betriebenen Kameras frieren Batterie- und Akku-Überwachungskameras im Winter so wie außen geparkte Autos einfach ein. Bei kurzen oder fernen Ereignissen außerhalb der Bewegungsmelder-Reichweite sowie im Winter kann dadurch überhaupt nicht übertragen werden. Ebenso, wenn Akkus oder Batterien leer sind.

Akkukamera
Nicht empfohlen: Akku- und Batteriekameras, frieren im Winter ein, lösen verzögert aus.

Wildkameras werden ebenso wie oben beschrieben mit Akkus oder Batterien betrieben. Es werden darüber hinaus nur Fotos oder kurze Videos aufgenommen. Der Aufnahmebereich ist schmal und die Nachtsicht reicht nur für den Nahbereich, um Tiere direkt vor der Kamera im Sinne des Erfinders zu beobachten.

Wildkamera
Nicht empfohlen: Wildkameras.

Verwenden Sie richtige Überwachungskameras, welche mit dem Stromnetz verbunden sind. Diese sind immer betriebsbereit und frieren durch die geringe Eigenwärme im Winter nicht ein. Alle unsere Langzeitrekorder, an welche diese angeschlossen werden, zeichnen durch einen Zwischenspeicher bereits vor, während und nach Bewegungen sicher auf.

Überwachungskamera mit Stromanschluss
Empfohlen: Richtige Überwachungskameras mit dauerhaften Anschluß.

9) Kamera-Bauform und Schutzgrad falsch gewählt

Eine falsche Überwachungskamera-Bauform wirkt unprofessionell. Und wenn die Kamera außen eingesetzt ist, wird diese ohne ausreichenden Schutzgrad durch Frost und Feuchtigkeit zerstört.

falscher Schutzgrad
Falsch gewählt, Überwachungskamera nicht für außen geeignet.

Achten Sie auf passendes Design und richtige Bauformen. In Außenbereichen muss auf den Schutzgrad von mindesten IP65 oder besser IP66 (staubdicht und besonders wasserabweisend) geachtet werden. Überwachungskameras sind in verschiedenen Gehäusefarben angeboten, so dass eine Auswahl passend zum Ambiente möglich ist. Weiße oder silbergraue Domkameras, das sind kleine runde und ballförmige Überwachungskameras, sind in Innebereichen sehr beliebt und werden unscheinbar an Decken oder Wänden installiert. Ebenso in Eingangsbereichen Innen und Außen. Aber sonst werden in Außenbereichen Überwachungskamera mit Wandarm wegen der besseren Möglichkeit zur Ausrichtung und deren stärkeren Nachtsicht gewählt. Denn in deren größere Gehäuse passen einfach mehr Nachtsicht-LED. Eine Domekamera ist kleiner und hat dadurch vergleichsweise geringere Nachtsicht durch weniger LED.

Sofern eine Domekamera an einer Wand installiert ist, kann diese nicht exakt parallel zur Wand schauen. Dies können nur die Überwachungskameras mit Wandarm oder wenn die Domekamera an einer Decke installiert ist.

Zur verdeckten Videoüberwachung müssen Minikameras oder getarnte Überwachungskameras verwendet werden. Diese verfügen aufgrund der kleinen Bauform nicht über Infrarot-Nachtsicht-LED und benötigen deshalb bei Dunkelheit eine Zwangsbeleuchtung.

Cloud
Richtig ausgewählte Überwachungskamera-Bauform, eine weiße Dome-Kamera mittig hängend an einer Deckenplatte im Supermarkt.

10) Set mit gleichen Überwachungskameras verwenden

Bei einem Set sind alle Kameras gleich!

Nur wenn wirklich alle Anwendungen gleich sind, ist es sinnvoll, ein Set zu bestellen. An einem quadratischem Haus oder im Supermarkt kann dies so sein. Oft sind in einem Projekt allerdings unterschiedliche Anwendungen abzudecken. So wird im Garten eine große Überwachungskamera mit hoher Nachtsicht benötigt, am Eingang jedoch eine kleine. Deshalb raten wir dazu, ein System mit unterschiedlichen, jeweils zur Anwendung passenden Überwachungskameras zusammen zu stellen und sich bei Bedarf für jede Kameraposition beraten zu lassen.

Set
Sind wirklich alle Kamera-Anwendungen gleich?

11) Falsche Aufzeichnung mit Cloud, Internet oder PC

Cloud- und Internet-Aufzeichnungen funktionieren meistens nicht praxistauglich. Die Upload-Bandbreiten sind zu gering, dadurch wird die Qualität oft deutlich reduziert. Die Überwachungskamera-Bilder sind entsprechend unscharf. Videos werden verkürzt und unterbrochen. Nur kurze Videoclips oder Einzelbilder stehen meistens nur ein paar Stunden lang zur Verfügung und sind weiterhin nicht zusammenhängend abspielbar. Heimanschlüsse sind durch Unterbrechung mit IP-Adressen-Wechsel aller 24 Stunden unzuverlässig. Die Daten liegen in fremden Händen. Auch ist die Aufzeichnung auf dem heimischen PC, welcher sonst zur Arbeit oder zum Spielen benutzt wird, unzuverlässig. Er ist bereits ausgelastet, muss immer eingeschaltet sein, verbraucht viel Strom und kann abstürzen.

Cloud
Nicht empfohlen: Cloud-Überwachungskamera-Aufzeichnung.

Überwachungskamera-Aufzeichnungen sollten immer auf einen Langzeitrekorder vor Ort erfolgen. Diese zeichnen nur vor, bei und nach Ereignissen sehr energieeffizient sowie vollständig und ohne Verluste auf. Diese Rekorder sollten durch ihre geringe Größe so angebracht werden, dass sie vor Dieben "unsichtbar" sind. Das Abspielen der Aufzeichnungen sollte auf den Rekordern mit angeschlossenem Monitor erfolgen. Ereignisse, z. B. ein Diebstahl, können auf Server oder via USB-Stick herunter gesichert werden. Ein Android und Ios App-Zugriff über Netzwerk und Internet sind auf die Live-Bilder und Aufzeichnungen möglich. Ihre eigene Cloud schaffen Sie sich somit mit einen Langzeitrekorder. Neue Modelle können die Aufzeichnungen zusätzlich und automatisch auf weitere Server oder Clouds kopieren.

Langzeitrecorder
Empfohlen: Aufzeichnung mit Langzeitrecordern.

12) Überwachungskamera zu hoch

Zu hoch installierte Überwachungskameras liefern nur eine Vogelperspektive mit undeutlicher Personenerkennung. Und haben im Falle von Infrarot-Nachtsichtkameras nur eine punktuelle Ausleuchtung von oben nach unten anstatt weitläufig in die Fläche.

Überwachungskamera Höhe
Überwachungskamera zu hoch für Nahbereich bis 5 Meter

Überwachungskameras sollten so niedrig wie möglich installiert werden. Damit haben sie optimale Perspektiven zur Personenerkennung und die beste und weiteste Nachtausleuchtung, da von vorne nach hinten geleuchtet und gesehen wird. Natürlich gilt, dass eine Mindesthöhe eingehalten werden muss, damit nicht einfach die Überwachungskamera sabotiert werden kann. Der Kompromiss ist die Herausforderung. Als Faustregel gilt, eine Kamera sollte mindestens so niedrig zzgl. 1,50 Meter installiert werden, wie deren Anfang vom Überwachungsbereich entfernt liegt. So sind 3 bis 3,50 Meter Höhe ein gute Lösung im Nahbereich.

Überwachungskamera Haus
Überwachungskamera auf richtiger Höhe von ca. 3 Meter

13) Ständig drehende und steuerbare Überwachungskameras

Motorisierte Kameras, welche sich ständig drehen, sind nicht praxistauglich. Diese würden schnell, ähnlich einem Auto was ununterbrochen fährt, verschleißen. Und wenn ein Bereich gerade rechts erfasst wird, sind die anderen entsprechend z. B. links, nicht erfasst. Der nicht erfasste Bereich könnte somit von Straftätern abgepasst werden. Aufzeichnungen nur bei Bewegungen wie im Punkte 11) beschrieben sind wären unmöglich, da sich das Bild ständig bewegt.

Überwachungskamera Motor
Nicht empfohlen: Kameras die sich „drehen“.

Exakt wie beim Punkt 7) "Überwachungskamera-Blickwinkel" ist die Lösung, den Überwachungsbereich wie dort beschrieben auf mehrere Kameras aufzuteilen. Nur wenn eine Überwachungssituation „bemannt“ ist, daher ein Wachmann kontrolliert und steuert die betreffende Kamera, ist eine steuerbare Überwachungskamera sinnvoll. Dieser hat in der Regel den Überblick, z. B. auf eine Tribüne im Stadion oder ein Einkaufscenter. Und bei Bedarf kann er sich dann gewisse Bereiche „näher“ anschauen, um z. B. bei einer Schlägerei die Personen und deren Handlungen zu dokumentieren. Dazu muss diese Überwachungskamera neben der Steuerung auch noch über eine Zoomfunktion zum heran zoomen verfügen.

PTZ
Empfohlen: Fallweise Nutzung einer steuerbaren Überwachungskamera, auch „PTZ-Kamera“ benannt, z. B. im Station von Wachpersonal bedient.

14) Kabel und Strom falsch oder vergessen

Häufig werden in der Bauphase keine oder falsche Kabel gelegt und/oder der Strom wird vergessen.

Strom
An die richtigen Kabel denken!

Lassen Sie sich bzgl. der richtigen Kabel vom Fachmann beraten und schaffen Sie das Überwachungskamera-System inkl. der Kabel bereits in der Bauphase an. Ein Beschädigung der Kabel würde dann sofort auffallen und kann entsprechend repariert werden. Zudem ist das Objekt bereits überwacht!

Kombi Kabel und Steckdose
Das richtige Kabel legen, z. B. Kombikabel Koax-Video und Strom.

15) Überwachungskamera mit Ton

Oft besteht der Wunsch, Überwachungskameras mit Ton auszustatten.

Kein Ton
Nicht empfohlen: Kamera mit Ton

Ton sollte bei Überwachungskameras aller Arten nicht verwendet werden. Dieser ist verboten und vernichtet somit die Beweiskraft einer Videoüberwachung, da eine gerichtliche Auswertung dann nicht mehr erfolgen darf.



Inhaltsverzeichnis unseres Überwachungskamera Ratgebers:


Wozu eine Überwachungskamera?

Sie betreiben ein Autohaus und irgend jemand zerkratzt Ihnen nachts die teuren Neuwagen? Es klaut jemand Geld aus der Kasse und Ersatzteile aus der Werkstatt? Eine Anlage mit Überwachungskameras schreckt ab, klärt auf und kann Ihnen bei der Überführung der Täter helfen. Die nachfolgenden Statistik der Polizei zeigt Ihnen, dass die Zahl der Einbruchdiebstähle seit Jahren zunimmt und die Aufklärungsquote dabei abnimmt.

Bildpunkte Überwachungskamera

Sie kommen nach einem Familienausflug abends glücklich nach Hause und bemerken, dass Ihre Haustüre einen Spalt offen steht. Im Haus finden Sie alles verwüstet vor, Ihr Schmuck und der Flachbildfernseher sind weg. Die Zahl der Einbruchdiebstähle sowohl im privaten als auch im gewerblichen Umfeld nimmt seit Jahren zu. Ein wirklich guter Schutz ist die Überwachung mit Videokameras.

Abschreckung und Aufklärung von Straftaten

Hauptsächlich werden Überwachungskameras eingesetzt, um Straftaten aufzuklären.

An Bahnhöfen, öffentlichen Plätzen, in Schulen und in öffentlichen Verkehrsmittel usw. halten Videosysteme das Geschehen fest. Die Präsenz von Überwachungskameras sorgt bereits dafür, dass die Kriminalität zurück deutlich geht. Im Falle einer Straftat werden die Bilder ausgewertet, sodass sich der Tathergang aufklären lässt und die Täter erkannt werden. Sollte in der Nachbarschaft eine Straftat erfolgt sein, so besteht die Wahrscheinlichkeit, dass die Täter durch eine Überwachungskamera zufällig gefilmt wurden. Somit ist es schon oft gelungen, Straftäter zu überführen, obwohl die Tat an anderer Stelle begangen wurde.

Auch im privaten Umfeld wie in Betrieben, Supermärkten, Großmärkten oder Wohnanlagen usw. schützt die Videoüberwachung wirksam.

Bei Verdacht auf Diebstahl oder andere Straftaten können auch verdeckte Überwachungskameras oder Minikameras eingesetzt werden. Ohne das der Täter es mitbekommt, wird er bei seiner Tat gefilmt und kann überführt werden.

Einbruchsprävention

Sicher, der bekannteste Grund für eine Überwachungskamera ist schlicht, Haus und Hof zu schützen. Alle vier Minuten wird laut Statistik ein Einbruch in Deutschland verübt, um rund neun Prozent ist die Einbruchsrate 2012 gestiegen. Davon haben gut 61 000 tagsüber stattgefunden. Mit Überwachungskameras werden beispielsweise Gebäude ausgestattet, in denen ein Einbruch wahrscheinlich sein kann, sei es aufgrund der Lage in einem sozialen Brennpunkt oder weil in dem Gebäude selbst wertvolle Daten bzw. Gegenstände gelagert werden. Besonders nach einem bereits geschehenen Einbruch entscheiden sich Hauseigentümer oder Grundbesitzer für eine Videoüberwachung, da sie zu Recht die Befürchtung haben, dass weitere Einbrüche folgen könnten.

Aber auch wenn Menschen bedroht werden, ob an ihrem privaten Eingang oder auf öffentlichen Plätzen, kann eine Videoüberwachung helfen. Abschreckung und Aufklärung sind somit garantiert. Letztendlich verhindert Videoüberwachung auch zu 90 Prozent Straftaten wie Einbrüche, Drogenhandel, Gewalttaten und dergleichen mehr. Verübte Straftaten werden bis zu 95 Prozent aufgeklärt.

Für Personen, die sich aus beruflichen oder persönlichen Gründen für längere Zeit fernab ihrer Wohnung oder ihres Hauses aufhalten müssen, ist Videoüberwachung ebenfalls ein großes Thema. Wie sollten Sie sonst in dieser Zeit sicher sein, dass in Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus alles in Ordnung ist? Über das Internet kann durch die Überwachungskameras ein Blick auf das Geschehen geworfen werden.

Unabhängig von der Überwachung selbst werden Überwachungssysteme gern als Präventivmaßnahme verwendet. Eine scheinbar installierte Überwachungskamera gut sichtbar platziert, kann bereits auf potenzielle Gelegenheitstäter abschreckend wirken, sodass sie sich für das Haus des Nachbarn oder andere Häuser entscheiden.

Prozessbeobachtung

Neben dem Einbruchschutz kann Videoüberwachung als Kontrollfunktion dienlich sein. Komplizierte oder regulär ablaufende Prozeße werden oft über Überwachungskameras beobachtet. Sollte ein Prozeß ins Stocken kommen oder fehllaufen, kann durch die Aufzeichnungsfunktion einer Kamera beispielsweise der Hergang zurückverfolgt und anschließend analysiert werden. Gerade in der Industrie oder in Naturwissenschaften sind Überwachungskameras an der Tagesordnung. Einige davon sind sogar vorgeschrieben oder werden zumindest empfohlen, wie Sie es zum Beispiel bei den Leitlinien zur Gefahrenstoffverordnung nachlesen können.

Die Unfallverhütungsvorschriften schreiben im Paragraph 6 für Kassen, Banken, Spielotheken und Casinos Videoüberwachung direkt vor.

Beobachtung von Pflegebedürftigen

Ein ganz anderer Bereich für Überwachungskameras ist die Betreuung. Ob pflegebedürftige erwachsene Menschen, Kleinkinder und Babys - wer seine Lieben eine Zeit lang unter Beobachtung halten muß, greift nicht selten zur Videoüberwachung.

Tierbeobachtung

Ein weiterer Anwendungsfall sind Tierbeobachtungen z. B. zur Verhaltensforschung.

Warum nun Überwachungskameras?

Dank der modernen Technik, die in Überwachungskameras verbaut wird, können Sie Ihr Hab und Gut sowie Prozesse, Personen oder Tiere beobachten. Somit können Sie eingreifen, wenn es nötig ist oder das Gesehene wie bei der Wildtierbeobachtung einfach nur genießen.

Die Überwachung per Video kann Ihnen das mehr an Sicherheit geben und ebenfalls abschreckend wirken. Damit schützen Sie die Dinge, die Ihnen wichtig und wertvoll sind.

Wirkung und Gefahr von "Fake-Kameras"

Die Anschaffung einer Überwachungskamera-Attrappe scheint verlockend. Potentielle Täter sollen durch sogenannte "Fake-Kameras" zu geringen Anschaffungskosten abgeschreckt werden. Aber Vorsicht. Der Markt ist auf sehr wenig einzelne Modelle beschränkt und diese sind potentiellen Tätern sehr wohl bekannt. Somit wird signalisiert: Hier soll nur es etwas geschützt werden. Allenfalls "Eierdiebe" können mit diesen Überwachungskamera-Attrappen somit abschreckt werden. Die wohl bekanntesten Modelle haben zudem ein "rotes Blinklicht." Da aber echte Überwachungskameras niemals rot blinken, sieht es somit jeder technisch versierte Leihe, dass hier nur eine Überwachungskamera "simuliert" werden soll. Ein richtiger Einbrecher wird sich leider darüber "kaputt lachen" und seine Tat ggf. nun erst recht begehen. Attrappen, die per Motor ständig nach links und rechts schwenken, sind ebenso als "Fake" sofort erkennbar. Denn auch solche Überwachungskameras sind bei echter Videoüberwachung nicht üblich.

Überwachungskamera Attrappe
gängige Überwachungskamera-Attrappe mit Blinklicht

Hinweis:Der Einsatz von gängigen "Überwachungskamera-Atrappen" ist daher höchst gefährlich, da sie die Täter eher noch anziehen. Wenn man sich eine "Fake-Kamera" zulegen möchte, so empfehlen wir dringend dazu, originale Gehäuse von professionellen Überwachungskameras zu verwenden. Oder eine billige echte Überwachungskamera, ohne diese tatsächlich zu betreiben. Viele Fachanbieter für Videoüberwachung führen als Ersatzteile Leergehäuse, diese kosten nicht mehr als ca. 60 Euro. Das Leergehäuse füllt man dann mit einem optisch kameraähnlichen Innenleben, z. B. mit einem dunklen Karton mit einem ausgeschnittenen Kreis mittig hinter der Kamerascheibe, welcher das Objektiv simuliert. Billige Überwachungskameras gibt es alternativ z. B. bei E-Bay für ca. 20 Euro. Diese sehen allerdings nicht so massiv und abschreckend wie die Kamera-Leergehäuse aus. Am besten installiert man noch Kabel oder Kabelkanäle daran. Richtig clever ist es, derartige Leergehäuse oder Kameras mit Nachtsicht-LEDs zu verwenden und diese auch noch anzuschließen. Denn die LEDs sind bei Tageslicht von Außen durch die Scheibe sichtbar und sie glimmen angeschlossen dann sogar wie bei einer richtigen Nachtsicht-Videoüberwachung leicht rötlich im Dunklen. Selbst intelligente Täter werden dies für eine richtige Überwachungskamera halten. Diese Attrappe sollte dann selbst einem Profi nicht als "Fake" auffallen. Kamera-Leergehäuse mit Nachtsicht-LED sind ebenso erhältlich und verbrauchen nur ein Paar Watt Strom.

Achtung:Setzen Sie daher unbedingt bei "Fakes" auf gängige Leergehäuse, zumnidest auf eine echte Billigkamera. Und niemals, wirklich niemals, auf hinlänglich bekannten Attrappen. Vermeiden Sie auch unbedingt Überwachungskamera-Fakes mit rot blinkenden LEDs oder motorischen Bewegungen.

Fake-Kamera
Fake-Kamera in Form eines Profi-Überwachungskamera-Leergehäuse

Wenn Sie nun wissen, ob Ihre Kamera eine PAL-, SDI- oder Netzwerkkamera sein und welche Bauform sie haben soll, fehlt es Ihnen gegebenenfalls noch an der Aufzeichnung.

Kamera mit Aufzeichnung und Langzeitrekorder

Netzwerkkameras, PAL- und SDI-Kameras oder die Empfänger der Funkkameras werden an Langzeitrecorder angeschlossen, welche die Aufzeichnung übernehmen. Bei allen professionellen Videoüberwachungsanlagen kommen derartige zentrale Langzeitrecorder zum Einsatz, die die Aufnahme von 1 – 32 Kameras übernehmen. Der Vorteil im Gegensatz zu Kameras mit Speicher ist, dass mehrere Kameras zentral aufzeichnen und Sie alle Aufzeichnungen auch live betrachten können. Zudem ermöglichen Festplatten ein Vielfaches der Aufzeichnungszeit von Speicherkarten.

Bei voller Festplatte werden die ältesten Aufnahmen gelöscht, um Platz für die neuen zu schaffen. Datenschutzfunktionen ermöglichen zudem, dass nach einer gewissen Anzahl von Tagen die Aufnahmen gelöscht werden. Somit lässt sich eine Überwachungskamera-Aufzeichnung an Datenschutzrichtlinien oder Vorgaben des Betriebsrates anpassen.

Moderne Recorder realisieren nicht nur die Aufzeichnung der Überwachungskamera. Deren Netzwerkanschluss verschafft parallel den Zugriff über das Netzwerk und Internet – mit Windows, Mac, Tablets oder Smartphone. Dabei können Sie auf die Überwachungskameras live oder auf die Aufzeichnungen zugreifen.

Tipp: Langzeitrecorder sind heutzutage sehr energieeffizient, Vier-Kanal-Geräte benötigen nur ca. 25 Watt.

Kamera mit integrierter Speicherkarte – eine Alternative?

Neben der Möglichkeit, sich ein Videoüberwachungssystem aus Recorder und Kamera anzuschaffen, gibt es auch sogenannte Speicherkameras, die bereits mit einer Speicherkarte ausgestattet sind. Genauer gesagt, ist bei Speicherkameras ein SD-Recorder bereits in die Überwachungskamera oder im Empfänger der Funkkamera eingebaut.

Damit sparen Sie sich ein Gerät mehr, das Sie positionieren und mit einem Kabel verbinden müssen.

Der Vorteil ist, dass eine Videoüberwachung mit Aufzeichnung dezentral und ohne Infrastruktur geschaffen werden kann. Nachteilig ist, dass zur Auswertung die Speicherkarte aus der Überwachungskamera entnommen werden muss.

Als Filme kommen die Videoaufnahmen auf SD-Karte. So können Sie sich Ihre Videoaufnahmen sichern und sie im Notfall als Beweismittel heranziehen oder zur Analyse des Tathergangs verwenden. Günstige Speicherkameras lassen die Aufnahme auf 4 GB Karten zu, hochwertige auf bis zu 32 GB. Sollten Sie nicht alle Aufnahmen benötigen, verfügen die Speicherkameras über eine Endlosaufnahme, auch Ringspeicher genannt. Bei voller Speicherkarte werden die ältesten Aufnahmen gelöscht. Im Regelbetrieb läuft die Aufzeichnung im Ringspeicher, nur bei Ereignissen wird die Karte zur Auswertung entnommen.

Wie oben schon erwähnt, sind zahlreiche Überwachungskameras Netzwerkkameras. Alle Netzwerkkameras verfügen über ein Softwarepaket, welches die Aufzeichnung der jeweiligen Produktfamilie mit einem Windows-PC ermöglicht. Nachteilig dabei ist, dass ein Computer dazu benötigt wird und nur die Netzwerkkamera-Familie des betreffenden Herstellers verwendet werden kann.

Tipp: Inzwischen sind vereinzelt auch herstellerübergreifende Softwarepakete wie der Klassiker PCGo1984 erhältlich. Diese sind in der Anschaffung jedoch nicht billig.

Langzeitrecorder für Netzwerkkameras

Neuerdings setzen sich Langzeitrecorder für Netzwerkkameras, sogenannte NVR, durch. Diese können herstellerübergreifend für Netzwerkkamera-Aufzeichungen verwendet werden, da sie die meisten IP-Kameras direkt unterstützten. Weiterhin etabliert sich momentan der Onvif- und RSTP-Standard für Netzwerkkameras und NVR. Daher können alle Onfiv-Kameras mit allen Onfiv-NVR aufzeichnen. Effizienterweise sorgt bei NVR und Aufnahmesoftware eine Bewegungserkennung dafür, dass nur bei Bildänderungen aufgezeichnet wird. Die einstellbare Nachlaufzeit bestimmt, wie lange Aufnahmen nach der letzten erkannten Bildänderung weiterlaufen. Der Voralarmspeicher ermöglicht, dass Aufzeichnungen bereits wenige Sekunden vor der Bewegungserkennung beginnen, und auch hier gibt es die automatische einzustellende Löschfunktion, sodass Datenschutzlinien eingehalten werden können.

Hinweis: Viele Netzwerkkameras verfügen über die Möglichkeit, auf SD-Speicherkarten oder auf NAS-Laufwerke im Netzwerk (Speicherplatz im Netzwerk) die Videoaufzeichnungen abzulegen.

Allerdings kann bei HD-Überwachungskameras damit keine vollwertige Aufnahme erreicht werden. Da die Rechenleistung einer Netzwerkkamera begrenzt ist, entstehen bei Bewegungserkennung entweder nur kurze Videoclips (z. B. 15-Sekunden-Video, 20-Sekunden-Pause, 15-Sekunden-Video …) oder eine Serie von Fotos.

Vollwertige durchgängige Aufzeichnungen sind nur mit passenden NVR oder der Windows-Software möglich. Diese nehmen bei der Aufnahme der Kamera das Handling ab, sodass der Rechner in den Netzwerkkameras damit nicht zusätzlich belastet wird. Nur so können unterbrechungsfreie Videos mit Netzwerkkameras aufgenommen werden. Deshalb sollten die NVR- oder Windows-Aufzeichnungen Pflicht sein. Die SD-Aufnahme kann nur als Backup dienen.

Hinweis: NVR statt NAS nutzen. Viele NAS bieten über Zusatzlizenzen die Unterstützung von Netzwerkkameras an. Manchmal wird jedoch dabei die Bewegungserkennung nicht unterstützt. Eine durchgehende Aufnahme wird nicht empfohlen, da die Festplatten dann schnell voll werden, nur ein geringer Zeitraum aufgenommen werden kann und die Auswertung der Überwachungskamera-Aufzeichnungen extrem schwierig wird. Ohne Bewegungserkennung müssten Sie die gesamte aufgezeichnete Zeit sichten, um ein Ereignis zu finden.
Tipp: Achten Sie darauf, dass entweder die Bewegungserkennung der Netzwerkkamera in der Kompatibilitätsliste ausdrücklich vorhanden (angekreuzt) ist oder die Lizenz über eine eigene Bewegungserkennung verfügt. Meistens ist es effektiver, die Aufzeichnung einem kompatiblen NVR zu überlassen. Die Anschaffungs- und Stromkosten (nur 25 Watt) sind meistens geringer und die Ausstattung, z. B. Internet-Fernzugriff meistens besser als ein entsprechend erweitertes NAS.

Für und Wider NVR und PC-Festplatte

Wie schon erwähnt, verbrauchen NVR sehr wenig Strom. So sind Geräte bereits mit einer Stromaufnahme von ca. 25 Watt erhältlich.

PCs dagegen benötigen ein Vielfaches an Strom, bestechen aber durch die Realisierungsmöglichkeiten von großen Festplatten-Verbunden sowie deren Auswertung an anderen Orten. Daher kann die komplette Videoüberwachung z. B. eines Bahnhofes durch die Entnahme einer gespiegelten Festplatte vollständig an anderem Orten ausgewertet werden, z. B. in der Dienststelle der Bundespolizei.





Überwachung durch Kameras zeichnet personenbezogene Daten auf (Erscheinungsbild oder Gesundheit) und kann unter Umständen Angaben über personengebundene Sachverhalte machen (Verhaltensweisen, Wohnort). Daher sind bei Videoüberwachung Datenschutz und Persönlichkeitsrechte eine wichtige Angelegenheit für Datenschützer und durch verschiedene Gesetze geregelt:

  • Allgemeines Persönlichkeitsrecht: Recht auf Achtung und Entfaltung der eigenen Perssönlichkeit
  • Recht auf informationelle Selbstbestimmung: das Recht des Einzelnen, die Verwendung seiner personenbezogenen Daten selbst zu bestimmen
  • Arbeitnehmerdatenschutz: allgemeines Perssönlichkeitsrecht und Recht auf informationelle Selbstbestimmung als Arbeitnehmer
  • Datenschutzgesetze der Bundesländer: länderspezifische Gesetze zum Datenschutz
  • Bundesdatenschutzgesetz (BDSG): bundesweit geltende Gesetze zum Datenschutz

Videoüberwachung privat

Eine Nutzung von Überwachungskameras im privaten Raum ist grundsätzlich erlaubt, so lange Aufzeichnung und Bildausschnitt nur das Privatgelände abbilden. Sollte Ihre Kamera jedoch auf eine öffentliche Straße zeigen, werden öffentliche Interessen berührt.

Wo kann ich eine Überwachungskamera installieren?

Sie können daher eine Überwachungskamera überall an Ihrem Haus oder in Ihrem Garten anbringen. Wichtig ist dabei zu beachten, dass sie nicht auf die Straße, also auf öffentliche Wege gerichtet ist, den Unbeteiligte nutzen. Stellen Sie die Anlage so ein, dass lediglich Ihr Toreingang oder Ihre Tür zu sehen ist. Wer den Eingang bewusst betritt, kann selbstverständlich von der Kamera aufgezeichnet werden.

Türeingang mit Kamera
Türeingang mit Kamera

Wann greift die Wahrung des Hausrechts?

Im Falle der Wahrung des Hausrechts haben Sie das Recht, auch öffentliche Wege in die Videoüberwachung einzubeziehen.

Haben in der Vergangenheit bereits Straftaten stattgefunden, so darf öffentliches Gelände überwacht werden. In diesem Falle steht das Schutzbedürfnis über den Persönlichkeitsrechten der in öffentlichen Bereichen gefilmten Personen. In so einem Falle sollten Sie sich eine Genehmigung durch das Ordnungsamt verschaffen.

Hinweis: Ratsam ist es, als Beweismittel für Straftaten ein Aktenzeichen zur Verfügung zu halten. Sie sollten Straftaten auch anzeigen, um die überwachungskameras darauf folgend rechtfertigen zu können.

Getarnte Überwachungskamera nicht für den Privatgebrauch

Stellen Sie sich vor, Sie haben den Verdacht, Ihre Tagesmutter oder Ihre Putzfrau bestiehlt Sie. Wie wollen Sie sie entlarven, ohne das die potenziellen Täter es bemerken? Diese Frage müssen Sie sich in Deutschland nicht stellen. Getarnte Überwachungskameras, die dazu dienen, einzelne Dienstleister oder Personen zu überführen, sind laut StGB §201a prinzipiell verboten. Über eine Überwachungskamera müssen Ihre Angestellten mindestens in Kenntnis gesetzt werden.

Videoüberwachung im öffentlichen Raum

Staatliche Stellen und Behörden haben das Recht, im öffentlichen Raum offensichtliche Videoüberwachung durchzuführen. Öffentlicher Raum meint hier öffentliche Straßen, Plätze oder städtische Parkanlagen. Sie dient in erster Linie der Gewaltprävention in Brennpunktbezirken und soll Personen- oder Sachschaden abwenden bzw. Vorfälle dieser Art aufklären. Jedoch müssen sich auch Behörden an bestimmte Gesetzesgrundlagen halten. Eine davon ist die Kennzeichnungspflicht. Sollten Überwachungskameras installiert werden, muss der Hinweis darauf gut sichtbar platziert werden. Die sich aus Video-Aufzeichnungen ergebenen Daten dürfen nur herangezogen werden, wenn sie dem festgelegten Zweck wie Gewaltprävention oder Fassen von Tätern dienen. Alle anderen Daten, die sich dem Zweck nicht unterordnen lassen, müssen gelöschtwerden. Die Kennzeichnungspflicht trifft nicht nur die staatlichen Institutionen. Letztendlich gilt die Aufstellung eines Hinweisschildes für jedes Unternehmen. Dabei ist es gleich, ob Frau Müller in ihrem Waschsalon eine Kamera installiert oder eine Autofabrik für Fertigungsprozesse Videoüberwachung einsetzt.

Schild Videoüberwachung

Hinweis: In der Praxis löschen sich die Festplatten der Aufzeichnungssysteme selbstständig, da bei vollem Datenträger diese automatisch wieder überschrieben werden. Dieses Ringspeicherverfahren schützt bereits systembedingt davor, dass Videoaufnahmen dauerhaft abgespeichert werden.

Wie lange darf eine Überwachungskamera aufzeichnen?

Im privaten Gebrauch, zum Beispiel zum Schutz Ihres Grundstücks, gibt es keine Einschränkungen rechtlicher Art. Eine öffentliche Überwachungskamera-Aufzeichnung jedoch muss laut Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) unverzüglich gelöscht werden, wenn „sie [die Daten] zur Erreichung des Zwecks nicht mehr erforderlich sind oder schutzwürdige Interessen der Betroffenen einer weiteren Speicherung entgegenstehen“. Die Einhaltung der Regelung ist sozusagen Auslegungssache, daher hat man sich grob auf 72 Stunden geeinigt.

Videoüberwachung in Betrieben

Grundsätzlich ist die Videoüberwachung von Mitarbeitern mit sichtbaren Kameras zulässig. Mitarbeiter und Betriebsräte sollten jedoch in das Projekt eingebunden werden, um das Betriebsklima nicht zu gefährden. Den Zweck der überwachung sollten Sie erklären können und Datenschutzrichtlinien dabei bestimmen. Aufzeichnungsgeräte können so eingestellt werden, dass nach einer gewissen Anzahl von Tagen Aufnahmen automatisch gelöscht werden. Weiterhin muß sichergestellt werden, dass die Aufzeichnungen nur dann ausgewertet werden, falls entsprechende Ereignisse wie zum Beispiel Straftaten, Unfälle oder Störungen rund um den Produktionsprozeß es rechtfertigen. Der Zugang eines Mitarbeiters oder des Betriebsrates zum System wird als vertrauensbildende Maßnahme empfohlen.

Sollen nur Produktionsprozeße wie zum Beispiel Fließbänder überwacht werden, dann sollten Sie die überwachungskameras so auszurichten, dass die Mitarbeiter nicht mit erfaßt werden. Damit entgehen Sie der Verpflichtung hinsichtlich der Datenschutzbestimmungen.

Eine verdeckte Mitarbeiterüberwachung ist zunächst verboten. Eine Ausnahme besteht, wenn Straftaten stattfinden und bereits alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind, diese aufzuklären. Sozusagen darf eine verdeckte Videoüberwachung von Mitarbeitern als letztes Mittel bei Straftatbeständen angewendet werden.

Die verdeckte überwachungsmaßnahme darf sich dann nur auf den Bereich der Straftat beschränken und Aufzeichnungen der überwachungskameras sind nur zu diesem Zwecke auszuwerten.

Hinweis: Nach der Aufklärung müssen die Kameras entfernt werden.

Wichtig ist, dass Sie kein Funkkamerasystem verwenden, da getarnte Funkkameras verboten sind.


Es gibt verschiedene Arten von Überwachungskameras. Um für die Videoüberwachung nutzbar zu sein, sind bestimmte Bauteile erforderlich. Neben Gehäuse für Kühlung und Stromversorgung zählen dazu.

Der Sensor macht das Bild

Dieser elektronische Chip gehört in jede Digitalkamera oder digitale Videokamera. Das Bauteil ist lichtempfindlich und kann relativ einfach ein zweidimensionales Bild erfaßen.

CCD Sensor einer Überwachungskamera
CCD Sensor einer Überwachungskamera

Zusammen mit Objektiv und Bildprozessor werden im dem Sensor Bilder erstellt. Sensoren bestehen aus Photodioden, die bei Lichteinfall in Form von Photonen Elektronen freisetzen, die wiederum für elektrische Ladung sorgen. Je mehr Elektronen entstehen, umso höher ist die elektrische Ladung und umso mehr Pixel sind anschließend als Bild zu sehen. Um die Elektronen zu speichern, sind die Photodioden an je einen Kondensator gekoppelt. Da Sensoren nur Helligkeitsunterschiede wahrnehmen können, besitzt jede Diode einen Filter für blaue, rote oder grüne Pixel. Da das menschliche Auge sensibler auf grüne Töne reagiert, sind von der Gesamtanzahl her dementsprechend 50% Dioden für Grün und je 25% für Rot- und Blau zuständig.

Bildpunkte Überwachungskamera
Bildpunkte Überwachungskamera

Diese Aufteilung geht zurück auf den für Kodak wirkenden Erfinder Bryce E. Bayer und nennt sich daher Bayer-Matrix, oder englisch: Bayer Pattern.

Das Objektiv

Zu jeder Kamera gehört ein Objektiv. Mit dieser Komponente werden unter anderem Blickwinkel und Lichteinfallbestimmt. Moderne Objektive können in deren Brennweite exakt eingestellt werden.

Objektiv ist die Abkürzung von Objektivglas, das seit dem 18. Jahrhundert bekannt ist. Es stellt sozusagen ein Medium zwischen real existierendem Objekt und Abbildung (durch die Kamera) dar.

Überwachungskamera 1:2.8 Objektiv
Überwachungskamera 1:2.8 Objektiv


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